Fussball: Kreisliga 1 Schweinfurt

Abtswind fühlt sich nicht heimisch

Vorige Saison unter den Aufstiegsanwärtern, jetzt bloß noch graues Mittelmaß: Warum Abtswind den eigenen Ansprüchen hinterherläuft - und Trainer Teofilovic die Hoffnung trotzdem nicht aufgibt.
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Ruhe bewahren: Noch sieht Velibor Teofilovic für Abtswinds zweite Garde gute Chancen. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Was den Fußball betrifft, hat Velibor Teofilovic manches mehr miterlebt als andere Amateur-Kicker. Der 44-jährige Bosnier, einst als Profi beim FC Schweinfurt 05 ist seit 2003 beim TSV Abtswind. Dort trainiert er nun seit fünf Jahren die zweite Mannschaft des ambitionierten Landesligisten. Vergangene Saison nur knapp am Aufstieg vorbeigerutscht, liegt die von vielen erneut als Favorit getippte Abtswinder Reserve derzeit auf Rang acht der Kreisliga, zehn Zähler hinter Platz zwei.

Aufstieg ade, also? Nein, noch hat Teofilovic das Thema nicht ganz abgehakt. „Es sind noch genug Spiele. Im Fußball ist alles möglich“, sagt er. „Das haben wir doch selbst erlebt im Sommer.“ Der Trainer erinnert an das entscheidende Punktspiel am letzten Spieltag gegen den FV Egenhausen. Da lagen die Abtswinder nach siebzig Minuten scheinbar aussichtslos mit 0:3 zurück – und doch schafften sie den 3:3-Ausgleich. In der Relegation scheiterten sie schließlich am Sprung nach oben.

In dieser Saison weiß er, dass die Mannschaft bei ihrem Rückstand auf die Spitze bis zur Winterpause nichts mehr einbüßen darf, will sie sich die Restchance auf den Aufstieg wahren. Und Teofilovic glaubt an die Mannschaft. Er sei von Haus aus Optimist, man dürfe nie aufgeben, weder beim Fußball noch im Leben, das sei seine Philosophie. „Wir dürfen jetzt nicht mit fünfzehn Punkten Rückstand in die Winterpause, sonst ist die verbleibende Runde fast uninteressant“, erklärt der Trainer. „Wir brauchen aber auch nicht zu träumen, das habe ich dieser Tage den Spielern gesagt.“ Die Frage ist, ob es auch alle verstanden haben.

Was Teofilovic wurmt, ist die fatale Heimschwäche. Erst drei Siege sind der Mannschaft in acht Spielen auf eigenem Platz gelungen; dabei hat sie bereits 21 Gegentore kassiert. Das ist entschieden zu viel für den einstigen Mittelstürmer, der manchmal selbst noch auf dem Platz mitmischt. „Mir ist das unerklärlich, dass wir zu Hause so viel abgeben und so viele Tore kriegen. Das müssen wir unbedingt verbessern“, sagt er. Zum Vergleich: Vergangene Saison verlor Abtswinds zweite Garnitur insgesamt nur zwei Heimspiele.

Die Vorbereitung war gut gelaufen, der Start in die Runde im Sommer geglückt mit einem 4:1-Sieg bei der DJK Schweinfurt. Danach hatte Teofilovic sich in Urlaub verabschiedet, fehlte drei Spiele, von denen nur eines gewonnen wurde. Das habe den ersten Dämpfer gegeben. Dass es in diesem Spieljahr vielleicht nicht für die Spitzenplätze reichen würde, hatte „Teo“ kommen sehen. Er muss eine nahezu komplett neue Mannschaft aufbauen, das brauche einfach Zeit. Etwas Pech sei im einen oder anderen Spiel auch dazugekommen. Aber eine derart durchwachsene Hinrunde, in der es mal auf und mal ab geht, hätte er nicht erwartet.

Fünf wichtige Stützen sind ihm im Sommer weggebrochen, er nennt die defensiven Mittelfeldstrategen Jovica Pejakovic und Markus Schamberger, aber auch Frederik Weiß oder Lukas Zobel, zwei defensive Garanten. „Das ist die halbe Mannschaft. Wir haben zwar neue Leute mit Perspektive bekommen. Aber die sind alle erst um die zwanzig Jahre“, sagt er. „Wir sind das jüngste Team der Liga.“ Für diese Jünglinge sei die Kreisliga ideal zum Lernen, da müsse man sich erst einmal durchsetzen. Die Klasse sei insgesamt nicht so schlecht, das musste bisweilen auch mancher erkennen, der aus dem Kader der Landesliga zu Teofilovics Reserve gestoßen ist.

Zumal es bei der ersten Mannschaft bisher sportlich auch nicht rund läuft. Zwölf Zähler ist Abtswind in der Landesliga von der Spitze entfernt. Die Prioritäten im Klub kennt Teoflovic natürlich. Zunächst gelte es im Verein, die erste Garde wieder auf Kurs zu bringen.

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