Abtswind

Abtswind will im Kloster plündern

Wiedererstarkte und nach dem Pokalsieg noch selbstbewusstere Seligenportener erwarten den Aufsteiger, dessen Trainer von einer Krise nichts wissen will.
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Bayern Kitzingen in Favoritenrolle

Lässt sich vor dem Auswärtsspiel beim SV Seligenporten nach zuletzt drei Niederlagen eine kleine Krise beim TSV Abtswind erkennen? Das sei auf keinen Fall so, wehrt Trainer Mario Schindler eine solche Bewertung sofort ab, zumal die Ergebnisse in eben diesen drei letzten Spielen nicht unbedingt mit der Leistung seiner Mannschaft übereinstimmten. Die stimmte auch vor einer Woche beim 0:2 in Ammerthal, nur ein Tor wollte trotz allen Drängens nicht fallen. Zuvor gegen Aubstadt waren es von den Abtswindern selbst nicht zu vertretende Umstände, die trotz einer ansprechenden Leistung zu einer Niederlage führten. „Aus den letzten beiden Spielen nehmen wir mit, dass wir fußballerisch durchaus mithalten können“, sagt Schindler.

Jedoch stellt er ebenso fest: „In entscheidenden Momenten fehlen uns noch Reife und Cleverness.“ In der Summe rückten diese Ergebnisse den Aufsteiger tabellarisch in die Nähe der Gefahrenzone. Dort befindet sich momentan auch der zu Hause noch sieglose SV Seligenporten, den Regionalliga-Absteiger allerdings anhand der Tabelle zu bewerten, wäre fatal.

Die Gastgeber stehen zwar vier Plätze unter Abtswind und zählen nur zwei Siege aus den ersten zehn Spielen, doch sind die Seligenportener zugleich seit vier Spielen ungeschlagen und holten vor kurzem acht ihrer zehn Punkte. Dabei punkteten sie nicht nur beim Letzten in Sand, sondern ebenso gegen Aubstadt, Bamberg und Ammerthal, die zum Zeitpunkt des Aufeinandertreffens im oberen Drittel zu finden waren. Während der Woche konnten die „Klosterer“ ihr Selbstvertrauen zusätzlich im Toto-Pokal stärken und warfen im Achtelfinale den Süd-Bayernligisten Rain am Lech aus dem Wettbewerb. Schindler kennt diese Zahlen, doch beeindrucken sie ihn nicht: „Wir wollen nicht Woche für Woche sagen, dass wir zwar gut gespielt, aber nichts geholt haben. Deshalb fahren wir auch nach Seligenporten, um von dort etwas Zählbares mitzunehmen.“

Personell haben die Seligenportener nach dem Abstieg einen großen Umbruch hinter sich. Vor dem Ende der Wechselfrist justierten die Oberpfälzer ihren Kader nach. Sebastian Glasner, in dessen Vita unter anderem Stationen in der zweiten und dritten Liga bei Aue, Burghausen, Cottbus und Bielefeld zu lesen sind, wechselte in den Landkreis Pyrbaum. Der 33-jährige Treuchtlinger spielte in der letzten Saison beim ATSV in Erlangen und soll – ebenso wie der nach einer Pause reaktivierte Fotios Katidis – die offensiven Möglichkeiten Seligenportens erweitern. „Wir dürfen nicht nach den Namen gehen, die andere im Kader haben. Im Moment steht dieser Gegner in der Tabelle hinter uns und deshalb wollen wir dort angreifen“, entgegnet Schindler.

Zumindest sind sich beide Mannschaften nicht ganz unbekannt. Den ehemaligen Schweinfurter Marco Janz, inzwischen nach Seligenporten gewechselt und dort zum Spielführer ernannt, kennen Marcel Ruft, Christopher Lehmann und Max Hillenbrand aus der letzten gemeinsamen Saison bei den Schnüdeln. Der im ersten Halbjahr des letzten Jahres für kurze Zeit in der zweiten Mannschaft der Würzburger Kickers eingesetzte Dino Kardovic stand in einigen Spielen mit den heutigen Abtswindern Adrian Dußler und Pascal Jeni auf dem Platz. Schindler kann in der MAR-Arena außerdem wieder auf die zuvor gesperrten Adrian Graf und Marcel Ruft bei der Besetzung seiner Innenverteidigung zurückgreifen. Auch Lukas Wirth steht ihm wieder zur Verfügung, so dass nur Frank Hartlehnert und Yannik Zunder (im Aufbautraining) sowie Christopher Lenhart und Sven Gibfried (beide verletzt) für einen Einsatz nicht in Frage kommen. Text: jst



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