Erst kam die Hexe aus der Walpurgisnacht, die sich auf der Strecke herumtrieb, dann folgten Blitze, Sturm und Wolkenbruch, und nach viereineinhalb Stunden wurde der Zwölfstunden-Nachtlauf von Bad Dürkheim abgebrochen. Die elektronische Zeitzmessung hatte den Geist aufgegeben, der Saisonauftakt fiel ins Wasser. Pech für Marika Heinlein, die bei Abbruch des Laufes auf Platz drei gelegen hatte.

Die Geesdorfer Extremläuferin, die im Herbst 50 Jahre jung wird, nahm in der Kurstadt Kurs auf die 124-Kilometer-Marke und war auf dem besten Weg, den deutschen Altersklassenrekord einzustellen. Sie hat Erfahrung mit Wind und Wetter, wie sie im vorigen Jahr beim Spartathlon in Griechenland bewies, aber als das Rennen offiziell gestoppt wurde, hörte auch sie auf zu laufen.

Für die 79 Teilnehmer blieb es somit ein unvollendetes Abenteuer. Neben Heinlein, der deutschen Vizemeisterin im 24-Stunden-Lauf, war auch ihr männliches Pendant Michael Hilzinger am Start. Der mit der Bahn angereiste Ungar Adam Zahoran fand über Nacht im Wohnwagen Bruno und Marika Heinleins Asyl.