Für die Kitzinger Bayern war das Treffen mit dem TSV Abtswind nicht nur auf dem Rasen wegen der, wenngleich verdienten, 0:1-Niederlage eine triste Sache. Auch organisatorisch gab es manches Manko: Bei einer Kulisse von knapp 500 Zuschauern, die wegen des ungewohnten Andrangs eine Spielverzögerung von fünf Minuten auslösten, gingen den Bayern schon während des Spiels die Bratwürste und der Glühwein aus. Seine Lautsprecheranlage bekam der Klub erst zur Pause in Betrieb. Und auch die Sportplatzzeitungen waren erst eingetroffen, als der Ball schon rollte.

Kitzingens Trainer Wolfgang Schneider brauchte sich nach dem Schlusspfiff nur mit der sportlichen Analyse des Nachmittags befassen. Sein Team hatte mehr Ballanteile, und auch die spielerischen Vorteile lagen auf Seiten der Bayern. Nur die Zahl der Chancen war kümmerlich geblieben. „Wir haben auf den Rückstand mit einer leidenschaftlichen zweiten Halbzeit reagiert und uns nicht versteckt“, bilanzierte Schneider.

Wieder einmal hatte sein Team im Ligaspielbetrieb nur mit einem Tor Differenz gegen Abtswind verloren. „Nachdem uns das schon zum vierten Mal passiert ist“, so Schneider, „ist das kein Spiegelbild der gezeigten Leistungen.“

Früh hatte der Trainer seine Formation in der Abwehr verändern müssen, weil Julian Schuhmann im Eifer des Gefechts von Peter Mrugalla unterhalb des Knies erwischt worden war und nicht mehr schmerzfrei laufen konnte. Der eingewechselte Marco Endres, kein gelernter Innenverteidiger, verschätzte sich später und erleichterte dem Gegner durch seinen Stellungsfehler den Treffer zum Sieg. Dass Kitzingen der Drang nach vorne fehlte, lag auch an einer taktischen Finesse der Abtswinder: Der 18-malige Torschütze Pascal Kamolz war nicht als Mittelstürmer aufgelaufen, sondern als Randfigur auf dem linken Flügel. Das Kalkül des Spitzenreiters lag darin, den offensivstarken Kitzinger Außenverteidiger Oliver Stark zu zähmen – was auch die längste Zeit gelang.

„Auf dem großen Platz habe ich mich nicht getraut, mit zwei Angreifern zu spielen“, sagte Abtswinds Trainer Jochen Seuling. „Bei der 0:3-Niederlage im Pokal ist das hier grandios in die Hose gegangen.“ Oliver Stark konnte sich nicht wie sonst am Spielaufbau beteiligen und mithilfe seiner Schnelligkeit nach vorne stoßen. Erst als Kamolz zum Ende hin in Folge der Auswechslungen in die Mitte rückte, bekam Stark mehr Raum. Das intensiv geführte Spiel im Mittelfeld ließ den Akteuren sowieso wenig Raum und Zeit zum Handeln. Ein zusätzliches Erschwernis war der tiefe und teils mit Sand aufgefüllte Untergrund. So blieb das spielerische Niveau dürftig. Oder wie Jochen Seuling es formulierte: „Das war heute kein Filetstück.“