FUSSBALL: KREISKLASSE 1 WÜRZBURG

Bibergaus bescheidene Bilanz

Der VfR wollte zur Mitte der Kreisklasse-Gesellschaft gehören, nun ist er Schlusslicht. Wie konnte das passieren?
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Bibergaus Bernd Siller (rechts) Foto: Foto: Alexander Rausch

Dies hätte die Saison des VfR Bibergau werden sollen: Vergangene Runde überraschend Siebter geworden und damit zum ersten Mal in der Kreisklasse geblieben, hatte sich der Verein mit verstärktem Kader höhere Ziele gesetzt. Erneut für Furore zu sorgen war die klare Marschroute. Die Realität aber könnte ernüchternder nicht sein.

Das hatten sich die Bibergauer anders vorgestellt. Mit nur fünf Punkten stehen sie seit Wochen am Tabellenende, kassierten Niederlage um Niederlage. Dabei waren die Hoffnungen vor der zweiten Spielzeit in der Kreisklasse, eine sorgenfreie Runde zu bestreiten, größer als noch vergangene Saison.

„Eigentlich hatte ich uns dieses Jahr noch weiter vorne gesehen“, sagt Trainer Bernd Siller, „denn einerseits haben wir einige Spieler dazubekommen, und andererseits konnten wir mit allen Mannschaften der Klasse mit Ausnahme des ETSV Würzburg mithalten.“ Tatsächlich sind in Luca Ringelmann, Benjamin Gehring und Dominik Bonauer drei Eigengewächse zum Kader gestoßen – und haben nicht nur die Optionen des Trainers erweitert, sondern auch die Gesamtqualität erhöht.

Bestätigt wurden die Verantwortlichen in ihrem Optimismus auch in der ersten Runde des Toto-Pokals, als sich der VfR nur denkbar knapp dem Vorjahresmeister ETSV Würzburg geschlagen geben musste und phasenweise sogar das überlegene Team gewesen war. In der Runde zuvor hatte man gegen den ETSV noch 0:9 verloren. Doch der erste herbe Dämpfer kam prompt. Am ersten Spieltag gab es bei Absteiger ASV Rimpar II eine 2:8-Schlappe. Die Mannschaft hatte nicht den Hauch einer Chance. Aus der Bahn werde sie das nicht werfen, glaubte Bibergaus Sportleiter Michael Gehring damals und sollte zunächst Recht behalten.

Denn mit dem Sieg gegen Unterpleichfeld und dem Unentschieden gegen Burggrumbach korrigierten die Bibergauer den ersten Eindruck. Gegen den Aufsteiger hätten sie zur Pause sogar deutlich führen müssen und waren laut Siller die spielstärkere Elf gewesen. Die Bibergauer Welt war damals noch in Ordnung. der VfR stand dort, wo er sie sich selbst sah: in der Mitte der Klasse, und er hielt erneut mit den Topteams der Liga mit. Diesen Beweis erbrachte das Team auch in den kommenden Wochen gegen Kürnach oder Veitshöchheim, allein der Ertrag fehlte. „Das sind Spiele, die wir nicht verlieren dürfen.

Da waren wir überlegen“, meint der 35-Jährige, dessen Team auch in den folgenden Partien nicht mehr Tritt fassen sollte. Nur gegen Absteiger TSV Grombühl, in der Tabelle ein Platz vor Bibergau, reichte es noch zu einem Punktgewinn. So stehen nach einer desaströsen Vorrunde mit nur einem Sieg und zwei Remis bereits zehn Niederlagen zu Buche. In der gesamten vergangenen Saison hatte der VfR nur elfmal verloren.

Neben dem fehlenden Spielglück wie jüngst in Oberdürrbach, als Manuel Herrlein erst einen Elfmeter verschoss und dann unmittelbar vor der Pause das 0:1 fiel, und der mangelnden Chancenverwertung macht dem Team vor allem das Verletzungspech zu schaffen. Siller selbst hat sich während der Sommervorbereitung einen Kreuzbandriss zugezogen – so könne er auf dem Feld keine Impulse mehr geben. Zudem fehlten immer wieder Stammspieler wie Johannes Gehring, Silas Steinhoff, Max Orth oder Benedikt Wunder. Noch nicht einmal hat der Trainer in dieser Saison zweimal in Folge mit der selben Elf auflaufen können.

Sillers Hoffnungen liegen auf den Auftritten im nächsten Jahr: „Ich bin guter Dinge, dass der Knoten platzen wird“, sagt er, „und dann bin ich mir sicher, dass wir jeden schlagen können.“ Natürlich sei es eine Herkulesaufgabe, aber bereits in der Aufstiegsrelegation habe seine Elf gezeigt, dass man sie nie abschreiben sollte. Nach einem 0:6 gegen Sommerhausen war ihr in zwei weiteren Spielen noch der Aufstieg geglückt.

So ein Kunststück wollen sie nun wieder vollbringen. Am besten mit weiteren Punkten im Gepäck. Denn gegen Rimpar haben sie zum Rückrunden-Auftakt noch eine Rechnung offen – und gegen Unterpleichfeld haben Sillers Schützlinge alle bisherigen Duelle gewonnen. Somit ist der Glaube an ein Comeback weiter ungebrochen. Denn die Blau-Weißen wissen, wo sie so schnell keinesfalls mehr hin wollen – zurück in die A-Klasse.

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