Fußball-Landesliga Nordwest

Abtswind verspielt 2:0-Führung

Zwiespältige Spitzenspiel-Bilanz für den Abtswinder Stürmer Sebastian Otto: Erst bringt er seine Mannschaft 1:0 in Führung, später verschuldet er den Ausgleich zum 2:2-Endstand.
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Pettstadter Viererbande: Das breiteste Lächeln hat der zweifache Elfmeter-Torschütze Mario Meth (Zweiter von rechts). Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Zwei Spitzenspiele elektrisierten vergangenen Samstag Abtswind. Während sich ein Teil der hiesigen Fußballfans mit ihrem Fanclub zum Spiel des 1. FC Nürnberg gegen Borussia Dortmund aufmachte, zog es die Mehrheit zur Landesliga-Partie des TSV auf heimisches Geläuf. Diese endete 2:2, unentschieden also, wie Begegnung des „Clubs“ in der Bundesliga. In Abtswind hatte ein Mann sogar auf beiden Seiten seinen Anteil daran.

Sebastian Otto servierte mit einem satten Volleyschuss den aus Abtswinder Sicht passenden Auftakt zu einer schwung- und druckvollen Anfangsphase. Mit viel Risiko nahm er Daniel Heys Flanke ab, an der Torjäger Peter Mrugalla und die Pettstadter Abwehr vorbei gesegelt waren, und jagte den Ball nach 31 Minuten zum 1:0 in die Maschen. „Ich habe nicht groß nachgedacht und den Ball einfach volley genommen“, sagte der vor der Runde vom TSV Sulzfeld an den Friedrichsberg gewechselte Spieler ebenso kurz und trocken, wie sein toller Schuss gewesen war.

In der zweiten Szene bestätigte sich wieder einmal eine Fußball-Weisheit, die da lautet: Ein Stürmer sollte sich möglichst vom eigenen Strafraum fernhalten. Als Otto hinten aushalf, erwischte er statt des Balles den Fuß von Pettstadts Sascha Postler. Beide hatten mit hohem Bein versucht, ans Spielgerät zu kommen. „Eine blöde Situation, ich dachte, ich erreiche eher den Ball. Der Schiedsrichter hat zuerst überlegt, ob er Freistoß geben soll“, kommentierte Otto später die Szene. Doch Leopold Kammerer gab Elfmeter, da sich das Vergehen im Strafraum zugetragen hatte. Mario Meth ließ sich auch die zweite Chance nicht nehmen und traf zum 2:2 (74. Minute).

Vor seinem ersten Streich war sich Meth, der nun mit zehn Treffern die Torjägerliste der Liga anführt, nicht so sicher. „Meinen letzten Elfmeter hatte ich verschossen. Es wollte kein anderer Spieler hin, also muss es der Kapitän in die Hand nehmen. Gott sei Dank hat es ja geklappt“, meinte das 28 Jahre alte Kraftpaket. Mit dem 1:2-Anschluss (63.) hatte er Pettstadt wieder ins Spiel gebracht, das bis zu dieser Zeit eindeutig die Heimelf dominiert hatte.

Abtswind war forsch, druckvoll und offensiv gestartet. Viel ging über die linke Seite Kim Kruezis, der diesmal wieder Dustin Höppner als Hintermann hatte, weil Rückkehrer Tobias Werner dessen Part in der Innenverteidigung übernahm. Werner war es, der vor dem Elfmeter zum 1:2 regelwidrig eingeschritten war ge-gen Markus Schnitzer. „Entweder ich grätsche oder er schießt halt aus acht Metern frei aufs Tor“, schilderte Werner die Situation. Der Pettstadter habe sich zudem clever in ihn hinein gedreht.

In der ersten Hälfte hatte Abtswind klare Vorteile – vor allem nach Ecken wurde es meist gefährlich im Gästestrafraum. Nur einmal wurde der TSV aufgeschreckt, als Mario Meth aus der Drehung und quasi aus dem Nichts einen fulminanten Hammer aus gut 30 Metern wider die Latte setzte (39.). Aber das Tor erzielte Abtswind. Nach einer Ecke stand Defensivmann Frederik Weiß goldrichtig, um direkt ins Tor zu treffen.

Danach „schien es so, als laufe das Spiel für uns“, wie Abtswinds Trainer Jochen Seuling sagte. „Bis dahin war es eine eindeutige Angelegenheit.“ Ein Trugschluss, denn der Elfmeter zum 1:2 gab dem Gegner Aufwind – und drehte Spiel. „Ob uns zum Ende hin etwas die Luft ausging? Würde ich nicht sagen. Kompliment an die Pettstadter, sie haben viel investiert“, so Seuling. In der Folge hatten die wie aufgedreht wirkenden Oberfranken Abtswind heftig im Schwitzkasten.

Sie hatten nach dem 1:2 dreimal auf einen Schlag gewechselt, was frischen Wind brachte. Pettstadt übernahm nun mit Mut und starken Zügen die Initiative, drängte gar auf den Sieg. Daniel Kommer wäre ums Haar das dritte Tor gelungen, doch er vergab (79.). Nachher bejubelte der Gast auch den einen Punkt kräftig. Nicht nur Torjäger Meth sah zufrieden aus, wollte aber nichts von Aufstiegsambitionen wissen. „Das sind Punkte gegen den Abstieg, höhere Ziele stecken wir uns erst einmal nicht. Wir waren vorige Saison Letzter der Landesliga.“

Jochen Seuling musste und konnte sich mit dem 2:2 anfreunden, wenngleich ihn die vertane 2:0-Führung grämte. „Wir haben 19 Punkte nach neun Spielen. Wenn ich mich da beklage, wäre das Jammern auf hohem Niveau.“

Das Spiel in der Statistik

TSV Abtswind – SV Pettstadt 2:2 (1:0)

Abtswind: Irnes Husic; Daniel Hey, Tobias Werner, Frederik Weiß, Sven Gibfried, Kim Kruezi (71. David Schad), Jonas Wirth, Sebastian Otto, Albert Fischer, Dustin Höppner, Peter Mrugalla (83. Philipp Kutzenberger).

Pettstadt: Oliver Ochs; Simon Friedrich, Matthias Baldauf (64. Fabio Jentsch), Sven Schwinn (64. Michael Rausch), Josef Lorber, Markus Schnitzer, Lukas Dütsch (64. Sascha Postler), Christian Baier, Daniel Kommer, Mario Meth.

Schiedsrichter: Leopold Kammerer (DJK Oberasbach).

Gelbe Karten: Hey; Friedrich, Kommer, Schnitzer.

Zuschauer: 300 (geschätzt).

Tore: 1:0 Sebastian Otto (29.) 2:0 Frederik Weiß (52.), 2:1 Mario Meth (62., Foulelfmeter), 2:2 Mario Meth (74., Foulelfmeter).

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