Franziska Wagenhäuser steht vor ihrer ersten Championatsteilnahme. Beim ersten nationalen Vergleich setzte sich die 16-jährige Voltigiererin vom Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach vor wenigen Wochen beim sogenannten „Preis der Besten“ in Deutschlands Pferdesport-Mekka Warendorf klar gegen die Konkurrenz durch. Damit machte die U 18-Pferdeakrobatin einen großen Schritt in Richtung Nominierung für die Junioren-Europameisterschaften, die in diesem Jahr im ungarischen Kaposvár ausgetragen werden.

Bundestrainerin Ulla Ramge setzte die Unterfränkin auf die sogenannte Longlist, auf der sie nun als aussichtsreichste deutsche Kandidatin gilt. „Franziska hat mich vor allem mit ihrer letzten Kür richtig überzeugt“, kommentierte Ramge die Leistung der jungen Frau, die gemeinsam mit ihrer Trainerin Annette Müller-Kaler und ihrem Pferd Robbie Naish den Weg nach Westfalen angetreten hatte und mit ihrer Choreografie zu den Klängen des Smetana-Klassikers „Die Moldau“ die Wertungsrichter überzeugte.

Zu Beginn des Turniers hatte Wagenhäuser zwar noch nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen können. Doch im vierten und letzten Umlauf setzte sie dann mit einer nahezu fehlerfreien Darbietung ein klares Zeichen und verwies in der Endabrechnung mit 7,516 Punkten ihre Konkurrentinnen Chiara Congia (Rheinland-Pfalz/7,451) und ihre bayrische Landesverbandskollegin Maya Eisenbarth (München/7,323) auf die weiteren Podestplätze.

Wagenhäuser trat damit zugleich in die Fußstapfen ihrer Vereinskollegin Miriam Esch. Die U18-Vize-Europameisterin der Junioren aus dem vergangenen Jahr wechselte kürzlich altersbedingt aus dem Lager der Junioren zu den „Großen“. „Dass wir so schnell wieder an diese Erfolge anknüpfen können, ist fantastisch“, freut sich Trainerin Müller-Kaler.

Der weitere Sichtungsweg führt das Trio Wagenhäuser/Müller-Kaler/Robbie Naish vom 26. bis 29. Juni zum internationalen Turnier ins sachsen-anhaltinische Krumke, in dessen Anschluss die deutschen Vertreter für die kontinentalen Titelkämpfe bekannt gegeben werden. Sollte die 16-jährige Schülerin erneut ihre Leistung abrufen können, steht der Fahrt nach Ungarn nichts mehr im Wege.