KITZINGEN

"Scrunch" kehrt auf die Bühne zurück

Angesagte Band aus den 1980ern lässt am 27. Januar die Lieder ihrer ersten und einzigen LP wieder aufleben
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Die Band Scrunch tritt am 27. Januar in Kitzingen auf: Thomas Somorowsky, Andreas Kramer, Michael Henke, Franz Müller und Rainer Schamberger freuen sich auf die Begegnung mit vielen alten Bekannten.
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In den 80-er Jahren füllten sie das Dekanatszentrum, brachten die Fans im Kolosseum zum Toben und begeisterten bei Konzerten im Armin-Knab-Gymnasium: Nach langer Bühnen-Abstinenz kehren die Musiker von Scrunch am 27. Januar zurück.

Zusammengekauert sitzt die Person am Boden, hebt abwehrend die Hände. Eine Zeichnung vor weißem Hintergrund, der Bandname oben in Druckbuchstaben, unten der Titel der Platte in Schreibschrift: „three minutes left“. Wer sich bei dieser Beschreibung der Hülle erinnert, dass er die erste und einzige LP der ehemaligen Kitzinger Band Scrunch im Schrank hat, kann sich freuen. Zum einen ist die Platte heute deutlich mehr wert als bei ihrer Entstehung vor 30 Jahren, zum anderen lassen die Musiker die Lieder jetzt bei einem Konzert in Kitzingen wieder aufleben.

Bereits vor mehr als zwei Jahren hatte Franz Müller die Idee, dass Scrunch ein Konzert mit den Liedern der eigenen LP geben könnte. „Drei, vier Proben und in einem halben Jahr stehen wir auf der Bühne.“ So habe er sich das gedacht, erinnert sich der Gitarrist lachend. Ganz so leicht war es dann doch nicht, schließlich leben längst nicht mehr alle ehemaligen Bandmitglieder im Kitzinger Raum, alle haben berufliche und familiäre Verpflichtungen. Sie unter einen Hut zu bekommen, war gar nicht so einfach. Um so größer ist die Freude, dass er am 27. Januar wieder gemeinsam mit Michael Henke, Rainer Schamberger und Andreas Kramer in Kitzingen auftreten wird. Mit dabei ist beim Revival außerdem Thomas Somorowsky für den leider früh verstorbenen Frank Wiesmann.

Ursprung für die Band Scrunch war einst eine KjG-Freundschaft. Müller war Anfang der 1980er Jahre mit Rainer Schamberger und Michael Henke in einer Gruppe der Katholischen jungen Gemeinde Kitzingen, in einer anderen waren Frank Wiesmann und Christoph Wahl.

„Am Anfang haben wir in Jugendgottesdiensten zusammen gespielt, dann auf KjG-Faschingsbällen“, erzählt Müller. Scrunch hieß die Formation damals noch nicht. Black Highway war der erste Bandname. Erst in einem Brainstorming entstand der Name Scrunch, hinter dem kein tieferer Sinn stehe, so Müller. Als Scrunch jedenfalls wurden die Musiker in der Region bekannt. Und zwar nicht nur mit Covermusik, sondern auch mit eigenen Stücken, geschrieben von Franz Müller, denn der Formation genügte es nach einiger Zeit nicht mehr, als reine Coverband zu agieren. Immer öfter spielten sie ihre eigenen Lieder. Die „konzertante Rockmusik“, wie Müller die Musik von Scrunch verorten würde, kam gut an. Vorbilder der Band waren Genesis, Santana und Pink Floyd.

Scrunch war nicht nur bei Auftritten im Gymnasium, im Dekanatszentrum, im Kolosseum oder auf lokalen Festivals erfolgreich. Höhepunkt war für die Musiker 1985 der Sieg beim Musikwettbewerb des Landkreises Kitzingen. Selbst komponierte Stücke standen damals im Mittelpunkt. Das erfolgreiche Abschneiden der eigenen Lieder nahmen die Musiker als Anlass, 1984 in 4-Spurtechnik im Tonstudio von Manfred Radtke in Mönchsondheim tatsächlich eine Platte aufzunehmen, die allerdings nur regional vertrieben wurde. Der Band gehörten damals laut Franz Müller Andreas Kramer (Bass), Rainer Schamberger (Schlagzeug), Michael Henke (Gesang), Harald Sturm (Keyboard), Frank Wiesmann (Klavier) und er selbst an der Gitarre an. Es folgten einige weitere größere Konzerte, „dann wurde es langsam weniger“, wie Müller sagt, schulische und berufliche Gründe trieben alle in unterschiedliche Richtungen. 1987 löste sich die Band nach einem Abschiedskonzert auf.

Einige der ehemaligen Bandmitglieder spielen heute in neuen Formationen. Rainer Schamberger, inzwischen Chefarzt der Inneren Medizin im Klinikum Main-Spessart, zum Beispiel in einer Mediziner-Band. Für Franz Müller, der einst zehn Jahre Klassikgitarre gelernt hat, ist Musik heute das wichtigste Hobby, wie er sagt. Er schreibt noch immer Songs. Scrunch-Fans lässt dieser Satz aufhorchen, denn wie Müller sagt, könnte diese Tatsache „vielleicht dazu führen, dass wir einige neue Songs einstudieren.“ Festlegen will er sich nicht und drückt sich entsprechend vage aus: „Es könnte sein, dass wir das noch ein bisschen fortsetzen.“

Beim Konzert allerdings werden noch keine neuen Lieder zu hören sein. Im ersten Teil spielt Scrunch die Songs der Platte „Three Minutes Left“, da ist eher Zuhören angesagt. Im zweiten Teil geht es mit Coversongs und Party weiter. An alte Zeiten erinnern im Verlauf des Abends nicht nur Video-Mitschnitte von früheren Scrunch-Auftritten, sondern auch andere Musiker-Kollegen, die sich im Landkreis einen Namen gemacht hatten: Die X-Rays werden ebenfalls im Dekanatszentrum zu hören sein.

Auf diese Begegnung freut sich Franz Müller ebenso wie auf auf den gesamten Auftritt. „Für uns Bandmitglieder, die heute an verschiedenen Orten leben, wird es ein großes Erlebnis, alte Freunde und Wegbegleiter aus den Jugendjahren zu treffen“, sagt er. Und ist gespannt, wie die Songs von damals in der heutigen Zeit wirken.

Scrunch und X-Rays

Scrunch: Auf der Bühne stehen am Samstag, 27. Januar, um 20 Uhr im Dekanatszentrum Kitzingen Franz Müller, Andreas Kramer, Rainer Schamberger, Michael Henke und Thomas Somorowsy.

X-Rays: Zu hören sein wird an diesem Abend auch die Band X-Rays mit Peter Lorenz, Thomas Steck, Ingo Guthe, Joachim Enck und Günther Kunz.

Karten: Karten gibt es im Vorverkauf im Buchladen Sauerbrey am Markt in Kitzingen, bei Schreibwaren Stumpf in der Kitzinger Siedlung sowie an der Abendkasse. Der Eintritt kostet fünf Euro.

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