GAIBACH/UNTERSPIESHEIM

Schülerin schreibt zweiten Roman

Sabine Steger bekennt: „Ja, in ihr und überhaupt in dem Buch steckt schon sehr viel von mir selbst“. Die Rede ist von ihrem jüngsten Fantasy-Roman und dessen Heldin, der 17-jährigen Sulay. Pralle 700 Seiten füllen „Lúnlight“.
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Jungautorin: „Lúnlight - Die Chroniken von Leyan“ heißt der Fantasyroman der 18-jährigen Gaibacher Gymnasiastin Sabine Steger. Am Donnerstag liest sie aus ihrem Werk. Foto: Foto: NORBERT VOLLMANN

Sabine Steger bekennt: „Ja, in ihr und überhaupt in dem Buch steckt schon sehr viel von mir selbst“. Die Rede ist von ihrem jüngsten Fantasy-Roman und dessen Heldin, der 17-jährigen Sulay. Pralle 700 Seiten füllen „Lúnlight“.

Die wortgewandte 18-Jährige erzählt in den „Chroniken von Leyan“, so der Untertitel, von zwei verfeindeten Völkern, die einander bekämpfen, und von Sulay, die die Welt verändern soll, und von deren Liebe wider aller Vernunft zu Muyak. Der Junge hat ihr bisheriges Leben zerstört, als er sie mit einer Gruppe fremder, magiebegabter Krieger, die sich selbst Feyj nennen, in eine mystische Welt entführt.

Mit anderen menschlichen Gefangenen, den Nah?ru, wird Sulay zur Kriegerin ausgebildet – für den bevorstehenden blutigen Kampf gegen das Dunkel, das sowohl ihre eigene als auch die Heimat der Feyj zu verschlingen droht. Als Sulay das Ausmaß der bevorstehenden Katastrophe begreift, versteht sie, dass sie eine Entscheidung treffen muss. Sie muss das Dunkel der Dämonen besiegen, das sie selbst in sich trägt.

Wer das Buch in die Hand nimmt, den lässt die Welt rund um Sulay bald nicht mehr los. Immer wieder gewährt die Autorin aus der Ich-Perspektive in die Tiefe gehende Einblicke in die Psyche ihrer Hauptperson. Was geht in Sulay vor, wie denkt sie?

Die Idee vom Buch hatte Sabine Steger seit sie lesen konnte, wie sie erklärt. Bereits mit elf Jahren beginnt die Gymnasiastin am Gaibacher Franken-Landschulheim mit dem Schreiben. 2010 gibt sie ihr Debüt als Autorin mit dem Pferde-Fantasyroman „Kanjak - Retter in der Not“.

Gegenüber den 700 Seiten von „Lúnlight“ nimmt sich ihr Erstlingswerk mit seinen 125 Seiten allerdings vergleichsweise bescheiden aus. Hauptsächlich schreibt sie am Wochenende. Dann sechs bis neun Stunden lang, oft bis in die Nacht hinein. Zwischen acht und 20 Seiten kommen dabei „neben dem Lernen fürs G 8“ heraus.

Mit 17 ist sie fertig mit dem Buch. Denkt sie. Doch ihr Schreibstil hat sich in den vier Jahren stark verändert. Kindliche Gedanken sind denen einer jungen Frau gewichen. So nimmt sich die Autorin vor allem die Anfangspassagen nochmals vor. Die Überarbeitung nimmt ein halbes Jahr in Anspruch. Erst dann ist sie mit dem Ergebnis zufrieden.

Sabine Steger weiß: „In Lúnlight steckt ein Teil meiner Kindheit drin.“ Und auch in der Hauptfigur. Viele meinen sogar eine Ähnlichkeit Stegers mit der Frau auf dem Bucheinband festzustellen. Das in Lila-Tönen gehaltene Bild stammt von der US-Digital-Künstlerin Anna Dittmann. Steger fällt ein Stein vom Herzen, als sie die Zusage Dittmans erhält, ein Kalendermotiv für den Buchumschlag verwenden zu dürfen. Kein Bild hätte besser zum Buchinhalt gepasst als dieses, findet sie.

Die Suche nach einem Verleger gestaltet sich schwierig. Die großen Verlage, so Stegers Erfahrung, setzen in der Regel auf bekannte Zugpferde und zum anderen auf Übersetzungen englischsprachiger Bestseller. Wer als Neuling anklopft, erhalte die stereotype Antwort, dass Kontingente und Budgets für die nächsten fünf Jahre ausgeschöpft seien. Der Weg aus dem Dunkel, der Unbekanntheit, ins Licht ist also schwer. Aber es schreckt sie nicht. „Lúnlight“ ist schließlich im Tredition-Verlag als Taschenbuch, als gebundene Ausgabe und als E-Buch erschienen. Das Hamburger Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, jungen, unbekannten Autoren die Veröffentlichung eigener Bücher zu ermöglichen.

Der Verlag lässt den Autoren dabei kreative Freiheit, bietet ihnen aber zugleich alle Möglichkeiten der modernen Buchvermarktung, auch wenn Sabine Steger weiß, dass wohl das Gros der Bücher über Lesungen verkauft werden muss. Aber das kennt sie schon von „Kanjak“.

Ein Nachfolgeband von „Lúnlight“ ist schon in Arbeit. Auch der Titel steht schon fest: „Lúnrise“. Und noch etwas motiviert die junge Frau, die in Unterspiesheim zuhause ist. Es sind die leuchtenden Augen junger Schüler, wenn sie ihr zu hören. „Es gibt nichts Schöneres, als wenn sich die jungen Zuhörer fürs Schreiben begeistern lassen.“ Am Donnerstag, 4. Februar, wird Sabine Steger um 20 Uhr im Konstitutionssaal aus ihrem Roman vorlesen.

Lúnlight – Die Chroniken von Leyan: ISBN: Taschenbuch 978-3732363100 (19,50 Euro), gebundene Ausgabe 978-3732363117 (26,99 Euro). Das Buch kann auch bei Sabine Steger bestellt werden: luna_shadow@web.de

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