NORDHEIM/VOLKACH

Sorge wegen Vogelschutz in der Au

Widerstand gegen den geplanten Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au kommt jetzt auch von der Ortsgruppe Volkach des Bund Naturschutz, die große Bedenken anmeldet.
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Lebenszeichen
Der Hausrotschwanz hat vier hungrige Mäuler zu stopfen. Mit unglaublicher Energie werden die Kleinen pausenlos mit Futter versorgt. Foto: Alfred Schott

Widerstand gegen den geplanten Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au kommt jetzt auch von der Ortsgruppe Volkach des Bund Naturschutz. „Große Bedenken“ wegen des Vorhabens auf rund neun Hektar Mainvorland hat der BN vor allem wegen des Natur- und Grundwasserschutzes. Die Gruppe fürchtet um den Verlust einer „wertvollen Kulturlandschaft“.

Der auf rund zehn Jahre angelegte Abbau in dem Gebiet zwischen dem Altmain und dem Radweg Richtung Sommerach liegt laut BN-Stellungnahme „vollkommen“ in einem europarechtlich geschützten Vogelschutzgebiet (Natura 2000). Und des

halb wendet sich die Ortsgruppe recht deutlich gegen die Bewertung der Fläche durch die Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR): „Das Gebiet ist nicht naturschutzmäßig wertlos, wie von der Abbaufirma dargestellt“, heißt es in dem Presseschreiben.

Eine Reihe von Vogelarten aus der Roten Liste sei hier heimisch, sagt der BN. So seien beispielsweise acht Reviere des Gartenrotschwanzes und zwei des Wendehalses belegt. Außerdem sei das Areal Lebensraum der ebenfalls in ihrem Bestand bedrohten Zauneidechse. Sorgen bereitet dem BN auch der Grundwasserschutz. Die Gruppe widerspricht „heftig“ der Bewertung, dass es im Gebiet der Au keine besonderen Merkmale für eine Schutzfunktion gebe: „Deckschichten für das Grundwasser gehen durch den Abbau verlornen und werden erheblich beeinträchtigt.“ Der geplante Einsatz von Maschinen und das spätere Verfüllen bedeuteten ein „hohes Gefährdungsrisiko für das Schutzgut Wasser.“

Sogar einen negativen Einfluss bei Hochwasser befürchten die Naturschützer. Wenn hier Baggerseen gegraben seien, werde von dort das Hochwasser schneller abfließen als von den Streuobstflächen in der Au – zu Lasten der Unterlieger am Main.

In seinem Fazit wehrt sich der BN gegen das „Totschlagargument: Wir brauchen Sand!! Sollen die letzten, noch so kleinen Gebiete ohne Rücksicht auf Natur und Mensch ausgebeutet werden?“ Zudem verweist die Gruppe in ihrem Schreiben darauf, dass die Renaturierung vieler Gruben an der Mainschleife „nicht abgeschlossen“ werde. Ein Beispiel sei der Kiesabbau am Elgersheimer Hof bei Fahr, der 1998 mit der Renaturierung hätten abgeschlossen sein sollen.

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