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Sommer, Sonne, Sonnenschirm

Im letzten Jahr standen Kreuzfahrten im Mittelmeer hoch im Kurs. Wohin zieht es die Landkreisbürger in diesem Jahr
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Urlaub
Ein paar Tage nichts tun, entspannen. Der Mittelmeerraum steht bei den Landkreisbürgern als Reiseziel hoch im Kurs. Foto: Foto: J. Stratenschulte/DPA
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Endlich Urlaub. Endlich fliehen vom stressigen Alltag. Endlich weg. Da sind die meisten Deutschen sich schon mal einig. Aber was das Thema Urlaubs-Organisation angeht, scheiden sich die Geister. Es gibt Leute, die fahren spontan zum Flughafen und buchen eine Last-Minute Reise in ein fremdes, fernes Land. Manch anderer hat den Urlaub schon lange im Voraus geplant um auf alle Eventualitäten gefasst zu sein. „Achtzig Prozent buchen ihren Urlaub im Voraus und zwanzig Prozent kurzfristig, was aber nicht gerade Last-Minute bedeutet“, sagt Martina Ullrich, die Inhaberin des Reisemarkts in Iphofen.

Die Einen wollen was erleben, Gipfel erklimmen, im Meer schnorcheln oder Wasserski fahren. Die Anderen liegen die komplette Urlaubszeit am Pool oder Meer. Doch welche Länder kommen bei den Bewohnern des Landkreises Kitzingens in diesem Jahr besonders gut an?

„Im Vergleich zu den letzten Jahren ist Ägypten wieder stark im Kommen.“
Christopher Haas, Volkacher Reisebüro GmbH

„Bei uns sind die Griechischen Inseln, die Balearen und Kanaren voll im Trend. Im Vergleich zu den letzen Jahren ist Ägypten aber auch wieder stark im Kommen“, erklärt Christopher Haas, Geschäftsführer der Volkacher Reisebüro GmbH. „Der Trend in unserem Reisebüro ist in diesem Sommer eindeutig der komplette Mittelmeerraum, Griechenland, Türkei und auch Kreuzfahrten. Spanien ist in diesem Jahr weniger beliebt“, sagt Sebastian Rohden vom TUI Reise-Center in Kitzingen.

Bleibt nur noch die Frage ob Ferienhaus, Hotel oder Resort. „Gerade in diesem Jahr buchen unsere Kunden Club Hotels, also All-Inclusive-Reisen“, meint Rohden. All-Inklusiv-Hotels sind nach seiner Überzeugung für diejenigen perfekt, die sich im Urlaub um nichts mehr kümmern wollen. „Weil ich selbst sehr gerne nach Ägypten reise, empfehle ich meinen Kunden Hotels dort. Da passt einfach das Preis-Leistungs-Verhältnis, das macht es vor allem für junge Familien attraktiv. Außerdem haben die Hotels in Ägypten ein buntes und vielfältiges Angebot für Kinder. Es gibt viele Rutschen- und Erlebnisparks oder die Möglichkeit zu Schnorcheln. So können Kinder das Rote Meer hautnah entdecken“, empfiehlt Ullrich.

Schwierig ist es im August nur, den passenden Flug zu finden. „Unsere Kunden bevorzugen den Nürnberger Flughafen, weil man da schnell mal hingefahren ist“, so Haas. Das Problem: Mit Germania und Air-Berlin sind zwei große Airlines weggefallen, die viele Reisen angeboten haben. „So muss man halt das anbieten, was es noch gibt“, bedauert Haas.

So schön der Urlaub in fernen Ländern auch ist, so belastend ist der Flug dort hin für die Umwelt. „Eine Urlaubsreise im Jahr ist auf jeden Fall verkraftbar“, meint Haas. Wichtig sei es, der Umwelt zuliebe auf unnötige Kurzstrecken-Flüge zu verzichten. Aus diesem Grund werden CO2-Emissionsminderungs-Gutschriften angeboten. Allerdings mit überschaubarem Erfolg.

„Von fünfzig Kunden interessiert das mir bei keinen einzigen.“
Martina Ullrich vom Reisemarkt in Iphofen über die CO2-Emissionsminderungs-Gutschriften

„Wir hatten eine Zeit lang die Zertifikate geführt. Schlussendlich haben wir den Verkauf aufgrund der schlechten Nachfrage wieder eingestellt“, erklärt Haas. Nicht viel anders sieht es im TUI-Reisecenter in Kitzingen aus. „Auch bei uns kann dieser Ausgleich gebucht werden“, berichtet Rohden, der grundsätzlich davon überzeugt ist, dass seine Kunden auf die Umwelt achten. „Aber dieser Umwelt-Ausgleich wurde nur selten bis gar nicht gebucht, weil die Kunden skeptisch damit umgehen“, erklärt er. Martina Ullrich konnte ebenfalls kein großes Umweltbewusstsein bei ihren Kunden feststellen. „Ganz ehrlich? Von fünfzig Kunden interessiert das bei mir keinen Einzigen“, sagt sie.

Langstrecken-Ziel gebucht – Klima geschädigt. Bei umweltbewussten Urlaubern fliegt das schlechte Gewissen mit. Keine Plastik-Strohhalme, weniger Verpackungs-Müll, regionales Gemüse und Obst, Artenschutz-Blumenwiesen im Vorgarten: Die Deutschen nehmen das Thema Umweltschutz grundsätzlich nicht auf die leichte Schulter. Aber keiner will diesen Emission-Ausgleich freiwillig zahlen?

Vielleicht wissen viele nicht einmal, wie viel wenig Geld helfen kann. Online kann man auf verschiedenen zertifizierten Internetseiten seinen Start und - Zielflughafen, das Flugzeugmodell und die Sitz-Klasse eintragen. Je nach Reise-Dauer und Maschine wird dann ausgerechnet, wie viel Kilogramm CO2-Emissionen pro Kopf verbraucht werden. Zum Vergleich wird auch oft genannt, wie viel ein Auto durchschnittlich verbraucht. So würde man für eine Flugreise mit einem üblichen Kurzstrecken-Flugzeug nach Kairo etwa zwanzig Euro an Ausgleich zahlen, um die Umwelt zu schützen.

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