FUSSBALL: MEISTER (IV)

Bütthard nicht zu bremsen

Mit viel Schwung drängt die junge Büttharder Mannschaft zurück in die Kreisliga. Trainer Christian Steinmetz erklärt, was hinter dem Erfolg steckt.
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Als am letzten Spieltag der Aufstieg geschafft war, fiel eine Last von den Fußballern des SV Bütthard

Dem SV Bütthard ist gleich im ersten Jahr unter der Regie von Christian Steinmetz, der zusammen mit Peter Deißenberger seit vergangenen Sommer für die sportliche Entwicklung verantwortlich ist, der große Wurf gelungen. Vor allem dank einer sehr starken Rückrunde stürmte das Team aus dem Ochsenfurter Gau an die Tabellenspitze der Fußball-Kreisklasse 2 Würzburg und verteidigte die Führung bis zum Schluss. Die regelmäßigen Ausrutscher der Konkurrenz taten ein Übriges. Im Winter hatten die Büttharder noch auf Platz fünf gelegen.

Knapp waren die Blau-Weißen im Jahr zuvor an den Entscheidungsspielen um den Aufstieg in die Kreisliga vorbeigeschrammt. Einen Punkt hatte der FC Hopferstadt damals in der Endabrechnung mehr auf dem Konto. Dennoch kämpfte sich die Mannschaft nach einem schlimmen Jahr, in dem es sogar gegen den Abstieg ging, unter Rückkehrer Peter Deißenberger wieder in die Spitze der Kreisklasse; und auf diesem selbst geschaffenen Fundament sollte der ehemalige Bundesligaprofi, seit Sommer zusammen mit Christian Steinmetz, weiter den eigenen Nachwuchs in den Herrenbereich integrieren und entwickeln.

Dabei hofften die Verantwortlichen, dass die Zusammenarbeit des neuen Trainerduos ähnlich fruchtbar verlaufen würde wie während dessen Engagement bei der Büttharder A-Jugend. Denn nach dem zweiten Platz 2015/16 und dem Pokalsieg feierten die beiden in der abgelaufenen Saison sogar den Titelgewinn und Aufstieg in die Kreisliga. Weite Teile dieses Teams standen nun im Kader der Herrenmannschaft. Ein weiteres deutliches Zeichen, diesen Weg konsequent zu beschreiten, war die Wahl Dominik Schmitts, selbst gerade der U19 entsprungen, zum Spielführer der Kreisklasse-Elf. „Den Ausschlag gaben die vergangenen beiden Jahre, die sehr erfolgreich waren. Diesen Weg mit den Jungs wollte ich unbedingt weitergehen“, sagte Steinmetz. Er freute sich auf die Rückkehr zu seinen eigenen Wurzeln, obwohl er beim Würzburger FV selbst noch weiter in der Bayernliga hätte kicken können.

Und die Spielzeit ließ sich gut an: Bereits am dritten Spieltag setzten die Blau-Weißen, die nahezu von der gesamten Konkurrenz als Topfavorit auf den Meistertitel gehandelt waren, mit dem 2:0 gegen Sickershausen ein erstes Ausrufezeichen, denn auch das Team von Wolfgang Beischmidt hatte die Tabellenspitze im Visier. Mit erfrischendem Offensivfußball, vornehmlich spielerisch und mit Kurzpassspiel vorgetragen, hatten die Büttharder ihren Kontrahenten bezwungen. „Die Jungs nehmen an, was wir verlangen, und versuchen es umzusetzen“, sagte Steinmetz. Allerdings brachte die Spielphilosophie des Trainerduos, vor allem gegen tief stehende Gegner, auch Probleme mit sich. Denn ging dieser Plan nicht auf, die gegnerische Abwehrreihe mit sauberen Kombinationen auszuhebeln, so fehlte der Mannschaft oft die Durchschlagskraft.

Die beiden Niederlagen gegen Aufsteiger Geroldshausen und den späteren Fast-Absteiger TSV Mainbernheim belegten das eindrucksvoll. Bütthard hatte viel Ballbesitz, wurde aber gnadenlos ausgekontert. Probleme, die das Team vor allem im Pokalwettbewerb nicht hatte. Reihenweise räumte es die höherklassige Konkurrenz aus dem Weg – unter anderem Lokalrivale Giebelstadt und Deißenbergers Ex-Team Reichenberg – und marschierte bis ins Finale.

„Die Leistung der Mannschaft ist nicht hoch genug zu schätzen.“
Christian Steinmetz, Trainer des SV Bütthard

„Gegen Gegner, die mitspielten, konnten wir unsere Qualitäten leichter ausspielen“, erinnert sich Steinmetz. Diese Reflexion in der Winterpause – die Büttharder standen nur auf Platz fünf – führte dazu, die Spielweise leicht anzupassen und sich überdies auf einen festen Kader festzulegen. Zuvor hatten Steinmetz und Deißenberger versucht, allen 25 Spielern, die das Potenzial für die Kreisklasse hatten, Einsatzzeiten zu geben – nicht immer von Erfolg gekrönt.

Mit einer Vorbereitung die über die normale Intensität der Kreisklasse hinausging, wollten die Büttharder in der Rückrunde nochmals angreifen, und sie setzten erneut gegen Sickershausen einen ersten Glanzpunkt, der letztlich der ausschlaggebende im Meisterschaftsrennen sein sollte. Denn sowohl die Sickershäuser als auch die Büttharder schenkten sich in der Folge nichts, leisteten sich kaum Ausrutscher – selbst die unglückliche Niederlage im Pokalfinale gegen Uettingen warf die Blau-Weißen nicht aus der Bahn –, und sie lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das punktgleich endete. Allerdings gab der gewonnene direkte Vergleich den Ausschlag zu Gunsten der Büttharder, die fünf Jahre nach dem Abstieg in die Kreisliga zurückkehrten.

„Die Leistung der Mannschaft ist gar nicht hoch genug einzuschätzen“, sagt Steinmetz. „Die Jungs haben alle Rückschläge weggesteckt und sind fokussiert geblieben. Zudem sind sie unglaublich ehrgeizig, legen die nötige Einstellung an den Tag und wollen sich stets weiterentwickeln.“ Das dürfen sie nun in der Kreisliga. Dort wird es aus Sicht des Trainers aber erst einmal darum gehen, die nötigen Punkte zu erwischen, um nicht gleich wieder abzusteigen.



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