Fußball

Abtswinds erfolgreiche Premiere

Dem Aufsteiger gelingt zum Auftakt der Landesliga-Saison ein locker herausgespieltes 3:0.
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Erfolgreiche Schieflage: Michael Seuling (rechts) und der TSV Abtswind ließen sich bei der Landesliga-Premiere nicht aus der Bahn werfen. Sie bezwangen Daniel Zänglein (links) und den TSV Bergrheinfeld mit 3:0. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Die neue Zeitrechnung im Abtswinder Fußball begann am Samstag um 16.02 Uhr, als Schiedsrichter Florian Badstübner die erste Landesliga-Partie des TSV mit leichter Verspätung anpfiff. Einiges hat sich ja getan, was das Personal im Kader des Klubs betrifft, und so sollte es interessant sein, welchen der Neulinge aus einem üppigen Kader der ebenfalls neue Trainer Jochen Seuling von Beginn an aufs Feld schicken würde und wen nicht. Fünf Neue standen in der Startformation beim 3:0 (1:0) gegen den TSV Bergrheinfeld. Sebastian Otto, Kim Kruezi oder Frederik Weiß saßen draußen, und für manchen der Bankdrücker dürfte das ziemlich ungewohnt gewesen sein.

Der neue Kapitän Dustin Höppner lief, wie bereits in der Vorbereitung, als Innenverteidiger neben Sven Gibfried und vor dem neuen Torhüter Jan Nirsberger auf. Vorne wählte Trainer Seuling mit Philipp Kutzenberger neben Peter Mrugalla die Variante mit zwei Stürmern, daneben zwei flinke Außen mit Michael Seuling und Albert Fischer, was zunächst Vorteile im Spiel brachte, aber wenig Zählbares.

Die erste gefährliche Aktion im zunächst typischen Auftaktspiel mit mancher Portion Sand im Getriebe und Abstimmungsproblemen besaß der Gast aus Bergrheinfeld. Auf Thomas Cäsars Zuspiel fand Frank Schneider aus leicht spitzem Winkel in Torwart Nirsberger seinen Meister (20.). Sonst verfuhr der Gast nach dem Prinzip Sicherheit.

Um 16.36 Uhr folgte der nächste historische Moment in der Abtswinder Fußballgeschichte, eingeleitet von Dustin Höppner, dem Mann für fast alle Standards im Spiel der Gastgeber. Der beidfüßig starke Akteur schickte mit links einen Freistoß aus halbrechter Position aufs Tor von Benedikt Stöcker, der den Ball gerade so zur Seite abwehren konnte. Nicht weit genug, denn Albert Fischer erwischte das Spielgerät, passte quer, und in Simon Wolf durfte ein weiterer Neuer zum ersten Landesligatreffer einschieben (34.). „Super, dass es gleich im ersten Spiel geklappt hat“, freute sich der 22 Jahre alte Maschinenbaustudent aus dem Würzburger Stadtteil Oberdürrbach über seinen Premieren-Treffer. Trainer Seuling hatte den einst bei Kickers Würzburg aktiven von seiner letzten Station in Leinach mit an den Friedrichsberg gebracht.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts wurden die bis dato recht verhalten agierenden Gäste etwas mutiger, was Trainer Jochen Seuling zunächst beunruhigte. „Zu langsam, alles zu langsam“ ging es dem Übungsleiter in vielen Szenen. Allerdings blieb der Gast auch zu harmlos, um Abtswinds Defensive auf den Zahn zu fühlen. Den schließlich entscheidenden Pfeil aus dem reichhaltigen Köcher zog Seuling in Minute 68, als er Kim Kruezi brachte. Der 26 Jahre alte Offensivmann mit albanischen Wurzeln leitete gleich mit seiner ersten Aktion Tor Nummer zwei und damit die Entscheidung, ein. Mit schöner Körpertäuschung hatte er die etwas aufgerückte Bergrheinfelder Defensive seziert und chirurgisch genau auf Peter Mrugalla gespielt. Der flinke Torjäger brauchte frei vor dem Kasten nur noch am Gästeschlussmann vorbeizuschieben zum 2:0 (69.). „Mit dem Peter verstehe ich mich blind, das hätte noch öfter geklappt“, sagte Kruezi, der in der Vorbereitung zuletzt erkrankt ausgesetzt hatte.

Über derartige Spieler-Kaliber verfügte Gästetrainer Berthold Göbel an diesem Tag nicht. „Die haben natürlich ein ganz anders Offensivpotenzial als wir“, musste er später einsehen. Auch sonst blieb seinen jungen Akteuren diesmal nur, die ausgebufftere, auch mal robuste Spielweise der Abtswinder anzuerkennen. Seuling konnte es sich schließlich leisten, mit dem Ungarn Attila Vagner seine neueste Errungenschaft vom Spielerkarussell zu holen. Der erst 21-Jährige aus Pecs hatte sich erst vor gut zwei Wochen beim TSV vorgestellt, wo ihn Mäzen Christoph Mix nicht nur sportlich einstellte.

Zuvor durfte Vagner noch das schön herausgekonterte dritte Tor von außen bewundern, das aus einer Kombination über Mrugalla und dem spielfreudigen Kutzenberger entstand. Defensivmann Daniel Hey vollendete leicht und locker (72.) zum 3:0.

„Das waren drei Punkte, nicht mehr. Aber die brauchst du halt“, sagte Abtswinds Trainer Jochen Seuling anschließend zufrieden. Was im Spiel seiner Mannschaft noch zu verbessern sei, da habe er „noch genügend“ gesehen. Sein Gegenüber Berthold Göbel mochte die Abtswinder Leistung nicht zu hoch hängen. „So werden sie nicht Meister. Sie haben Qualität, vor allem vorne. Aber da gibt es noch fünf oder sechs andere Mannschaften in der Liga.“ Bereits an diesem Mittwochabend rollt der Landesliga-Ball erneut – für die Abtswinder geht es dann zum SV Oberhaid.

Das Spiel in der Statistik

TSV Abtswind – TSV Bergrheinfeld 3:0 (1:0)

Abtswind: Jan Nirsberger; Oliver Döring, Daniel Hey, Sven Gibfried, Dustin Höppner, Albert Fischer, Simon Wolf, Jonas Wirth (48. Frederik Weiß), Michael Seuling (68. Kim Kruezi), Peter Mrugalla (73. Attila Vagner), Philipp Kutzenberger.

Bergrheinfeld: Benedikt Stöcker; Patrick Müller (74. Dominik Hüllmantel), Daniel Zänglein, Frank Stoll, Anselm Doischer, Christian Edelmann, Thomas Cäsar, Nico Mayer, Markus Friedel, Christoph Weeth (78. Jens Hart), Frank Schneider (67. Daniel Größmann).

Schiedsrichter: Florian Badstübner (TSV Windsbach).

Zuschauer: 250. Gelbe Karte: Friedel. Tore: 1:0 Simon Wolf (34.), 2:0 Peter Mrugalla (69.), 3:0 Daniel Hey (73.).

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