In der Tabelle sind die Kitzinger Bayern nicht vom Fleck gekommen. Durch ihren 2:0 (0:0)-Sieg gegen den TuS Frammersbach haben sie gleichwohl einen Schritt nach vorne getan: Mit dem Abstiegskampf muss sich das Team von Trainer Wolfgang Schneider vorerst nicht vertraut machen. Für den Dritten der vorigen Saison wäre das ein geradezu abwegiger Gedanke. So begnügen sich die Kitzinger in der ohnehin unerwarteten Leidenszeit mit Erfolgen wie am Samstag: Statt spielerischer Glanzstücke liefern sie elementare Stilmittel wie Kampf und Einsatzwillen, um zu reüssieren – anders scheint es nicht zu funktionieren. „Auf nichts anderes kommt es momentan an“, stellte Trainer Schneider fest, „obwohl die Mannschaft viel mehr spielerische Anlagen hat.“

So kam es, dass die Bayern ihrem Gegner über die gesamte Spieldistanz nicht eine einzige Chance zugestanden. Eine günstige Konstellation, um nicht schon wieder zu verlieren. Im Gegensatz dazu fiel es den Hausherren schwer, selbst einmal in den Strafraum der Frammersbacher einzudringen. Zur Not halfen Schüsse aus der Distanz wie die von Simon Pauly und Tolga Arayici in der ersten Hälfte. Unmittelbar vor der Pause prüfte Stefan Güntner nach einem Überraschungsangriff Markus Fischer im Gäste-Tor, ehe Pauly knapp an einem Eckball vorbeiflog.

Kitzingens Harmlosigkeit währte beinahe eine Stunde. Bloß gut, dass Frammersbach, eine Mannschaft, für die es um nichts anderes als den Klassenverbleib gehen wird, keinen Deut besser war. Kitzingens Simon Pauly aber löste den Knoten. Der Angreifer zauderte nicht, als er auf einmal freie Schussbahn bekam – und setzte den Ball aus sechzehn Metern Entfernung ins Eck (57. Minute). „Ein Führungstor gelingt uns ja nicht häufig“, sagte Wolfgang Schneider. „Dieses 1:0 hat uns jedoch Sicherheit gegeben.“ Und auch die neu ins Spiel aufgenommenen Stefan Schöderlein und Andreas Herrmann brachten deutliche Belebung. Einiges erinnerte an die unbeschwerte Kombinationsfreude früherer Tage.

In den verbleibenden 25 Minuten erspielten sich die Bayern nicht weniger als sieben große Chancen. Einmal traf Arayici nur die Latte, dann machte es ihm Pauly gleich. Ein als Hereingabe gedachter Freistoß Schöderleins geriet zum Torschuss, bevor Pauly ein mustergültig vorgelegter Ball statt an den Innenrist gegen den Unterschenkel prallte. Beim letzten Konter war Pauly wieder besser eingestellt: Auf Herrmanns Vorlage voll-endete er zum 2:0 (84.). „Wir müssen unsere Situation annehmen, wie sie ist“, stellte Wolfgang Schneider fest. „Ich hatte den Eindruck, die Mannschaft hatte das diesmal auch verinnerlicht.“

Kitzingen: Mario Bodendörfer; Marco Endres, Marcel Geitz, Phillip Schlarb, Joachim Hupp, Stefan Güntner, Shawn Hilgert (70. Andreas Herrmann), Felix Straßberger, Tolga Arayici (81. Vella Zeka), Ahmed Bakare (62. Stefan Schöderlein), Simon Pauly.

Tore: 1:0 Simon Pauly (57.), 2:0 Simon Pauly (84.). Schiedsrichter: Jan Hoffmann (Nürnberg). Zuschauer: 140.