GEISELWIND

Selbst gesät und geerntet schmeckt doppelt lecker

Sechs Wochen haben sie ihre Pflanzen gehegt und gepflegt, jetzt bereiten sich die Geiselwinder Schüler gesunde Wraps zu.
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Lecker! Die gesunden Wraps kommen bei den Geiselwinder Schülern gut an – kein Wunder, schließlich haben sie die „grünen“ Zutaten selbst angebaut. Foto: Foto: Ruth Halbritter
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Seit kurz nach den Osterferien haben sie gepflegt, gegossen, gejätet – und gewartet. Kurz vor Pfingsten konnten die Geiselwinder Zweit- und Drittklässler dann endlich Salat, Radieschen und Schnittlauch ernten. Und auch gleich verputzen.

„Wissen, wie es wächst und schmeckt“ heißt das Schulprojekt, das die Drei-Franken-Schule Geiselwind gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen und der Hüttenheimer Gärtnerei Schunke im April gestartet hatte. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat das Pflanzprojekt ins Leben gerufen, damit Kinder wieder verstärkt in Kontakt mit Lebensmitteln kommen, sich Wissen rund ums Thema Ernährung aneignen und mit allen Sinnen an eine ausgewogene Ernährung herangeführt werden. Das Konzept dazu entwickelte das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Gartenakademie an der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau.

Wie klein die Samen sind, aus denen Salat, Karotten und Radieschen wachsen, welche Farben und Formen sie haben, das hatten die Kinder beim ersten Teil des Projekts schon gelernt. Und was sie brauchen, damit sie gedeihen – gute Erde, Licht und Wasser. Seit dem Anpflanzen nach den Osterferien haben die Kinder in Eigenregie die Pflege in Form eines Gießdienstes oder einer „Schnecken- und Läusepolizei“ übernommen. Sie haben dabei erlebt, dass es einige Zeit dauert und Aufwand erfordert, bevor das Gemüse reif ist und gegessen werden kann. Kürzlich war es dann endlich soweit: Die Schüler durften ihr selbst angebautes Gemüse ernten. Darauf hatten sie schon mit Spannung gewartet. In Pflanzkisten und Tetra Paks standen im Schulhof Radieschen, Salat und Schnittlauch bereit und warteten darauf, geerntet und verkostet zu werden – denn nach dem „wissen, wie es wächst“, war nun der Aspekt „wissen, wie es schmeckt“ an der Reihe.

Allzu lange wird nicht mehr geredet und erklärt an diesem Vormittag, schließlich wollen alle Zweit- und Drittklässler jetzt nur eines, nämlich ihr Gemüse ernten. Zunächst ist das eigene Pflanzgefäß, ein Tetra Pak, an der Reihe: Vorsichtig ziehen die Kinder die Radieschen heraus und das Staunen steht ihnen angesichts der roten und weißen Radieschenknollen ins Gesicht geschrieben. Als nächstes darf jedes Kind mit einer Schere oder einem kleinen Messer nacheinander Salat und Schnittlauch abschneiden, bis beide Pflanzkisten abgeerntet sind. Anschließend geht es in das Klassenzimmer, wo die Kinder in Teamarbeit das Gemüse waschen, schneiden und schließlich unter Anleitung von Fachoberlehrerin Ruth Halbritter einen Wrap zubereiten. Der Fladen wird zunächst mit einem leckeren Kräuterdip bestrichen, dann kommen in Scheiben geschnittene Radieschen, die kleinen Schnittlauch-Röllchen und der Salat darauf, Schinkenstückchen nach Geschmack und dann wird gerollt, was schon einiges Geschick erfordert, damit nicht alles wieder auf den Teller plumpst.

„Es macht den Kindern unheimlich viel Freude, den Prozess des Wachsens mitzuerleben und Wissen mit den eigenen Händen zu begreifen. Durch das eigene Tun, die Samen und Pflänzchen bis zum fertigen Gericht zu begleiten, eignen sich Kinder ganz nebenbei Ernährungswissen an“, betont Schulleiterin Susanne Stark. Einige bauen jetzt sogar zuhause Gemüse auf dem Balkon oder im Garten an. Was Ruth Halbritter natürlich klasse findet: „Wenn unser Projekt diese nachhaltigen Impulse gibt, dann freut uns das sehr.“

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