KITZINGEN/HASSFURT

Sozialmedaille für zwei Unterfranken

Zwei Unterfranken bekommen diesen Freitag die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste: Wie sich Claus Lux und Wilhelm Wolpert verdient gemacht haben.
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Verleihung der Staatsmedaille für soziale Verdienste
Eine Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste ist am 16.09.2016 auf der Verleihung in der Residenz in München (Bayern) zu sehen. Foto: Matthias Balk/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit Foto: Matthias Balk (dpa)

Bayerns Sozialministerin Emilia Müller wird an diesem Freitag 18 Persönlichkeiten aus Bayern mit der Bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste auszeichnen, darunter auch zwei Unterfranken: Claus Lux aus Kitzingen und Wilhelm Wolpert aus Haßfurt. Sie befinden sich bei der Ehrung in prominenter Gesellschaft. Auch die Schauspielerin Senta Berger erhält die Sozialmedaille. Die 76-Jährige engagiert sich seit vielen Jahren für die Kampagne „Because I am a Girl“ von Plan International gegen die weltweite Ungleichbehandlung von Mädchen. Mit der Medaille bedacht wird ferner Martin Aufmuth aus Erlangen, Gründer des Entwicklungshilfevereins „EinDollarBrille e.V.“.

Seit 1970 wird die Auszeichnung jährlich an rund 20 Menschen aus dem Freistaat verliehen. Jeder Bürger hat die Möglichkeit, mögliche Preisträger vorzuschlagen.

Schlesier als Ehrenbürger

Mit dem Kitzinger Claus Lux (79) wird ein Vertriebenen-Funktionär geehrt, der nicht so ganz ins gängige Bild passt. Das wurde im September 2016 deutlich, als von einem „historischen Moment“ die Rede war: Kitzingens polnische Partnerstadt Trzebnica (Trebnitz) machte mit Claus Lux einen gebürtigen Schlesier zum Ehrenbürger, der mit sieben Jahren seine Heimat verlassen musste, in Kitzingen eine zweite Heimat fand und der seit 35 Jahren Vorsitzender der schlesischen Landsmannschaft und seit 1990 auch Kreisvorsitzender des Bundes der Vertriebenen ist.

Claus Lux hat aber auch in Kitzingen seine Verdienste und ist dafür mit der Bürgermedaille ausgezeichnet worden. Der Bäckermeister, der lange einen eigenen Betrieb führte, ist seit 1965 im Vorstand der Kitzinger Bäckerinnung, davon von 1989 bis 2011 als Obermeister. Heute ist er Ehrenobermeister und Geschäftsführer. Lux war in Kitzingen elf Jahre für die CSU im Stadtrat und war Tourismusreferent.

„Haßfurt hilft“ in Albanien

Der Franke sei grundsätzlich freundlich – „nur, er lebt das nach innen“. Diese Feststellung stammt von Wilhelm Wolpert (80). Doch zum Glück hält sich der Mundartautor aus Haßfurt (Lkr. Haßberge) selbst nicht daran. Seit über 20 Jahren ist er sehr rührig, wenn es darum geht, armen Menschen in Ost- und Südosteuropa zu helfen.

Im Jahr 1995 war der 80-Jährige einer der beiden Mitbegründer des Aktionskreises „Haßfurt hilft“. Er und seine Mitstreiter hatten erkannt, dass es mit dem Ende des politischen Ostblocks nicht getan ist. Deshalb hilft der Aktionskreis, dessen Ehrenvorsitzender Wolpert ist, vor allem jungen Menschen, „die bis jetzt auf dem Weg in die Demokratie und zur sozialen Marktwirtschaft sind“.

Bis heute organisiert „Haßfurt hilft“ mehrmals jährlich Hilfstransporte nach Albanien und bringt neben Geldspenden Hilfsgüter in das Land auf dem Balkan, in dem viele Menschen bitterarm sind. Über den Aktionskreis unterstützen zahlreiche Menschen und Unternehmen aus dem Raum Haßfurt auch eine Missionsstation von Franziskanerinnen, die etwa Kurse für Schwangere anbieten.

Für dieses in Albanien einmalige Angebot nehmen Frauen teils stundenlange Fußmärsche auf sich.

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