FUßBALL: KREISLIGA

Befreiung durch Trainerwechsel?

Mit zwei Ostersiegen in der Nachspielzeit haben sich die Kicker der Nordheim-Sommeracher Kombination eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt verschafft.
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Jürgen Schnackig (links) hat – zusammen mit Henrik Flösser – interimsmäßig den Trainerposten beim Fußball-Kreisligisten TSV Nordheim/Sommerach übernommen. Unser Bild zeigt ihn mit Reinhard Rauball, dem Präsidenten von Borussia Dortmund und der Deutschen Fußball Liga. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2017, als die Alten Herren aus Sommerach und Dortmund ein Freundschaftsspiel bestritten. Foto: Foto: Walter Braun

Was für ein Osterwochenende für den TSV Nordheim/Sommerach: Gleich zweimal gelang den Kickern von der Weininsel mit der quasi letzten Aktion des Spiels der Siegtreffer. Anstatt zweier Unentschieden schafften sie dadurch die Optimalausbeute von sechs Zählern und den Sprung aus der Abstiegszone. Aufgrund der Patzer der Konkurrenz könnte mit einem Derbyerfolg gegen den Lokalrivalen VfL Volkach schon ein vorentscheidender Schritt zum direkten Klassenerhalt gelingen.

Mühsam hatte der TSV in der ersten Saisonhälfte vier Siege eingefahren, drei davon hintereinander Anfang September. Danach wollte kaum mehr etwas zusammenlaufen. Der Erfolg gegen Wülfershausen minderte die Abstiegsnöte auf der Weininsel nur geringfügig. Denn die Elf von Jürgen Pittrof, der bereits frühzeitig bekanntgab, im Sommer sein Amt wieder zur Verfügung zu stellen, überwinterte auf dem unteren Relegationsrang. Nur Aufsteiger Stadelschwarzach und Grafenrheinfeld standen noch schlechter da.

Daher war die Hoffnung groß, zumindest über ein mögliches Entscheidungsspiel die Liga zu halten trotz der bisher verkorkster Saison. Nach den knappen Erfolgen in den direkten Duellen gegen die beiden Schlusslichter der Liga schien dieses Ziel frühzeitig erreicht, zumal auch ein weiterer Punkt gegen den SV Ramsthal gelang, der jüngst Tabellenführer Hirschfeld die erste Saisonniederlage beibrachte. Doch ausruhen wollten sie sich nicht auf dem bisher Erreichten, besonders nicht der neue Abteilungsleiter Klaus Heinrich. Er hatte in den Abteilungswahlen Mitte März Helmut Pfaff abgelöst, der sich nach 29 Jahren an der Spitze nicht mehr zur Verfügung stellte.

„Auf das Wagnis Relegation wollte ich mich nicht einlassen und den Klassenerhalt auf direktem Weg schaffen“, so Heinrich. Doch dieses Unterfangen sah der Funktionär aufgrund geringer Trainingsbeteiligung in den ersten April-Wochen derart in Gefahr, dass er sich mit Jürgen Pittrof darauf verständigte, die Zusammenarbeit vorzeitig zu beenden, und Jürgen Schnackig und Henrik Flösser installierte. Beide seien Kumpels aus gemeinsamen Alt-Herren-Zeiten – Heinrich leitet zudem die AH-Abteilung – und übernahmen das Traineramt bis zum Saisonende.

Der erhoffte neue Schwung sollte nicht ausbleiben. Bereits bei der Heimniederlage gegen den Zweiten aus Stammheim sei ein neues Wir-Gefühl und eine andere Körpersprache zu erkennen gewesen. „Die Zuschauer sind nach diesem Auftritt dennoch zufrieden nach Hause gegangen“, erhielt Heinrich eine positive Resonanz. Denn die Mannschaft trat als Einheit auf, kämpfte füreinander und investierte wieder mehr. Das Potenzial, das in ihr steckt, trat deutlicher zum Vorschein als noch in den Vorwochen.

Dennoch standen die Nordheimer und Sommeracher noch immer auf dem Relegationsrang, was sich aber an Ostern auf dramatische Weise ändern sollte. Zwar konnte der TSV nicht ganz an die zuvor gezeigte Leistung anknüpfen, stemmte sich in Mühlhausen aber vehement und leidenschaftlich gegen die Niederlage und traf mit dem letzten ruhenden Ball des Spiels, den Raphael Steffen verwertete. „Wir hatten das nötige Quäntchen Glück und einen starken Maximilian Pfaff im Tor“, freute sich Heinrich über den schmeichelhaften Erfolg, ebenso wie zwei Tage später in Schweinfurt.

Denn nach hin und her wogendem Spielverlauf war es in der Nachspielzeit Bernd Biedermann, der zum 4:3 traf. Die Jungs hätten Moral und Wille gezeigt. Dadurch stehe die Mannschaft nun da, wo es stehe, nämlich auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Und das komfortabel mit fünf Zählern Vorsprung auf die Reserve von Schwebenried-Schwemmelsbach, die aktuell das Relegationsspiel um den Klassenerhalt bestreiten müsste. Am Wochenende könnte das Polster im Derby gegen Volkach sogar noch weiter anwachsen. „Wir wollen unbedingt den Dreier landen und uns weiter absetzen. Die Mannschaft ist in einer guten Verfassung“, sinnt der Funktionär auf Revanche für die knappe 1:2-Hinspielniederlage. Trotz aller Rivalität drückt Heinrich danach aber auch den Volkachern die Daumen, dass sie den Ligaverbleib schaffen. Denn die Nachbarschaftsduelle sind Saisonhöhepunkte, die er keinesfalls missen möchte.

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