MÖNCHSONDHEIM

So schön klang es in „Sundi“

Der 13. Unterfränkische Volksmusiktag im Mönchsondheimer Kirchenburgmuseum fand großen Anklang. Die typisch fränkische Sprachfärbung gehörte an diesem Nachmittag dazu.
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Die fränkische Tanzgruppe aus Kolitzheim brachte alte Tänze wie Schottisch oder Francaise auf die Bühne am Dorfplatz. Foto: Foto: Timo Lechner
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„Sundi gwa, schä gwa, Plotz gassn, guat gwa“ steht auf dem Schoppenglas. Ein Badenser verzweifelt. „Ich habe keine Ahnung, was das heißen soll“, gibt er am Sonntag beim Getränkestand im Mönchsondheimer Kirchenburgmuseum zu, während es beim 13. Unterfränkischen Volksmusiktag allerorts singt und klingt.

Bevor der baden-württembergische Besucher noch mehr über „sündig“ und „Gassen“ spekuliert, klärt Charly Volland ihn auf: „In Möchsondheim gewesen, schön gewesen, einen Blechkuchen gegessen, gut gewesen“, übersetzt er im astreinen Hochdeutsch den Spruch auf dem Glas. Der Gast ist zufrieden und geht eine Station weiter.

Mundartquiz

Ja, es ist so eine Sache mit dem Dialekt. Der hat in Unterfranken sogar sein eigenes Institut, das an diesem Sonntag beim Volksmusiktag dabei ist und mit einem Mundartquiz unterhält. Und die typisch fränkische Sprachfärbung gehört an diesem Nachmittag eben mit dazu, klingt auch im Gesang der Frankobarden vor der Dorfkirche, den Sameds am Kleinbauernhof Hahn oder den Schrolla-Musikanten am Dorfplatz durch. Die Volksmusik lockte auch diesmal Hunderte Besucher von weit über die Grenzen Frankens hinaus an.

Wenn gesungen und musiziert wird, dann verstehen plötzlich auch sprachraumfremde Gäste, um was es geht. Beispielsweise beim Frauen-Ensemble „3-Klang Wiesenbronn“, das im Saal des historischen Wirtshauses von den Eigenheiten der Ehe singt und dabei typische Mann-Frau-Zweisamkeiten auf die Schippe nimmt. Am gleichen Ort ließen vorher erst Iris und Frank Bluhm Gitarre und Zither erklingen, bevor das Kinder-Ensemble der Musikschule Kitzingen in die Saiten griff und zeigte, wie weit der Nachwuchs schon am Instrument ist.

Musik nicht nur zum Hören, sondern auch zum Schauen: Das war für viele Musikbegeisterte im Rathaus ein Erlebnis, als der Wiesenbronner Schreiner Gerald Wehrwein seine selbstgebaute Drehleier und sein Stechbrett auspackte, darauf altbekannte Melodien spielte und dabei einen Hauch Mittelalter in das ohnehin historische Ensemble des Volkskundemuseums brachte. Die Damen der Winzersinggruppe Iphofen, die ebenfalls im Rathaus sangen, waren gleich begeistert von den ungewöhnlichen Instrumenten.

Kommandos vom Museumsleiter

Zum Zuschauen immer wieder ein Blickfang: Die Darbietungen der fränkischen Tanzgruppe aus Kolitzheim, die auf der Bühne am Dorfplatz alte Tänze wie Schottisch oder Francaise zeigten. Museumsleiter Reinhard Hüßner griff dann auch zum Mikrofon und gab Tanz-Kommandos, die von den Tänzern umgesetzt werden mussten. Dass ein „Herrensolo“ beispielsweise nichts mit Schafkopf spielen zu tun hat, sondern eine Einlage des männlichen Tanzpartners bedeutet, wissen die Zuschauer jetzt.

Mitmachen ist aber immer noch am Schönsten. So war der Kräutergarten des Kirchenburgmuseums immer voll besetzt, wenn Peter Kluge zur „Quetsche“ griff, Liederhefte ausgeteilt wurden und gemeinsam gesungen wurde. Im Wechsel mit den Dorfmusikanten aus Hellmitzheim war es hier besonders lauschig.

Auch das Kinderprogramm orientierte sich an der Musik. Kinder bastelten ein Dosenschlagzeug, auf dem auch gleich losgetrommelt werden konnte. Eine runde Sache also, der 13. Volksmusiktag, zu dem auch die Infostände der Forschungsstelle und der Arbeitsgemeinschaft für fränkische Volksmusik oder die Trachtenausstellung von Roswitha Düchs beitrugen.

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