Kitzingen

Sozialpädagoginnen betreuen ab sofort das Notwohngebiet

Das Notwohngebiet in Kitzingen hat jetzt eine eigene Sozialberatungsstelle. In einer Feierstunde nahmen der Caritasverband und das Diakonische Werk die von der Stadt und
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Sie unterstützen die neue Sozialberatungsstelle (von links): Pfarrer Gerhard Spöckl, Sozialpädagogin Christina Flurschütz, Landrat Robert Finster, Pfarrer Michael Bausenwein, Sozialpädagogin Berit Kemper, Domkapitular Clemens Bieber, Caritas-Direktorin Pia Theresia Franke, Pfarrer Jochen Keßler-Rosa, Bürgermeister Stefan Güntner und Dekan Hanspeter Kern. Foto: Gerhard Bauer

Das Notwohngebiet in Kitzingen hat jetzt eine eigene Sozialberatungsstelle. In einer Feierstunde nahmen der Caritasverband und das Diakonische Werk die von der Stadt und vom Landkreis geförderten Räume in der Egerländerstraße 22 in Betrieb.

Von Montag bis Freitag, jeweils von 10 bis 12 Uhr sowie auf Absprache sind in den Büros die Sozialpädagoginnen Christina Flurschütz und Berit Kemper da, um Fragen zu persönlichen Krisen und Problemlagen zu sprechen. Sie stellen fest, was benötigt wird und was dem Ratsuchenden zusteht. Die Sozialpädagoginnen wissen, wer für welches Anliegen zuständig ist und verkürzen für Betroffene langwierige Suchen. Sie finden heraus, welche Behörden unterstützen können. Gleichzeitig legen sie Wert darauf, dass sich Bewohner des Gebietes nach eigenen Fähigkeiten selbst engagieren.

Dicht gedrängt standen die Eröffnungsgäste in den Räumen und lauschten Pfarrer Gerhard Spöckl, der erzählte, wie nach einem Gespräch mit Pfarrer Michael Bausenwein Stadt und Landkreis kontaktiert wurden und sich die Gründung der Anlaufstelle abzeichnete. Sie ist Teil eines Sofortmaßnahmen-Pakets, auf das sich die Verantwortlichen geeinigt haben, bis im Herbst ein Konzept zur Zukunft des Notwohngebiets vorliegen soll.

Gemeinsam getragene Einrichtung

Bausenwein griff den Satz "Unser täglich Brot gib uns heute" aus dem VaterUnser auf, denn die Bewohner benötigten Essen, Kleidung und Unterstützung aller Art. Menschen wünschten sich Stabilität und Geborgenheit auf festem Fundament. Die Räume dienten dazu, Menschen zu versorgen und zu betreuen. Werde ein Problem gemeinsam angegangen, verschwinde ein Berg an Problemen schneller, befand Bausenwein. Pfarrer Spöckl überreichte ein Kreuz für die neuen Räume.

Caritas-Direktorin Pia Theresia Franke unterstrich, dass die Einrichtung mit Unterstützung der Stadt, des Landkreises und des Betreuungsvereins Wegweiser möglich wurde. Die Anwesenheit vieler Vertreter aus Öffentlichkeit und Ehrenamt stehe für die gemeinsam getragene Verantwortung und das Interesse daran, etwas zu bewegen.

Der Vorsitzende und Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Schweinfurt-Kitzingen, Pfarrer Jochen Keßler-Rosa, begrüßte, dass der Caritas-Verband die Geschäftsführung übernahm und die ökumenische Zusammenarbeit vor Ort beispielhaft funktioniere. 

Dank an die Initiativen der Kirche

Bürgermeister Stefan Güntner dankte vor allem den beiden Kirchen für die Initiative, die letztlich zur Einrichtung der Sozialberatungsstelle geführt hatte. Dies sei ein glücklicher Moment für alle Betroffenen. Die Stadt sei für die Unterkunft zuständig, der Landkreis für die sozialen Aspekte. 

"Es geht um die Menschen, die hier leben und wohnen und ihre Unterbringung", merkte Landrat Robert Finster an. Er bewundere Menschen, die ehrenamtlich etwas zu erreichen suchten. Der Landkreis sei der Pflicht zu unterstützen nachgekommen. Er rief die Bewohner zum Mitmachen auf.

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