SCHWARZENAU

Sicherheit hat Vorfahrt

Baumfällarbeiten entlang der Straßen dauern bis Ende Februar an.
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Fliegende Bäume? Bei Schwarzenau war das am Dienstag tatsächlich zu beobachten. Sechs Pappeln wurden gefällt. Foto: Ralf Dieter
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Da sind Profis am Werk. Das sieht man gleich. Rein in den Hubsteiger, die Seilwinde angelegt. Dann die Kerben mit der Motorsäge gesetzt. Straße kurzfristig abgesperrt. Und schon fällt die riesige Pappel.

Die Mitarbeiter des Staatlichen Bauamtes Würzburg sind an diesem Tag an der ehemaligen B22 bei Schwarzenau zugange. Sechs Pappeln müssen dort gefällt werden.

Benedikt Krünes schaut zufrieden in den blauen Himmel. Auf seine Mitarbeiter ist Verlass. Vor Wochen schon haben sich die Arbeiter des Bauamtes zusammen mit Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt, welche Bäume im Landkreis Kitzingen gefällt werden müssen.

Gerade entlang den Straßen ist Sicherheit die oberste Pflicht. „Die Pappeln stehen zwar ein paar Meter weg von der Straße“, sagt Krünes und deutet in Richtung Brücke, die auf die andere Mainseite nach Stadtschwarzach führt.

„Aber bei Sturm oder starkem Schneefall könnten Äste und Zweige abbrechen.“ Für Auto- und Radfahrer könnte es dann gefährlich werden.

„Bei Sturm oder starkem Schneefall könnten Äste und Zweige abbrechen.“
Benedikt Krünes, Baumwart und Mitarbeiter Bauamt

Etwa 60 Jahre alt sind die Pappeln, die auf Schwarzenauer Mainseite gepflanzt wurden. Ein älterer Spaziergänger hat den Arbeitern diese Information gegeben. Als die Brücke zwischen Schwarzenau und Stadtschwarzach gebaut wurde, wurden nach seinen Worten auch die Pappeln angepflanzt. „Nach dem Krieg waren Pappeln die erste Wahl“, sagt Krünes. Die Bäume sind relativ schnell gewachsen, man brauchte das Holz zum Anschüren für die Öfen. Fast 30 Meter sind die größten Exemplare bei Schwarzenau in den Himmel gewachsen. Bei der jährlichen Kontrolle stellte sich heraus, dass sie mittlerweile in einem sehr schlechten Zustand sind. „Das Totholz in den Kronen sorgt für eine erhebliche Bruchgefahr“, erklärt Krünes. Einige Äste sind bereits abgebrochen. Ein Risiko wollte keiner eingehen. Also weg mit den Pappeln. Wobei: Drei Stück bleiben als Totholz stehen. Vögel, Würmer und Insekten freuen sich über diesen Lebensraum. Die Pappeln werden etwa vier Meter über dem Boden gekappt, der Stamm bleibt erhalten. Zusätzlich werden vier Hainbuchen gepflanzt. In ein paar Jahren wird das Eck also wieder von großen Bäumen beherrscht.

Benedikt Krünes und seine Mitarbeiter werden in den kommenden Tagen weiter entlang der B22 arbeiten. Dann aber zwischen Bibergau und Mainfrankenpark. Auch dort gibt es abschnittsweise ein paar Bäume, die zurückgeschnitten beziehungsweise gefällt werden müssen. „Und dann schauen wir wahrscheinlich noch zwischen Markt Einersheim und Enzlar nach dem Rechten“, kündigt Krünes an. Dort gilt es vor allem, Hecken zurückzuschneiden, die in die Fahrbahn hineinwachsen. Bis Ende Februar haben die Männer vom Staatlichen Bauamt Zeit. So lange dürfen sie – wo nötig – Bäume im Bereich von Straßen und Radwegen fällen. Dann erwacht die Natur. Und die Motorsägen müssen wieder schweigen.

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