Fußball

Abtswinds zweiter Pokalstreich

Landesligist wirft nach Murphy-Freistoß auch Alemannia Haibach aus dem Pokal
Artikel drucken Artikel einbetten
und los: orabge TW Patrick Emmel,weiß Jörg Otto, re 16 Moritz Kirchner und weiter. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Der TSV Abtswind sorgt im Pokal weiter für Furore. Nach dem deutlichen Erfolg über den Würzburger FV (5:2) vor einer Woche warf der Landesligist in der zweiten Qualifikationsrunde auf Verbandsebene die eine Liga höher angesiedelte Elf des SV Alemannia Haibach mit einem 1:0 (1:0) aus dem Wettbewerb. Als eine von 64 höherklassigen Mannschaften, die noch im Pott sind, darf der TSV auf ein attraktives Los am 12. August hoffen.

Der Pokal ist immer so eine Sache für Abtswinds Trainer Thorsten Götzelmann. Ihn störe das ein wenig in der Vorbereitung auf die am Donnerstag beginnende Runde, hatte er im Vorfeld zugegeben. Er nutzte die Gelegenheit nicht, um eine mögliche Startformation für den Rundenbeginn gegen Höchberg auszuprobieren, sondern rotierte seinen Kader durch. Am Tag danach stand noch ein Test gegen das Landesliga-Ost-Team vom TSV Kornburg an, in beiden Spielen ließ er alle aktuell einsatzfähigen Kräfte ran. „Eine Startformation für Höchberg habe ich jetzt aktuell noch nicht im Kopf“, gab Götzelmann zu.

Es ließ sich aber bereits manches erkennen im an einigen Stellen aufgebesserten Abtswinder Kader. So zeigte etwa der spätere Torschütze Carl Murphy zusammen mit Neuzugang Adrian Graf in der Innenverteidigung, dass sie dort eine gute Rolle einnehmen könnten. „Wir beide haben bei Kickers Würzburg bereits zusammen gespielt. Innenverteidigung macht mir Spaß, da fühle ich mich sicher“, gab der 29-jährige Murphy zu. Die Defensive um das Duo gestattete Haibach erst in der Nachspielzeit eine echte Torchance.

Murphy war es auch, der bereits nach 17 Minuten zum „Tor des Tages“ traf. Sein präzise über die Mauer gezirkelter Freistoß vom rechten Strafraumeck überraschte Haibachs Torwart Patrick Emmel und lag im Netz. „Ich habe mich selbst gewundert, dass ich noch Freistöße schießen kann“, schmunzelte Murphy, der sonst nicht gerade als Torschütze in Erscheinung tritt.

Dafür ist unter anderem Pascal Kamolz zuständig, der die Rolle ganz vorne einnehmen durfte. Kamolz wirkte körperlich sehr präsent und ging recht aggressiv zu Werke, was seine Gegner bisweilen etwas überraschte. Beim Freistoß, der zum Tor führte, hatte ihn Kirchner klar von hinten gerempelt. Auch Kamolz hat mit Cristian Dan Konkurrenz bekommen, die ihn anscheinend belebt. Der Rumäne, ebenfalls von den Würzburger Kickers gekommen, wurde in der Schlussphase eingewechselt und besaß eine gute Kopfballchance (89.) nach einer Hämmerlein-Flanke. Alemannia-Torwart Emmel parierte soeben noch.

Im Spiel gab Abtswind nach der Führung klar den Ton an. Haibach hielt zwar hinsichtlich Ballbesitz und Spielanteilen mit, vorne ging aber nichts. „Wir waren nicht aggressiv genug und meistens 20 Meter vor dem Tor mit unserem Latein am Ende“, analysierte Trainer Klaus Hildenbeutel hinterher. Er hatte seinen nahezu kompletten Kader aufgeboten und bei der Partie zuvor „ein Bayernliga-Spiel“ gesehen. Haibach habe das Spiel keineswegs auf die leichte Schulter genommen. „Der Pokal besitzt für uns großen Stellenwert! Wir hatten zuletzt gegen Burghausen und Unterhaching zweimal über 1000 Zuschauer“, untermauerte er seine Pokalmeinung.

Für Gefahr sorgte im Spiel jedoch meist Abtswind. Pascal Kamolz erwischte einmal den Ball nicht voll aus kurzer Distanz (30.). Eine knappe Viertelstunde später brannte es nach Przemyslaw Szuskiewicz' Direktschuss lichterloh vor dem Haibacher Tor (43.). Schließlich durfte Jörg Otto sein Glück frei vor Torwart Emmel versuchen, scheiterte aber (45.+2.).

Im zweiten Abschnitt besaß Abtswind erneut seine Gelegenheiten, obwohl die Gäste nun energischer auftraten. Im Abschluss wirkte Abtswind etwas zu fahrlässig und spielte seine Konter nicht sauber zu Ende. Vor allem in der Schlussphase, als Haibach öffnete, hätte das 2:0 fallen müssen. In der gefühlt ewigen Nachspielzeit hätte Haibach diese Nachlässigkeit beinahe noch bestraft. Angreifer Christian Breunig durfte völlig frei aus kurzer Distanz köpfen, doch Torwart Warschecha hielt den zu leicht angesetzten Kopfball (90+3.).

TSV-Trainer Thorsten Götzelmann freute sich über den den Sieg gegen den Vorjahres-Zwölften der Bayernliga und lobte seine Schützlinge: „Ich muss meiner Mannschaft Respekt zollen, dass sie körperlich so gut dagegen hielt. Wir waren wohl nicht so schlecht, wenn Haibach erst in der 90. Minute eine Torchance hat“, meinte er. Ein weiterer Fingerzeig für die am Donnerstag mit dem Landesliga-Eröffnungsspiel gegen die TG Höchberg beginnende Saison 2015/16 war es schon, auch wenn Abtswind sicher noch einige Pfeile im Köcher hat.

Die Statistik zum Spiel

TSV Abtswind – SV Alemannia Haibach 1:0 (1:0)

Abtswind: Florian Warschecha, Ben Verberkt, Adrian Graf, Carl Murphy, Przemyslaw Szuskiewicz, Nicolas Wirsching, Jonas Wirth (54. Daniel Hämmerlein), Jörg Otto (64. Tolga Arayici), Constantin Paunescu, Michael Herrmann (76. Cristian Dan), Pascal Kamolz.

Haibach: Patrick Emmel, Mathias Sänger, Mike Kirchner, Moritz Allig, Ephraim Uworuya (82. Jakob Emge), Felix Schäfer (64. Finan Tewelde), Ared Kellner, Matthias Haag (46. Slava Bauer), Christian Huth, Christian Breunig.

Schiedsrichter: Michael Krug (Estenfeld).

Zuschauer: 190.

Gelbe Karten: Kamolz, Herrmann, Verberkt – Allig.

Tor: 1:0 Carl Murphy (17.).

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.