TSV Abtswind - Bayern Kitzingen 0:1 (0:0).

Mit 1:0 revanchierte sich Bayern Kitzingen am bislang wärmsten Tag des Jahres für die im Hinspiel erlittene Niederlage. Von Beginn an legten die Gäste hohes Tempo vor, drängten auf den Gegner bei dessen Ballbesitz. Dadurch hoben sie das Aufbauspiel von Abtswind aus den Angeln und erspielten sich erste Chancen der Partie, als Tolga Arayici den Ball an der Seitenlinie erobert hatte, auf das Tor zog und aus 25 Metern knapp darüber schoss.

"Das eine oder andere Mal gingen wir nicht entschlossen genug auf den Gegner. So hätten wir bestimmt mehr Möglichkeiten bekommen, denn hinten hatten sie dadurch ihre Schwierigkeiten", stellte Kitzingens Trainer Thomas Latteier fest. Auch Abtswind brachte bei hohen und langen Bällen nach vorne die gegnerische Abwehr in Bedrängnis. Die besseren Chancen in der Anfangsviertelstunde hatten aber die Gäste. So flankte der auf links nach vorne gestoßene Stefan Schöderlein ins Zentrum, wo Simon Pauly lauerte und den Ball nur wenige Zentimeter über das Tor köpfte. "Wir wollten anfangs etwas mehr Druck machen, aber schafften das nicht", bemerkte Abtswinds Trainer Carsten Weiß.

Fortan gestaltete seine Mannschaft das Spiel ausgeglichener, doch zwingende Chancen ergaben sich auf beiden Seiten keine mehr. Mitte der ersten Hälfte musste Latteier auswechseln, für den schon angeschlagenen Christopher Lenhart schickte er den routinierten Stefan Ruhl aufs Feld: "Er trainierte die ganze Woche nicht. Nach 20 Minuten wurde seine Verletzung wieder so arg, dass er Probleme bekam." Beide Teams drosselten nach einer halben Stunde ihr hohes Anfangstempo, zeigten aber trotzdem eine laufintensive und engagierte Vorführung. Nach einem von David Schad auf rechts gestarteten Angriff leitete Kim Kruezi zum freistehenden Peter Mrugalla weiter, doch Abtswinds Angreifer schob den Ball neben das Tor. "Wir hatten alleine in der ersten Halbzeit drei große Chancen", zählte Weiß zusammen, "so bitter kann Fußball eben sein."


Gemütlichkeit nach dem Seitenwechsel



Nach dem Seitenwechsel ließen es beide Teams gemächlicher angehen, was den Gästen entgegenkam: "Wir wollten auf ein Unentschieden spielen. Deshalb versuchten wir, so lange wie möglich die Null zu halten und uns vielleicht vorne doch noch die eine oder andere Chance zu erarbeiten", erklärte Latteier. Doch in der zweiten Hälfte wurde sein Team vor dem gegnerischen Tor nicht mehr auffällig. Abtswind besaß größere Anteile und kam durch Schad und Kruezi zu weiteren Chancen. Kitzingen tauschte mit seinem dritten Wechsel den auch angeschlagenen Arayici gegen Florian Warschecha aus. "Bei Tolga wussten wir, dass es irgendwann nicht mehr reicht, in der zweiten Halbzeit biss er sich aber noch lange durch", sagte sein Trainer.

Zehn Minuten waren in einer von einigen versteckten Fouls begleiteten Partie, die nun auf ein Unentschieden hinauszulaufen schien, noch zu spielen, als Soumah Aboubacar gegen Benedikt Schraud unnötig hart einstieg, was in der folgenden Aufregung über das Foul in einer verbal hässlichen Entgleisung gegen Kitzingens dunkelhäutigen Abwehrspieler gipfelte. Schiedsrichter Alexander Bergmann, souveräner Leiter der Begegnung, notierte den Vorfall und sprach einen Platzverweis gegen die mit Worten ausfällig gewordenen Person auf der Bank aus, die sich zuvor durch Gesten von Aboubacar provoziert gefühlt hatte. "Ich war in Abtswind selbst Trainer, deshalb tut es mir besonders weh, dass ein Spieler vom anderen Verein durch Verantwortliche beleidigt wird. Dabei ist es egal, was unser Spieler dazu beitrug, denn derartige Aussagen gehören sich einfach nicht", äußerte sich Latteier nach dem Spiel kurz zum unschönen Vorfall.

Nach der Unruhe stellten seine Mannen schneller wieder die Konzentration her, lancierten den entscheidenden Angriff, den Mario Schmidt, laut seines Trainers "der wohl fitteste Spieler unserer Mannschaft", zum Tor des Tages vollendete. "Wir waren danach unsortiert, das nutzte der Gegner sofort aus", beobachtete Weiß, "aber ich glaube, dass wir über 90 Minuten engagierter waren." Sein Gegenüber räumte ein: "Vielleicht war es ein glücklicher Sieg für uns. Aufgrund des gesamten Spiels war unser Sieg wohl auch ein bisschen verdient."