Fußball

Abtswind gewinnt auch sein drittes Spiel

Das Abtswinder Fußball-Hoch hält an. Mit einem nicht nur vom Ergebnis her beeindruckenden 5:1 (2:0)-Sieg über den ASV Rimpar hat der Aufsteiger am Samstag den dritten vollen Erfolg im dritten Spiel der Landesliga geschafft.
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Da lacht das Herz: Abtswinds zweifacher Torschütze Peter Mrugalla (links) und sein Mitspieler Philipp Kutzenberger. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Das Abtswinder Fußball-Hoch hält an. Mit einem nicht nur vom Ergebnis her beeindruckenden 5:1 (2:0)-Sieg über den ASV Rimpar hat der Aufsteiger am Samstag den dritten vollen Erfolg im dritten Spiel der Landesliga geschafft. Die Mannschaft sonnt sich damit vor dem ebenfalls noch verlustpunktfreien FC Leinach weiter an der Tabellenspitze.

Alles scheint zur Zeit zu passen am Friedrichsberg. Ein kurzer Regenschauer tat nicht nur dem von Platzwart Manfred Dratz fürsorglich gehegten und in bestem Grün daliegenden Rasen gut. Er gönnte auch Abtswinds Bürgermeister Klaus Lenz einen sorglosen Blick auf die Partie, denn der Landwirt hatte die laufende Getreideernte wegen des Wetters ohnehin unterbrechen müssen. Ein Genuss ohne Reue also auch für den obersten politischen Repräsentanten des derzeit so erfolgreichen Fußball-Dorfes.

Hinterher versammelte Abtswinds Trainer Jochen Seuling die Seinen auf dem Rasen, um ihnen im Kollektiv zu gratulieren. Zu hoch bewerten mochte er den fulminanten Start seiner Truppe noch nicht. Nach sechs Spielen könne man sich unterhalten, ob der Start gelungen sei, jetzt sei das noch zu früh. Dennoch: „Wenn mir einer vor der Runde gesagt hätte, dass wir mit neun Punkten aus den ersten drei Spielen starten, hätte ich das nicht geglaubt. Die Spieler ziehen im Training gut mit, wir haben eine positive Stimmung, viel Spaß, das überträgt sich eben“, sagte Seuling fast schon schwärmerisch.

Fast hätte man es nach dem glatten Sieg vergessen: In Torwart Jan Nirsberger, dem verreisten Kim Kruezi, dem verletzten Razvan Paunescu und dem Ungarn Attila Vagner fehlten noch einige hochkarätige Akteure gänzlich. Doch Abtswinds Kader scheint das nahezu mühelos aufzufangen. Trainer Seuling hatte seiner Mannschaft verordnet, den Gegner recht früh zu stören. Die Abwehrkette stand dazu recht hoch, wie es in der Fachsprache heißt, um Rimparer Fehler zu provozieren. Das fiel nicht schwer, der Gegner wankte früh, etwa bei Dustin Höppners Nachschuss (5.), oder als Sebastian Otto die Abwehr überlistet und Torwart Kunze umkurvt hatte, aber ans Außennetz zielte (6.).

Der nächste Ball in die Schnittstelle der Rimparer Abwehr führte aber zum Erfolg. Jonas Wirths Pass fand Peter Mrugalla, der mit seinem Antritt alle abschüttelte und zum 1:0 traf (11.). Immer wieder drohte Rimpar im Strafraum Gefahr. Schließlich wurde wieder Mrugalla geschickt. Der Stürmer umkurvte Torwart Kunze und schob locker zum 2:0 ein (18.). Beim dritten Aufeinandertreffen der beiden erwischte es Kunze, der nach langem Ball aus seinem Tor geeilt war und klären wollte. Mrugalla schien einen Tick eher am Ball, Kunze berührte das Leder wohl noch leicht mit dem Fuß, aber auch den Stürmer. Schiedsrichter Götz zog die Rote Karte und schickte Kunze vom Feld. Das passte zu Rimpars Auftakt. Fortan hütete Jens Kollert das Tor der Gäste, er sah etwas Besserung bei seinen Vorderleuten, aber nichts Zwingendes.

Zuvor hatte Mrugalla wieder einmal seine Klasse gezeigt in zwei Szenen, „so, wie ich es mag. Den Ball in die Gasse, Laufduell, Abschluss“, wie er seine ersten beiden Treffer schilderte. Dabei wollte er wegen Leistenproblemen erst gar nicht auflaufen. Erst nach der Halbzeit meldete sich seine Problemstelle, so dass er nach 54 Minuten Platz für Kutzenberger machte. Spätestens nach dem 3:0 durch Jonas Wirths leicht abgelenkten Schuss (64.) nach schlecht abgewehrter Flanke Höppners war alles entschieden. Rimpar verkürzte zwar, kassierte aber am Schluss noch zwei bittere Tore.

1:5 – die Packung schmeckte ASV-Trainer Rene Grimm natürlich nicht. „Ich glaube, das Spiel war schon beim Stand von 0:0 entschieden. Von Beginn an war bei uns nichts da, was zum Fußball gehört. Keine Ordnung, kein Spieltempo, kein Zweikampf, nichts“, sagte Grimm in seiner Analyse ernüchtert. Drei völlig unterschiedliche Spiele hatte seine Elf bisher in der Runde geliefert, einmal klar besser, einmal bemüht, aber ideenlos. „Diesmal habe ich keinen gesehen, der an seiner Normalform war.“ Das sah beim Gegner ganz anders aus.

Das Spiel in der Statistik

TSV Abtswind – ASV Rimpar 5:1 (2:0)

Abtswind: Irnes Husic; Oliver Döring, Daniel Hey, Dustin Höppner, Sven Gibfried (26. Frederik Weiß), Simon Wolf, Jonas Wirth, Michael Seuling, Albert Fischer, Jonas Wirth, Peter Mrugalla (55. Philipp Kutzenberger), Sebastian Otto (72. Patrick Hock).

Rimpar: Stefan Kunze; Sebastian Markert, Nicolas Moskwiak, Oliver Kratz (7. Fabian Dörschner), Christian Betzel, Markus Köhler, Mark Urkom, Marcel Heck, Andreas Hetterich, Patrick Röder, Fabian Hüsam (35. Jens Kollert).

Schiedsrichter: Martin Götz (Tütschengereuth).

Zuschauer: 230 (geschätzt).

Gelbe Karten: Otto, Seuling; Moskwiak, Heck.

Rote Karte: Kunze (Rimpar, 35., Notbremse).

Tore: 1:0 Peter Mrugalla (11.), 2:0 Peter Mrugalla (18.), 3:0 Jonas Wirth (64.), 3:1 Nicolas Moskwiak (76.), 4:1 Philipp Kutzenberger (85.), 5:1 Michael Seuling (90.).

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