FUSSBALL: KREISLIGA

Bayern Kitzingen fehlt die Beständigkeit

Vor einer Woche noch satte sechs Treffer, nun ein behäbiges 0:0 in Marktbreit: Für die eigenen hohen Ansprüche bleiben die Kitzinger noch zu häufig unter ihren Möglichkeiten.
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Drückt man beide Augen zu wie der Marktbreiter Daniel Mertins (hinten) und Kitzingens Szymon Phouthavong (rechts), muss man mit dem 0:0 wohl zufrieden sein. Foto: Eike Lenz

 Vergangene Woche noch hatten die Kicker Bayern Kitzingens ihren Zuschauern ein torreiches Fußballfest geboten: Mit 6:1 schlugen sie den SV Bütthard. Beim Absteiger FG Marktbreit/Martinsheim lieferten sie dann am Samstag eine Leistung zum Vergessen und bestätigten einmal mehr den Eindruck der ersten Saison-Wochen: Der Vizemeister der vergangenen Saison befindet sich dieser Tage noch immer auf der Suche nach der Konstanz, die die eigenen Ambitionen stillt.

Konsterniert verließ nicht nur der Kitzinger Sportleiter Erwin Klafke das Sportgelände in Marktbreit. Auch der Teil des Publikums, der es mit den Bayern hält, zog enttäuscht von dannen nach dem, was man soeben gesehen hatte: nämlich ein tristes Fußballspiel ohne Tore und große Höhepunkte.

Und wenn es dann doch einmal gefährlich wurde, dann geschah das eher vor dem Kasten von Kitzingens Torwart Florian Nöth. Im ersten Teil der Partie hatten sich die beiden Mannschaften nahezu neutralisiert. Das sah auch Kitzingens Spielertrainer Tim Reiner so. „Wir wollten das Zentrum schließen. Zwar lösten wir es taktisch nicht gut, aber der Gegner hatte auch nicht die Mittel, das auszunutzen und uns wehzutun.“ Was zumindest für die 45 Minuten vor der Pause galt.

Denn danach boten sich durchaus Möglichkeiten. Nach einem Freistoß Felix Naglers segelten gleich zwei seiner Mitspieler knapp am Ball vorbei (54.), und in der Schlussphase klärte zweimal Nöth in höchster Not. Erst parierte er im Eins-gegen-Eins gegen Daniel Mertins (78.), dann kratzte er auch noch einen Kopfball Alexander Naglers von der Linie (87.). „Er hat uns vor einem Rückstand bewahrt“, wusste auch Tim Reiner, bei wem er sich zu bedanken hatte, dass seine Elf einen Punkt mit an den Bleichwasen nahm.

Von seinen Schützlingen war auch nach dem Seitenwechsel viel zu wenig gekommen. Mehr als den Schuss Sandro Especiosas kurz nach Seitenwechsel, den Torwart Benjamin Stör abwehrte, hatten die Bayern offensiv kaum zu bieten, trotz besserer Raumaufteilung und greifender Mechanismen.

Immer wieder blieb es bei guten Ansätzen, denen es an letzter Konsequenz fehlte. „Einigen guten Kombinationen mangelte es am entscheidenden Pass“, sagte auch Reiner. Der Kitzinger Trainer sprach von einem Abnutzungskampf. Intensiv und aggressiv in den Zweikämpfen wollten die Seinen agieren, was ihnen aber zu selten gelang, so dass dem letztwöchigen Torfestival eine stimmungsdämpfende Nullnummer folgte, bereits die vierte Punkteteilung in dieser Spielzeit. „Wir haben aktuell zu viele Unentschieden auf dem Konto“, stellte Reiner fest.

Nach der so unglücklich verlaufenen Relegation der vergangenen Saison hat sein Team eigentlich an Qualität gewonnen und den Titel als Ziel ausgegeben. Die höherklassig erfahrenen Neuzugänge wie Mathias Brunsch (der am Samstag kurzfristig ausfiel), Sahin Cangul oder Johannes Gehring, die allesamt zum Stammpersonal gehören, hätten sich zwar problemlos eingefügt – nur auf dem Platz sei die höhere Qualität noch zu selten zu sehen.

„Ich möchte nicht von einem Fehlstart sprechen, weil wir auch sehr gute Momente hatten. Aber zufrieden sind wir mit der bisherigen Ausbeute nicht“, sagt der Angreifer. Ein wenig mehr als vier Siege aus neun Spielen hätte es schon sein dürfen. Gefallen hätten ihm vor allem die Auftritte gegen Geroldshausen, Bütthard oder Dettelbach – sowohl vom Spielverlauf als auch vom Ergebnis her. Sogar bei der einzigen Niederlage gegen Eibelstadt habe man den Gegner in der ersten Halbzeit dominiert.

„Wir hatten in einigen Spielen viele gute Phasen“, stellt Reiner fest, „aber eben auch Momente, in denen wir passiv werden und dann nicht an unser Leistungsniveau herankommen.“ Deshalb sei es noch nicht so, wie er und sein Trainerkollege Thomas Hofmann sich das vorstellen. Es fehle schlicht an der nötigen Konstanz. Und diese gelte es sich nun über Trainingsarbeit zu erarbeiten, um am Ende dort zu stehen, wo sich die Kitzinger gerne sähen: an der Tabellenspitze und kommende Saison in der Bezirksliga.

Die Statistik des Spiels
Marktbreit/Martinsheim: Stör – Alexander Nagler, Felix Nagler, Gebert, Stumpf, Hupp, Walther, Ambrosch, Quentzler, Ott, Marvin Endres. Eingewechselt: Hofstetter (81.), Mertins (51.).
Kitzingen: Nöth – Schlarb, Waigandt, Tom Reiner, Phouthavong, Especiosa, Felix Straßberger, Gaubitz, Geitz, Reuther, Tim Reiner; Eingewechselt: Maaß (46.), Solick (74.), Gehring (78.).
Schiedsrichter: Holger Geis (Unterpleichfeld). Zuschauer: 150. Gelb-Rot: Szymon Phouthavong (Kitzingen, 90., wiederholtes Foulspiel).
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