ABTSWIND

Seit 20 Jahren dreht sich alles ums Bad

Die IAS steht nicht nur für die Pool-Party. Die Initiative packt im Schwimmbad mit an und ermöglicht Neuanschaffungen.
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Der Vorstand der IAS: (oben) Ursula Zehnder, Brigitta Raab-Senft, Elisabeth Werner, Lena Schwanfelder, (unten) Rudi Weikert, Konrad Hespelein, Klaus Scheerer, Paul Hedges und Jürgen Schulz. Es fehlen Sandra Koos und Bernhard Kniewasser, der Vorsitzende der Wasserwacht Ortsgruppe. Foto: Foto: Axel vom Berg
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IAS. Drei Buchstaben, hinter denen ein engagiertes Team steht. Es ist ein Team, von dessen Einsatz nicht nur ein Ort, sondern der ganze östliche Landkreis profitiert. IAS ist die Initiative Abtswinder Schwimmbad. Sie ist seit 20 Jahren aktiv.

Schwimmen, planschen, Cocktails trinken, Spaß haben: Die Pool-Party ist alljährlich der Höhepunkt des Jahres im Abtswinder Schwimmbad. So wurde auch am Wochenende wieder bis in die Nacht am und im angenehm temperierten Nass gefeiert. Ein Vergnügen, das die Badegäste dem Engagement der IAS zu verdanken haben.

Wenn sich Bürger zu Initiativen zusammenschließen, geht es häufig darum, eine Entwicklung, ein Bauwerk, einen Abriss oder Ähnliches zu verhindern. Nicht so in Abtswind. „Wir sind keine Initiative gegen etwas, wir sind für etwas“, sagt Rudi Weikert. Sein Name ist von Beginn an untrennbar mit der IAS verbunden. Auf ihn geht ihre Gründung zurück.

Aus dem Abtswinder Schwimmbad könnte man mehr machen – das war seine Ansicht, als er 1996 in den Gemeinderat einzog. Die letzte Sanierung des Freibades war 1970, lag also schon längere Zeit zurück. Weikert hatte nicht den Eindruck, dass die Gemeinde groß investieren wollte. „Ich hatte eher das Gefühl, dass man da etwas auslaufen lassen wollte.“ Für ihn der falsche Weg – und für viele andere auch, wie sich zeigte, als er Mitstreiter suchte. Schnell war ein Kreis von etwa zwölf Leuten gefunden, die sich Gedanken machten, wie man das Freibad unterstützen, den Schwimmsport fördern und die Sanierung des Bades vorantreiben könnte.

Im November 1997 luden sie zu einer Informationsveranstaltung ein. „Da kamen 200 Leute“, erinnert sich Weikert auch heute noch fast ungläubig an das große Interesse. An diesem Abend wurden gleich die Weichen für die Gründung der Initiative gestellt, auf Anhieb fanden sich knapp 70 Mitglieder.

Von Beginn an wollte die Initiative nicht gegen die Gemeinde arbeiten, sondern sie bei der nicht immer leichten Aufgabe, ein Freibad zu betreiben, unterstützen. Und das waren alles andere als leere Worte. Unzählige freiwillige Arbeitsstunden wurden investiert, viel Geld in die Anlage gesteckt, über die Gründung einer Wasserwacht-Ortsgruppe die Badeaufsicht an den Wochenenden gesichert. Die Jahresberichte auf der Homepage geben einen kleinen Einblick in das, was da ehrenamtlich so alles geleistet wurde und wird: Plattenverlegeaktion um das gesamte Becken, Streichaktion Schwimmbecken jede folgende Saison bis zur großen Sanierung, Bau der Wasserrutsche, Verlegung der automatischen Bewässerung für den Rasen, Bau der Liegeterrasse, Gestaltung des Umfeldes des neuen Kleinkinderbeckens und vieles mehr. „Das fand alles immer vor dem Hintergrund statt, dass wir das Bad saniert haben wollen“, erklärt Rudi Weikert. Dass die IAS auch hier im Sinne der Bürger agierte, zeigte sich 2009 bei einer Bürgerbefragung durch die Gemeinde am Tag der Bundestagswahl: 90 Prozent der Wähler wünschten sich eine Sanierung des Abtswinder Schwimmbades.

Die Gemeinde setzte den Wunsch der Bürger um, investierte 1,5 Millionen Euro ins Freibad, unter anderem für Stahlbecken, neue Technik, neue Außenanlagen. Die IAS begleitete die Sanierung, packte zudem kräftig mit an. Federführend bei der Bauaufsicht war damals der heutige Bürgermeister Jürgen Schulz. „Er war ständig draußen und hat die Arbeiten koordiniert“, erinnert sich Rudi Weikert. Dass die Sanierung im Zeitrahmen und trotz der Hochpreisphase auch finanziell im Rahmen blieb, war der IAS mit zu verdanken, denn sie unterstützt das Bad auch finanziell. „Wir haben der Gemeinde bis heute über 100 000 Euro geschenkt“, sagt Rudi Weikert, von Beginn an und noch immer 1. Vorsitzender. „36 000 Euro für die Solaranlage, 8000 Euro für die Kletterspinne...“, nennt er einige Beispiele. Wer denkt, nach Ende der Sanierung sei das hinfällig, der irrt: Erst kürzlich floss wieder viel Geld in verschiedene Bereiche wie den Sandkasten, eine flexible Überdachung des Kinderplanschbeckens und neuen Sand für das Beachvolleyballfeld. „Das sind 10 000 Euro, für die wir noch Spender suchen“, wirbt Rudi Weikert um Unterstützung.

Denn diese Unterstützung und Hilfe durch Bürger und Sponsoren wird weiter benötigt. Auch wenn das Bad saniert wurde, die IAS hat ihren Zweck noch lange nicht verloren – und dabei geht es um weit mehr als nur um die Pool-Party. „Ein Verein kann immer Sachen machen, die eine Gemeinde nicht kann“, so Weikert. Auch weiterhin braucht es ehrenamtliche Aufsicht, Hilfe bei Arbeiten und Spenden für Anschaffungen, die den Badegästen zugute kommen. Den Badegästen, die nicht nur aus Abtswind kommen, sondern aus dem ganzen östlichen Landkreis und vor allem aus den Dorfschätze-Gemeinden. Dass die IAS sich deshalb auch eine Beteiligung der Dorfschätze-Gemeinden an den Schwimmbad-Kosten wünscht, ist wenig verwunderlich. Rudi Weikert: „Das ist für die Gemeinde Abtswind ein ganz schöner Brocken, jedes Jahr.“

Schwimmbad Abtswind

Seit 1933 besitzt die Gemeinde Abtswind ein eigenes Schwimmbad. 1955 wurde es mit einem Kostenaufwand von 42 000 Mark ausgebaut und erweitert. 1970 gab es erneut eine Sanierung. Das Bad wurde modernisiert und beheizt. 2010/11investierte die Gemeinde dann 1,5 Millionen Euro in eine große Sanierung, es wurden Stahlbecken und eine neue Technik eingebaut, die Außenanlagen und die Gaststätte wurden saniert. Len
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