Auch der sechste Anlauf, den ersten Heimsieg dieser Saison zu erzielen, hat den Kitzinger Bayern nicht zum gewünschten Erfolg verholfen. Mit 1:3 (0:1) unterlagen sie am Samstag dem Vorjahres-Zweiten Viktoria Kahl. Während Gästetrainer Muhamed Preljevic nur mit dreizehn Spielern an den Bleichwasen gereist war, veränderte Kitzingens Wolfgang Schneider die Ausrichtung seiner Elf durch eine personelle Rochade. Ahmed Bakare besetzte neben Marco Endres das defensive Mittelfeld, Joachim Hupp über links und der zuletzt mit einem Treffer erfolgreiche Marcel Reuther über rechts agierten auf den Außenbahnen im offensiven Mittelfeld.

Den mitgegebenen Auftrag, einen individuell und offensiv starken Gegner frühzeitig bei der Ballannahme zu stören und dadurch dessen Aktionen zu unterbinden, setzten die Kitzinger nicht ausreichend genug um. „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, da wir zu weit weg vom Gegner standen“, erkannte Schneider. Noch in der Anfangsviertelstunde gehörten die ersten Aktionen den Gästen, die allerdings nur im Ansatz zu Torgefahr neigten. Mitte der ersten Hälfte wurde das Spiel ausgeglichener, wobei vor allem im Mittelfeld große Räume angeboten, aber nicht genutzt wurden. Kitzingens erster und einziger Vorstoß endete in den Fängen von Kahls Torhüter Andreas Wagner, der im Herauslaufen den Ball vor dem steil geschickten Daniel Endres erreichte.

Es hatte sich wenig ereignet, bis Bastian Schwalbe nach Aydin Gökhans Ecke frei am langen Pfosten die Führung für Kahl erzielte. „Wo er zum Kopfball kommt, darf bei einem Eckball keine Lücke entstehen“, tadelte Schneider das von seiner Entstehung her vermeidbare, da aus einem Stellungsfehler entstandene Gegentor. Nach vorne boten die Seinen nichts weiter an, und so sprach der Trainer über die erste Halbzeit von einer der schwächsten in dieser Saison.

Die Einwechslungen von Simon Pauly und Marcel Geitz brachten Schwung, zumal die Bayern nach dem Wechsel auch ihr Spiel gegen Ball und Gegner verbesserten. „Wir haben nichts verändert, aber das von Beginn ab Abgesprochene besser umgesetzt“, so Schneider. Kitzingen bot mehr Einsatz und kam dem Ausgleich am nächsten, als Hupp am gegnerischen Fünf-Meter-Raum eine Hereingabe Paulys nur um Zentimeter verpasste.

Als nach Gökhans Eckball erneut ein konsequentes Eingreifen fehlte, schoss Steffen Fuchs den Ball aus kurzer Distanz erst gegen die Latte, bevor Schwalbe ins Tor traf. „In unserer besten Phase, als wir dem Ausgleich nahegekommen waren, fiel das zweite Gegentor“, stellte Schneider fest. Seine Mannschaft hatte sich durch eine unaufmerksame Aktion selbst um den Aufwand der vorherigen Viertelstunde gebracht. Kahl verpasste die Vorentscheidung, als Patrick Smith den Ball über den aus seinem Tor stürmenden Mario Bodendörfer nur an den Pfosten hob.

Im Gegenzug zeigten die Bayern einen ihren sehenswertesten Angriffe, als der Ball den Strafraum entlang nach rechts zu Julian Schuhmann gepasst wurde und der aufgerückte Innenverteidiger eine scharfe Hereingabe schlug. Auf Höhe des zweiten Pfostens verwandelte Marcel Geitz ohne langes Zögern zum Anschluss. Die Kahler wollten eine Abseitsstellung erkannt haben, doch fiel das Gespräch zwischen dem Schiedsrichter und seinem Assistenten zugunsten der Kitzinger aus.

Kitzingen drängte nach dem Anschlusstor, traf allerdings auf einen defensiv gut stehenden Gegner, der bis auf Reuthers Schuss nach Rückpass von Hupp keine Gelegenheiten zuließ. In der vorletzten Minute voll-endete Gökhan nach Daniel Meißners Vorlage einen Konter der Gäste zur Entscheidung. „Kompliment an meine Jungs, sie wollten unbedingt gewinnen, da wir uns nach zuvor vier Niederlagen in einer schwierigen Lage befunden hatte“, sagte Trainer Preljevic.

Dabei hatte sich seine Elf in der zweiten Halbzeit zu sehr auf das Verteidigen konzentriert und bei Balleroberungen nicht schnell genug nach vorne umgeschaltet. An einer spielerischen Linie hatte es bei den Bayern dagegen bislang am wenigsten gefehlt – diesmal schon. Einerseits sind schwankende Leistungen im Saisonverlauf normal, andererseits können die Kitzinger Bayern diese im Moment überhaupt nicht brauchen.

Die Statistik zum Spiel

Bayern Kitzingen – Viktoria Kahl 1:3 (0:1)

Kitzingen: Mario Bodendörfer; Philipp Schlarb (46. Simon Pauly), Joachim Hupp, Ahmed Bakare, Christopher Lenhart, Johannes Dürr (72. Jannik Feidel), Julian Schuhmann, Felix Straßberger (48. Marcel Geitz), Marco Endres, Daniel Endres, Marcel Reuther.

Kahl: Andreas Wagner; Sergej Rieger, Steffen Fuchs, Patrick Smith, Benedikt Hotz, Tim Müller,

Dennis Rung (77. Daniel Meßner), Gökhan Aydin, Dorian Tobollik, Bastian Schwalbe (82. Julian Mbuku), Manuel Krapp.

Schiedsrichter: Marcel Bargel (Bad Staffelstein).

Gelbe Karten: Dürr, Daniel Endres.

Zuschauer: 123.

Tore: 0:1 Bastian Schwalbe (32., Kopfball nach Ecke), 0:2 Bastian Schwalbe (60., nach Abpraller), 1:2 Marcel Geitz (65., Vorlage Julian Schuhmann), 1:3 Gökhan Aydin (89.).