Kitzingen
Tischtennis

Beeindruckender Jugendstil des TV Etwashausen

"Die Jugendarbeit ist und bleibt unsere Philosophie", unterstreicht Martin Günzel, Abteilungsleiter des TV Etwashausen. In der gerade beendeten Runde ging das Konzept noch besser als erwartet auf und macht Mut für die Zukunft.
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Nach einer tollen Saison haben die Tischtennis-Akteure des TV Etwashausen einen Grund zum Anstoßen: Torsten Küster, Bastian Herbert, Felix Günzel, Abteilungsleiter Martin Günzel, Christian Röder, Michal Bozek, Nico Braun und Christoph Sasse (nicht auf dem Bild). Foto: Krumpholz
Nach einer tollen Saison haben die Tischtennis-Akteure des TV Etwashausen einen Grund zum Anstoßen: Torsten Küster, Bastian Herbert, Felix Günzel, Abteilungsleiter Martin Günzel, Christian Röder, Michal Bozek, Nico Braun und Christoph Sasse (nicht auf dem Bild). Foto: Krumpholz
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Nein, es ist keine Schadenfreude, wenn Martin Günzel über die soeben zu Ende gegangene Tischtennissaison seines TV Etwashausens philosophiert. Keine nachhallende Ohrfeige an die Kritiker und Skeptiker, die ihn und dem Vorhaben seines TVE vor der Saison teils scharf attackierten. Es ist vielmehr Genugtuung. Freude über das Erreichte, über die fruchtende Jugendarbeit, die sich er und sein Verein vor Jahren, so richtig mutig aber erst vor ziemlich genau einem Jahr auf die Agenda geschrieben haben.
"Wir fühlen uns bestärkt in unserem letztjährigen Beschluss, auch in der ersten Mannschaft nahezu komplett auf die eigene Jugend zu setzen", so der Abteilungsleiter der größten Tischtennissparte im Landkreis Kitzingen. Mit einem wahren Husarenstück gelang in der Rückrunde eine fulminante Aufholjagd und am Ende ein recht souveräner Klassenerhalt.
Nachdem die Hinserie, die alle als "Lernphase" im Nachhinein bezeichnen, mehr schlecht als recht verlief, beendete das Team die Landesliga-Spielzeit auf Platz sechs. "Ich habe auch in dieser Phase an die Mannschaft geglaubt, auch wenn es in der ersten Saisonhälfte oft auf die Mütze gab. Ich wusste um das Talent der Jungs", gibt sich Günzel im Rückblick auch über die Hinrunde nicht unglücklich.
"Wichtig war, dass wir in der schwierigen Anfangsphase immer die Ruhe bewahrt und unbeirrt weitergearbeitet haben. Natürlich war auch die für Tischtennis-Verhältnisse tolle Zuschauerresonanz, die auch trotz der Erfolglosigkeit zu Beginn nie nachgelassen hat, ein Faktor, der uns gut tat", nennt auch Torsten Küster einen der Punkte, wieso die TVE-Erste in der Rückrunde durchgestartet ist. "Bis zur Winterpause sahen wir ja wie ein sicherer Absteiger aus und haben erst im letzten Vorrundenspiel den ersten Sieg eingefahren", blickt der Kapitän auf die Zeit vor Weihnachten zurück. Küster ist es, den der Abteilungsleiter als Kopf der Mannschaft bezeichnet. "Er war immer der Leader des Teams. Er hat immer die Konstanz gehalten und mit seiner Ruhe für die nötige Atmosphäre gesorgt", so Günzel über den "Oldie" der Mannschaft. Doch es waren vor allem die jungen Spieler Felix Günzel, Christoph Sasse und Nico Braun, die sich im Laufe der Saison immer mehr entwickelt und folgerichtig auch gepunktet haben. "Dass diese drei sich so entwickelt haben, ist unserem Trainer Fan Dong zu verdanken. Er arbeitet viel und hart mit ihnen und verbessert sie ständig", so Günzel über den vor etwas mehr als einem Jahr verpflichteten Chinesen. "Man muss ja sehen, dass Felix beispielsweise mit 4:14 eine bilanzmäßig schwache Hinrunde gespielt hat. Aber wenn man jetzt seine 11:5-Siege im vorderen Paarkreuz der Landesliga sieht, ist das schon Wahnsinn."
Neben der Verbesserung aller Spieler in der zweiten Saisonhälfte, war aber sicherlich auch der Zusammenhalt innerhalb des ganzen Vereins ausschlaggebend für den nun eingetretenen Erfolg. "In jedem Fall war es eine mit Sicherheit in punkto Harmonie, Teamgeist und Unterstützung durch das Umfeld herausragende Saison", weiß auch Küster um die Erfolge der vergangenen Monate. Rückblickend gab es für ihn ein Schlüsselerlebnis. "Wie ein Befreiungsschlag bei der Aufholjagd haben sicher die Siege bei den Koppelspielen bei TTV Altenkunstadt und in Rugendorf gewirkt. Übrigens in einer starken Drucksituation, da Bamberg am Vorabend in Waigolshausen gewonnen hatte, was die Situation seinerzeit für uns noch verschärfte. Da wurden die guten Leistungen, die es teils vorher auch schon gab, erstmals konsequent in Zählbares umgesetzt."
Das nun Erreichte gilt es für Günzel und den TVE nun aber konsequent fortzusetzen. "Wir werden unsere Politik jetzt nicht ändern. Die Jugendarbeit ist und bleibt unsere Philosophie. Den Schnitt, den wir vor der Saison gemacht haben, stellte sich als absolut richtig dar."
Dann kehrt sie wieder ein, diese Genugtuung, wenn Günzel zum Abschluss sagt. "In dieser Truppe steckt wenigstens auch Identifikation zum Verein. Das war nicht immer so in der ersten Mannschaft und deshalb schätze ich den Klassenerhalt mit den eigenen Spielern auch höher ein als die Meisterschaft von vor zwei Jahren." So manche Kritiker dürften sich deshalb Lügen gestraft sehen.

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