Abtswind

Abtswind verlässt die Komfortzone

Der Aufsteiger hat dazu gelernt und punktet beim 3:1 gegen Hof endlich wieder dreifach. Warum die Abtswinder nicht nur ihrem Trainer ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
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Jubelndes Abtswinder Dreigestirn: Max Wolf (links) und Adrian Graf nehmen Torschütze Jürgen Endres in die Mangel.

Der TSV Abtswind darf aufatmen. Nach zwei Niederlagen in Folge und nur einem Tor aus den vergangenen drei Begegnungen schaffte der Aufsteiger am Samstag einen verdienten 3:1 (1:1)-Heimsieg gegen die SpVgg Bayern Hof und ist in der Tabelle mit nun ausgeglichener Bilanz an den Oberfranken vorbeigezogen. Die Abtswinder hatten sich nach anfänglichen Problemen kampfstärker und aggressiver als ihr Gast gezeigt. Zudem verbuchten sie ein deutliches Chancenplus. Vor allem in der zweiten Hälfte hätte ihr Sieg höher ausfallen können.

„Heute haben wir alle ein Lächeln im Gesicht. Wir freuen uns über die drei Punkte“, sagte TSV-Trainer Mario Schindler bei der Pressekonferenz. Dort wurde Schindler gefragt, wie er es in den Tagen zuvor geschafft habe, seine Elf aufzurichten und ihr den zuletzt vermissten Kampfeswillen zu vermitteln. Er habe an seine Schützlinge appelliert, dass sie nun aus der Komfortzone heraustreten müssten, die sie noch in der Landesliga genossen hatten. Im Vorjahr seien die Gegner oft schon mit Angst nach Abtswind gefahren und hätten bisweilen auch so gespielt. Dies sei eine Etage höher vorbei.

In den 90 Minuten zuvor hatten einige der eher defensiv aufgestellten TSV-Akteure gerade vorne oft Gefahr entfacht. So besaß Innenverteidiger Sven Gibfried die erste von etlichen Kopfball-Gelegenheiten (5.), danach wirkte Abtswind allerdings zu passiv. Den Direktschuss Kevin Winters (8.) wehrte Torwart Florian Warschecha noch ab, drei Minuten später ließ die TSV-Defensive Christian Schraps zu lange gewähren. Dessen Zuspiel von außen nutzte der sträflich allein gelassene Matej Kyndl zum 1:0 für Hof (11.). Die Oberfranken beflügelte der Treffer nur wenig. Bei Kontern ließen sie ihr Können aufblitzen, etwa beim Kopfball Kyndls (31.) – sonst blieben sie harmlos. Und anfällig bei hohen Bällen, so beim Ausgleich des starken Nicolas Wirsching. Der lenkte einen Freistoß Dußlers von außen per Kopf ins Tor (38.).

In den zweiten Abschnitt startete Abtswind mit merklich mehr Mumm und Entschlossenheit. Nach einem Konter und Wirschings schön quer gelegtem Ball hätte Max Hillenbrand das 2:1 erzielen müssen (49.), aber er scheiterte am Hofer Torwart Guyon. Kurz darauf vertat Shawn Hilgert die nächste dicke Gelegenheit, als er von Jürgen Endres bedient wurde und in Torwart Guyon seinen Meister fand (55.).

Die Partie wurde offener. Hof bot sich nach einem Konter ebenso eine glänzende Gelegenheit: Hajeks Schuss wehrte Warschecha ab (58.). Schließlich durfte Angreifer Roman Hartleb endlich seinen ersten etwas glücklichen, weil abgefälschten Bayernliga-Treffer für den TSV bejubeln. Nach Michael Herrmanns Rückpass lenkte Hofs Verteidiger Miranda den 16-Meter-Flachschuss Hartlebs unhaltbar für seinen Schlussmann zum 2:1 in die Maschen (63.).

Dies gab Abtswind Auftrieb, das starke Mittelfeld-Dreieck im Zentrum mit Jürgen Endres, Adrian Dußler und Nicolas Wirsching trieb vorne wie hinten an. Dazu zeigte sich die Verteidigung um Adrian Graf und Sven Gibfried zweikampfstark und auch mit guten Momenten nach vorn. Vor dem dritten Tor etwa setzte Graf mit gekonntem Heber Hofs Abwehr matt, und Jürgen Endres lupfte den Ball in Tor-des-Monats-Manier über Guyon zum 3:1 ins Netz (79.).

Das war's, Abtswind ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen, erlitt aber noch einen Rückschlag. Hofs Matej Kyndl fuhr Gibfried derart ungestüm und übermotiviert in die Parade, dass der TSV-Verteidiger mit einer Rippenverletzung vom Feld getragen werden musste (87.) – unverständlich, dass der sonst sichere Schiedsrichter Hofmann dafür nicht einmal die Gelbe Karte zückte.

Nicht nur diese Aktion brachte den Hofer Trainer Alexander Spindler später auf die Palme. Er fand sehr deutliche Worte über das Dargebotene seiner Elf. „Es ist nicht unser Anspruch, dass wir uns heute derart präsentiert haben. Das Frustfoul zum Schluss wardie Krönung. Wir stecken bis zum Hals in der Scheiße.“ Nach oben zu schielen sei derzeit „völliger Quatsch“. Abtswind spielt Mittwoch erneut daheim gegen den FSV Erlangen-Bruck.

Die Statistik des Spiels

TSV Abtswind – SpVgg Bayern Hof 3:1 (1:1)

Abtswind: Warschecha – Herrmann (70. Lenhart), Graf, Gibfried, Wolf (83. Ruft) – Endres, Dußler, Wirsching, Hillenbrand, Hilgert (65. Lehmann) – Hartleb.

Hof: Guyon – Schuberth (66. Kavalir), Guilhermo Miranda (77. Kaan), Chocholousek, Fleischer – Schraps, Feulner, McLemore, Winter (60. Knoll), Kyndl – Hajek.

Schiedsrichter: Hofmann (Heroldsbach).

Zuschauer: 310.

Tore: 0:1 Matej Kyndl (11.), 1:1 Nicolas Wirsching (38.), 2:1 Roman Hartleb (63.), 3:1 Jürgen Endres (79.).

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