Fußball-Landesliga Nordwest

Abtswinds Torwart erlebt Freud und Leid

Mit einer Glanzparade bewahrt Torhüter Irnes Husic den TSV Abtswind vor der ersten Saisonniederlage – und trotzdem ist dem Mann zwischen den Pfosten nach diesem 2:2 nicht zu ausgelassenem Jubel zu Mute.
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Im Blickpunkt: Abtswinds Torwart Irnes Husic fällt in der Schlussphase mit zwei spektakulären Aktionen auf. Foto: Foto: Hartmut Hess

Das hätte noch gefehlt: dass Daniel Bufe in der Nachspielzeit zum Sieg für Leinach getroffen hätte. Mit einer Glanzparade bewahrte Torhüter Irnes Husic den TSV Abtswind am Samstag vor der ersten Saisonniederlage – und trotzdem war dem aus Bosnien-Herzegowina stammenden Mann zwischen den Pfosten nicht zu ausgelassenem Jubel zu Mute. Denn ein paar Minuten vorher hatte er sich einen kapitalen Patzer geleistet und war zum großen Unglücksraben geworden.

Husic hatte das Leder nach einem verpufften Angriff sicher aufgenommen und wollte es möglichst schnell abschlagen, damit seine Stürmer den Gästen noch den Knockout versetzen konnten. Doch der Torwart traf den Ball nicht richtig, drosch ihn einem Leinacher in den Rücken – von dort rollte die Kugel weiter zum Leinacher Sebastian Ott, der sie freistehend ins verwaiste Abtswinder Tor schob und so den 2:2-Endstand markierte.

Abtswinds Trainer Jochen Seuling mochte dem Torwart später keinen Vorwurf machen, und auch über die gesamte Mannschaft ließ Seuling nichts kommen – obwohl sie bis zur 84. Minute mit 2:0 vorne gelegen und vor dem nächsten Heimsieg gestanden hatte. Letztlich musste sie wie zwei Wochen zuvor im Spitzenspiel gegen den SV Pettstadt wieder mit nur einem Punkt zufrieden sein. Auch damals hatten die Abtswinder einen 2:0-Vorsprung noch verspielt.

Seuling wirkte in der ersten Hälfte nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft gegen sein früheres Team. Sie dominierte aber die Begegnung und ging verdientermaßen in Führung. Den frühen Treffer hatten sich die Leinacher selbst zuzuschreiben, doch beim TSV interessierte das keinen. Sebastian Otto spielte diebische Elster, indem er das Leder dem verträumten Johannes Merkle vom Fuß spitzelte in Richtung Albert Fischer. Die beiden früheren Sulzfelder nutzten die unverhoffte Chance kalt, Fischer schickte Otto sofort steil, und der gab Leinachs Torwart Christoph Lang das Nachsehen. Mit einem geschickten Heber von der Strafraumgrenze erzielte er unhaltbar das 1:0.

Lang wehrte einen guten Schuss Kim Kruezis (10.) ab und rettete fünf Minuten später erneut gegen den Abtswinder, als Fischer schön für Kruezi aufgelegt hatte. Der TSV hätte locker höher führen können zur Pause. Husic kam bis zum Seitenwechsel kein einziges Mal in ernste Gefahr, einen Treffer zu kassieren. „Wir haben danach Moral gezeigt“, unterstrich der Leinacher Trainer Horst Gensler, der vor drei Monaten die Nachfolge Jochen Seulings in Leinach angetreten hatte.

Seuling ging das Duell mit seinem vormaligen Klub betont nüchtern an und fand es normal, dass ein Gegner stärker werde, wenn er denn erst einmal 0:2 hinten liegt. Die Abtswinder aber schienen alles richtig gemacht zu haben, denn sie hielten dem Aufbegehren der Gäste eine halbe Stunde stand – und setzten in der 71. Minute, gerade rechtzeitig, den zweiten Treffer: Der eingewechselte Torjäger Peter Mrugalla erzielte sein neuntes Saisontor. Das sollte es gewesen sein, so dachten viele der 120 Zuschauer. Doch dann gelang Matthias Kurz in der 85. Minute der Anschlusstreffer. Und wenig später ebnete Irnes Husic durch sein Missgeschick den Gästen den Weg zum Ausgleich.

„Die Leinacher sind keine Laufkundschaft. Sie haben sich verstärkt wie nie zuvor“, machte Seuling geltend, und er ließ durchblicken, dass er vor dieser Partie mit einem Unentschieden bei einer guten Leistung seiner Elf einverstanden gewesen wäre. Deswegen fand er auch kein Haar in der Samstags-Suppe. Abtswinds Trainer möchte nur er- reichen, dass seine Mannschaft nach Führungen die Torgelegenheiten besser nutzt.

Für einen Aufsteiger steht der TSV Abtswind als Tabellenzweiter bestens da, am Samstag war sogar der Sprung auf den Platz an der Landesliga-Sonne möglich, da Pettstadt in Karlburg nicht über ein 0:0 hinaus kam. „Wir haben in dieser Saison mehr Qualität und Alternativen im Kader“, sagt Manager Christoph Mix. Etliche Verstärkungen, ein breiter aufgestellter Kader und der „intensiv und professionell arbeitende Trainer“, so Mix, lassen seinen Klub auf der Erfolgswelle schwimmen.

Das Spiel in der Statistik

TSV Abtswind – FC Leinach 2:2 (1:0)

Abtswind: Irnes Husic; Daniel Hey, Frederik Weiß, Sven Gibfried, Simon Wolf, Kim Kruezi (70. Michael Seuling), Philipp Kutzenberger (61. Peter Mrugalla), Tobias Werner, Albert Fischer, Jonas Wirth (74. Nino Bozesan), Sebastian Otto.

Leinach: Christoph Lang; Marcel Spahn, Johannes Merkle, Sebastian Ankenbrand, Fabian Kömm (63. Nicolai Kriebs), Johannes Merkle, David Bauer (46. Sebastian Ott), Philipp Christ, Fabian Lichtlein (74. Kevin Ziegler), Daniel Bufe, Matthias Kurz, Andreas Kurz.

Schiedsrichter: Marcel Geuß (Sylbach).

Zuschauer: 120.

Gelbe Karten: Hey; Kömm, Bufe.

Tore: 1:0 Sebastian Otto (6., nach Steilpass Albert Fischer), 2:0 Peter Mrugalla (71., Flachschuss nach Doppelpass mit Otto), 2:1 Matthias Kurz (85.), 2:2 Sebastian Ott (87.).

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