Marktsteft

Das Projekt Klassenerhalt angehen

Marktstefts Torwart Felix Lang lebt beruflich von und mit Projekten. Das würde er auch gerne auf den Sport übertragen. Er verrät, warum er an den Klassenerhalt glaubt.
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Marktstefts Torhüter Felix Lang glaubt noch an das „Projekt Klassenerhalt“.

Beruflich hat Felix Lang häufig mit Plänen zu tun. Der studierte Landschaftsarchitekt hat seit einigen Monaten seinen Abschluss und ist in einem renommierten Büro tätig, so dass er nun in der Praxis ran darf. Ein Projekt würde er gerne auch für sich und seine Marktstefter Handballer planen. Doch was im Sport auf dem Papier steht, wird längst nicht immer umgesetzt. „Das Projekt Klassenerhalt wäre natürlich das Beste“, sagt der Torwart des Handball-Landesliga-Neulings TV Marktsteft und schmunzelt.

„Leicht wird es nicht werden, auch wenn noch 14 Spiele ausstehen. Aber realisierbar ist der Ligaverbleib allemal“, ist Felix Lang überzeugt. Vier Punkte haben seine Marktstefter bislang auf der Habenseite, nicht eben viel, doch der Vorletzte ist nur drei Zähler von den rettenden Plätzen entfernt. Zum Jahresbeginn kommen mit dem TV Münchberg (8./10:14) und dem TV Stadeln (11./7:17) zwei Gegner aus der Kategorie „schlagbar“ zu den Mannen vom zuletzt wieder mitspielenden Trainer Vilo Vitkovic. Beide Konkurrenten liegen noch in Reichweite. „Das sind jetzt zwei wichtige Spiele, die wollen wir auf jeden Fall gewinnen. Es ist schwierig, aber in der Liga ist alles möglich“, glaubt Lang.

Der erste Gegner Münchberg holte sechs seiner zehn Zähler auswärts, was den Torwart nicht so sehr beeindruckt. Die Liga sei bis auf die ersten Drei sehr ausgeglichen. „Es ist noch alles möglich, wir müssen eben mal die richtigen Gegner schlagen. Münchberg und Stadeln werden die Knackpunkte. Da müssen wir was holen“, blickt er voraus.

Zuversichtlich macht Felix Lang dass sich die personelle Situation bei seinen Marktsteftern über die Winterpause wieder etwas gebessert hat. Florian Irmler dürfte – ebenso wie Florian Schneider und Dennis Schmidt – wieder einsetzbar sein. Mit Langs Zwillingsbruder Florian wird der Abwehrchef ebenfalls wieder dabei sein, der zuletzt bei der 17:32-Niederlage im Auswärtsspiel bei Sulzbach/Rosenberg bereits nach neun Minuten wegen seines dritten Foulspiels mit einer aus Marktstefter Sicht zweifelhaften Roten Karte vom Feld gestellt wurde.

Bei der Ursachenforschung, warum sich der Aufsteiger bislang eine Liga höher so schwer tat, muss der Torwart etwas ausholen. „Zum einen fehlten doch immer wieder einige Leistungsträger verletzt. Das hatten wir im Vorjahr nicht. Dazu haben wir immer eine Phase von zehn Minuten in er zweiten Halbzeit, wo wir nichts auf die Platte kriegen.“ Diese Schwäche kostete einige Punkte.

Ein Leistungsträger wie Gabor Csorba ist wegen seiner Schulter kaum einsetzbar, der Rechtsaußen fehle mit seiner Erfahrung. „Er nimmt Würfe, die andere vielleicht nicht nehmen oder holt in wichtigen Phasen mal einen Siebenmeter heraus“, weiß Lang. Erst in zwei Wochen stößt der dann aus den USA zurückkehrende Franz-Xaver Hetterich wieder dazu, der das Spiel ordnen und auch aus dem Rückraum treffen könne, geht Langs Suche nach Gründen weiter.

Außerdem fällt gleich auf, dass die Marktstefter die wenigsten Tore aller Mannschaften geworfen haben. „Ja, wir haben ein Manko im Abschluss. Wenn der Gegner auf eine offensivere Deckung geht, tun wir uns oft schwer“, analysiert Felix Lang. Mit der Abwehr können der Torhüter und sein Kollege Johannes Ulrich dagegen zufrieden sein. „Die steht einigermaßen. Es ist nur ärgerlich, wenn du dich hinten aufreibst, dann aber vorne die leichten Tore liegen lässt.“ Es könne schon sein, dass die „Green Boys“, wie sie sich wegen ihrer Vereinsfarbe im Internet nennen, manchmal zu grün sind. Als Torwart musste sich Felix Lang auch erst an die Spielklasse gewöhnen. Gerade aus dem Rückraum kämen da ganz andere Dinger. Über Spieler wie Forchheims Stefan Bauer etwa staunte Lang. „Der wirft Backsteine!“ Die Wurfqualität der Gegner sei auch von den Außenpositionen anders.

Dazu geselle sich die leidige Sache mit dem Harz. Mal mit, mal ohne. Sich darauf einzustellen, sei auch nicht immer einfach, stellt Felix Lang festgestellt. Das alles soll nun aber ausgeblendet werden. Über die Weihnachtstage standen einige Einheiten im Fitnessstudio an, wo sich die Marktstefter unter anderem mit Spinning fit hielten. Vielleicht habe es manchem ganz gut getan, mal den Kopf frei zu bekommen und ohne den Handball auszukommen, hofft der Torwart. Dann lässt sich der Klassenerhalt von Aufsteiger TV Marktsteft vielleicht doch planen.

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