Eine Viertelstunde vor Schluss wurde sie mit dem Applaus der Zuschauer vom Feld begleitet. Sandra Abersfelders Arbeitsnachweis las sich wie ein kurzes Spielprotokoll. Alle drei Tore zum 3:0 (2:0)-Sieg der Ihren hatte die 24-Jährige erzielt, ragte beim TSV Frickenhausen im Lokalderby gegen Dettelbach und Ortsteile dank ihrer Stärke im Abschluss heraus.

Spielerisch könnte es in dieser Landesliga-Saison nur wenige Mannschaften geben, die den Fußballerinnen aus dem Weinort im Landkreis Würzburg etwas vormachen werden. „Wir dürfen hochzufrieden sein. Wir spielten sehr gut zusammen, trafen vorne drei Mal und ließen hinten so gut wie nichts zu. Am Ende gingen wir als verdienter Sieger vom Platz“, fasste Spielertrainerin Anika Höß das Geschehen auf dem hoch über dem Maintal, inmitten von Weinreben gelegenen Sportgelände am Geheu zusammen. Dass das Spiel vornehmlich in eine Richtung und dabei über Abersfelder laufen werde, wurde schnell deutlich, als Frickenhausens Stürmerin mit einem Lupfer aus kurzer Distanz an Dettelbachs Torfrau Dominique Göpfert scheiterte.

Nur zwei Minuten später, nachdem ihr Katrin Hauck den Ball in den Lauf gepasst hatte, erzielte Abersfelder die Führung. Dettelbachs einzige Aktion der ersten Viertelstunde war ein Schuss von Sandra Winkler über das von Anja Schreck gehütete Tor der Gastgeberinnen. In Abwesenheit ihres flitternden Trainers Jürgen Thomaier betreute Alexander Rettner die personell geschwächten Gäste, die zusätzlich nach wenigen Sekunden Spielführerin Tanja Müller ersetzen mussten. „Bei unserem schmalen Kader wird es zunehmend enger. Wir haben derzeit nur 14 Spielerinnen. Jetzt sieht es auch bei Tanja nach einem Bänderriss aus“, informierte Rettner. So hoffen die Dettelbacherinnen, dass zumindest Carmen Iff in der nächsten Woche wieder eingreifen kann.

Ohne Müller und die ebenfalls fehlende Stefanie Groha in der Abwehr wehrte sich der Aufsteiger nach Möglichkeiten, gerieten aber durch einen lehrbuchmäßigen Kopfball von Abersfelder, die höher als alle sie umringenden Verteidigerinnen sprang, höher in Rückstand. Als Göpfert einen Schuss von Hauck gehalten hatte, leitete die Torfrau eine zweite Chance der Dettelbacherinnen ein, indem Sandra Henig im Strafraum dribbelte, von Abwehrspielerin Kim Kißler aber abgedrängt wurde, so dass Schreck den Ball sicher aufnahm. Die beste Gelegenheit der Gäste hob Rettner nach dem Spiel hervor: „Wenn der Kopfball ins Tor geht, läuft die zweite Halbzeit anders“, trauerte er dem aussichtsreichen Abschluss von Winkler nach Henigs Flanke, der letzten Aktion des ersten Durchgangs, nach.

Kaum hatte der zweite begonnen, schaltete Abersfelder wieder auf Angriff, verdingte sich aber nun als Vorlagengeberin. Pfeilschnell über rechts legte sie für Nadja Kullmann und – nach deren Sprint aus der eigenen Hälfte an den gegnerischen 16-Meter-Raum – für Anika Höß auf. In der ersten Viertelstunde nach Seitenwechsel verhinderte Göpfert mit zahlreichen Paraden einen höheren Rückstand. „Nici hat sehr gut gehalten, das war eine starke Leistung von ihr“, sprach Frickenhausens Spielertrainerin der gegnerischen Torfrau ihr Kompliment aus. Eine Hauck-Hereingabe von der bei Dettelbach offenen linken Abwehrseite touchierte nach einer Stunde die Querlatte. Wenige Momente später flanke Höß butterweich von links ins Zentrum, wo Abersfelder lauerte und den Ball mit dem rechten Außenrist zu ihrem dritten Tor unter das Gestänge schlenzte. Anschließend nahm Frickenhausen das Tempo aus dem Spiel, wodurch Dettelbach mehr Anteile bekam. „Wir hatten den Gegner sehr gut im Griff. Erst in den letzten 20 Minuten wurde es etwas problematischer“, stellte Höß fest, ohne aber den Sieg in Gefahr zu sehen, denn Schreck hielt in der Schlussphase fest, was auf das von ihr gehütete Tor kam. „Drei Spiele ohne Niederlage sind ein viel besserer Start als im letzten Jahr. Auch die Zuschauer nehmen von außen wahr, dass wir spielerisch anders auftreten“, hob Höß den Wandel ihrer spielfreudigen Mannschaft und im Satz danach die offensiven Qualitäten hervor. „Bei uns kann jede Spielerin den Ball annehmen, schießen und ein Tor erzielen.“ Momentan sind im Angriff alle Augen auf Sandra Abersfelder gerichtet. In den drei bisherigen Spielen erzielte sie sieben Tore.

Landesliga Nord Frauen
 
ETSV Würzburg II – SV Reitsch 1:2  
TSV Neudorf – SV Weinberg II 0:3  
FC Pegnitz – FC Schweinfurt 05 6:0  
TSV Frickenhausen – Dettelbach und Ortsteile 3:0  
SV Neusorg – SV Frensdorf 4:5  
 
1. (2.) FC Pegnitz 4 4 0 0 14 : 0 12  
2. (1.) ETSV Würzburg II 4 3 0 1 14 : 4 9  
3. (3.) SV Leerstetten 3 2 1 0 11 : 5 7  
4. (4.) TSV Frickenhausen 3 2 1 0 11 : 5 7  
5. (8.) SV Reitsch 3 1 1 1 3 : 4 4  
6. (10.) SV Weinberg II 4 1 1 2 6 : 8 4  
7. (9.) SV Frensdorf 4 1 1 2 10 : 13 4  
8. (7.) SV Neusorg 4 1 0 3 8 : 13 3  
9. (5.) Dettelbach und Ortsteile 3 1 0 2 2 : 7 3  
10. (6.) TSV Neudorf 4 1 0 3 7 : 14 3  
11. (11.) FC Schweinfurt 05 4 0 1 3 5 : 18 1  

Die Statistik zum Spiel

TSV Frickenhausen – Dettelbach und Ortsteile 3:0 (2:0)

Frickenhausen: Anja Schreck, Kim Kißler, Carolin Brand (46. Denise Stich), Manuela Schlör, Sabine Müller, Nadja Kullmann, Katrin Hauck, Jennifer Döll, Anika Höß, Sandra Abersfelder (75. Sarah Schmidt), Simone Barthel (86. Julia Wasserbauer).

Dettelbach: Dominique Göpfert, Dorothea Schad, Katharina Bankl, Lisa Döllinger (56. Monika Gistel), Melanie Knöpflein, Julia Rohmann, Sandra Henig, Tanja Müller (3. Anna-Amanda Thormann), Anna Fries, Sandra Winkler, Denise Thurn.

Schiedsrichter: Harald Knof (FG Marktbreit-Martinsheim).

Zuschauer: 125.

Tore: 1:0 Sandra Abersfelder (7.), 2:0 Sandra Abersfelder (18.), 3:0 Sandra Abersfelder (63.).

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