FUSSBALL: BEZIRKSLIGA-TAGUNG

95 Regeländerungen zur neuen Saison

Neue Schiedsrichter sind in Unterfranken dünn gesät. An den vielen Regeländerungen liegt es nicht. Obmann Kröckel liefert alarmierende Zahlen.
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Fußball

Die „Sommertagung“ für die Klubs der unterfränkischen Fußball-Bezirksligen, zu der Bezirksspielleiter Bernd Reitstetter Vertreter aller 32 Vereine begrüßte, verlief im Sportheim des FC Leinach gewohnt harmonisch. Nur einmal fuhr den Klubvertretern etwas der Schrecken in die Glieder, aber dazu später. Eine besondere Ehrung wurde dem SV Riedenberg zuteil, der in der erstmals ausgegerufenen Fair-Play-Aktion ligaübergreifend Platz eins belegte. Wie der TSV Gochsheim, fairstes Team aller Kreisligen, bekam der Klub einen Trikotsatz.

Der Bezirksvorsitzende und stellvertretende bayerische Verbandspräsident Jürgen Pfau sprach in seinem Referat von einer „erfolgreichen Saison für die bayerischen Profivereine“. Dass die Würzburger Kickers in die zweite Bundesliga aufgestiegen sind, sei „nicht nur gut für den unterfränkischen Fußball. Es ist auch ein Magnetverein für unseren Nachwuchs.“ Weiter mit sieben Bundesligaschiedsrichtern sei der BFV vertreten. „Das wird auf Dauer nur möglich sein“, so Pfau, „wenn der Unterbau funktioniert und qualifizierter Nachwuchs nachrückt.“

In finanzieller Hinsicht stehe man kurz vor der Einigung mit dem Bayerischen Landessportverband (BLSV). Der BFV habe bisher jährlich 45 Prozent aller BLSV-Mittel aufgebracht, dies sei trotz aller Solidarität mit den anderen Fachverbänden zu hoch gewesen. Beabsichtigt sei, dass sich der Beitrag auf 25 Prozent reduziert. Ein Erfolg aus Sicht des Bezirksvorsitzenden ist die Sozialstiftung des BFV. So habe man unbürokratisch die Hochwasseropfer in Dingolshausen unterstützen können. Sein Appell richtete sich an alle Vereine, wer Hilfe benötige, sich bei der Bezirksgeschäftsstelle zu melden.

Mit Blick auf die vergangene Saison gratulierte Bezirksspielleiter Reitstetter dem TSV Unterpleichfeld und dem FC Fuchsstadt zum Aufstieg in die Landesliga. Bei der Auf- und Abstiegsregelung werde es keine Veränderung geben: Der Meister steigt auf, der Zweite geht in die Relegation, die drei Letzten im Endklassement steigen direkt ab, der Tabellendreizehnte spielt die Relegation mit den Kreisliga-Zweiten.

„Wir müssen neue Kameraden gewinnen und diese auch halten.“
Norbert Kröckel, Bezirksschiedsrichter-Obmann

Der Bezirksschiedsrichterobmann Norbert Kröckel löste mit seiner Ansage zunächst leichten Schrecken bei den Anwesenden aus, denn er leitete seinen Vortrag mit der Nachricht ein, dass es im Sommer 95 Änderungen im Regelwerk gegeben habe. „Da sitzen wir ja bis morgen Abend“, sagte ein Vertreter aus Kitzingen, der dann doch beruhigt war, denn Kröckel beschränkte sich auf die zehn wesentlichen Änderungen, die vor allem die Spielfortsetzung betreffen.

Zu denken gaben die Ergebnisse der Arbeitsgruppe 8, die herausgefunden habe, dass ein Viertel der Schiedsrichter aufgebe, da sie von Spielern, Trainern und Zuschauernmaßlos kritisiert werden. Die Zahl der Neulinge sinkt laut Kröckel unaufhörlich. So gebe es für die neue Saison nur noch 13 Bezirksligaanwärter. „Wir müssen neue Kameraden gewinnen und diese langfristig halten“, so der Appell an die Vereinsvertreter.

Wesentlich kürzer fiel der Bericht des Vorsitzenden des Bezirkssportgerichts, Hans-Peter Heimbeck (Würzburg), aus. Dessen Gremium musste sich mit 92 Fällen (Ost: 49, West: 43) beschäftigen, wobei der SV Riedenberg gar nicht und die DJK Dampfach wie auch der SV-DJK Unterspiesheim nur einmal auffällig geworden waren.

Kritisch sah Heimbeck die 16 Sportgerichtsfälle, die unbeherrschte Trainer und Betreuer auslösten. „Das muss besser werden. Ich erwarte, dass hier mehr Einsicht geübt wird.“ Vereine müssten ihre Stellungnahmen ausschließlich per Mail abgeben. Hat der Schiedsrichter Rot gezeigt, folgt eine automatische Sperre. Bei einem Nachbericht des Schiedsrichters sei der betroffene Spieler bis zum Urteil spielberechtigt.

Spielabsagen müssen bei Wochenspielen spätestens bis 14 Uhr, am Wochenende spätestens bis 10 Uhr gemeldet sein, erklärte Spielleiter Reitstetter. Er akzeptiere diese nur, wenn der Heimverein eine schriftliche Bestätigung des Vorstands über die Unbespielbarkeit des Platzes oder eine Sperrverfügung des Platzeigentümers vorlege. Ein Akt der Fairness sei es, dass der Gastverein rechtzeitig über die Änderung des Spieluntergrunds informiert wird.

Das Eröffnungsspiel findet diesmal am 29. Juli statt. Dabei empfängt der TuS Leider den TSV Keilberg.

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