Rödelsee
Tourismus

Schöne Aussichten fürs Frankenland

In Rödelsee entsteht der Wanderweg "Wein und Wahrheit". An anderen Orten gibt es ebenfalls sehenswerte Projekte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Unterhalb der Einsiedelei soll einer von zehn digitalen Bildstöcken errichtet werden. Nur eines von mehreren Projekten, die Weinfranken erlebnisreicher machen sollen.
Unterhalb der Einsiedelei soll einer von zehn digitalen Bildstöcken errichtet werden. Nur eines von mehreren Projekten, die Weinfranken erlebnisreicher machen sollen.
+2 Bilder
Es tut sich was im Frankenland. Und davon haben nicht nur die Touristen etwas. Auch die Wandersleute und Spaziergänger, die Hoteliers und Wirtsleute sollen davon profitieren. Das Ziel umreißt der Vizepräsident der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, Dr. Hermann Kolesch, so: "Wir wollen unsere Spitzenposition im Weintourismus behalten."

Vor Ort, in den Winzergemeinden, hat Dr. Kolesch emsige Mitstreiter gefunden. Ein aktuelles Beispiel: Rödelsee.
Nach einem Workshop vor Ort hat sich vor rund drei Jahren der Arbeitskreis Wanderwege gebildet. Sprecher Peter Hess und seine vier Mitstreiter haben sich ihre Gedanken um die Schönheit Rödelsees gemacht und sich gefragt, wie Geschichte und Geschichten besser als bislang beschrieben werden könnten. Die Lösung: Wein und Wahrheit. Der Wanderweg mit diesem Namen soll noch in diesem Jahr seiner Bestimmung übergeben werden.
Vor kurzem trafen sich die AK-Mitglieder mit Bürgermeister Burkhard Klein und Stefan Issig vom ausführenden Atelier für Gestaltung vor Ort, um sich ein Bild von dem Weg zu machen und die besten Standorte für die Infotafeln und digitalen Bildstöcke zu markieren.

Zehn solcher so genannter digitaler Bildstöcke sollen entlang eines rund drei Kilometer langen Weges aufgestellt werden. Sie informieren beispielsweise über den Judenfriedhof, über die Weinlagen oder die Wallfahrt. Der Clou: Mit Hilfe eines QR-Codes kann der Spaziergänger sich direkt auf die Homepage der Gemeinde verlinken und erfährt so deutlich mehr über das jeweilige Thema.

An ausgewählten Standorten werden die digitalen Bildstöcke errichtet, einer findet seinen Platz auf dem Schwanberg. Etwa 30000 Übernachtungen werden dort Jahr für Jahr gezählt. Touristisches Potenzial, von dem die Gemeinde am Fuß des Berges gerne profitieren möchte.

Dafür nimmt sie viel Geld in die Hand. 110000 Euro werden für den "sanften Tourismus", also für die Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer und Wanderer, zur Verfügung gestellt. 42000 Euro Zuschuss gibt es von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau für den neuen Weg "Wein und Wahrheit."

Für den werden nicht nur digitale Bildstöcke errichtet. Die Küchenmeisterhütte, rund 15 Jahre alt, ist aufgewertet worden. Ein Freisitz für rund 40 Personen mit herrlichem Blick Richtung Schwanberg ist beim Weinbergsgottesdienst am letzten Mittwoch bereits eingeweiht worden. In der Hütte selbst sollen Erklärungen zu den Weinheiligen angebracht werden. Mit Weinlaub und Rosenstöcken wird die Fläche noch verschönert.

Ein paar hundert Meter weiter oben, Richtung Schwanbergplateau, soll ein attraktiver Sitzplatz entstehen, wo jetzt noch dichtes Gestrüpp lagert. Und der Aussichtsturm, von den Einheimischen auch Weintempel an der Schwanleite genannt, wird ebenfalls hergerichtet. Steinplatten werden verlegt, ein Geländer angebracht, eine neue Tür eingebaut. Auch dort soll eine Infotafel aufgestellt werden. Thema: die verschiedenen Religionen.
Und im Ort soll der "Schoppenfetzer", eine Skulptur von Bildhauer Theophil Steinbrenner, nicht nur einen visuellen, sondern bald auch einen akustischen Genuss liefern. "Die Figur wird beispielsweise über die beiden Rödelseer Kirchen berichten", verrät Hess.

Ein Wanderparkplatz am Rand der Gemeinde und am Startpunkt des neuen Weges ist bereits angelegt. "Wir wollen unseren Gästen speziell mit diesem Thema etwas bieten", meint Peter Hess. Und das ist auch angebracht, wie Dr. Kolesch betont. "Die Zeit der klassischen Weinlehrpfade ist vorbei." Gefragt sind vielmehr kreative Ideen, die in den Orten selbst entstehen.

Und so können sich Gäste und Einheimische auf jede Menge weitere Neuerungen freuen: In Sommerach ist der Engelsweg in Planung, in Großlangheim soll die Hardthütte modernisiert werden. "In diesem Zusammenhang wird eine sehr spektakuläre Aussichtsplattform gebaut", kündigt Dr. Kolesch an. Im Rahmen des Projektes "terroir f" entstanden und entstehen außerdem Aussichtsplattformen an ganz besonderen Weinlagen. Bei Volkach und Iphofen sind diese "magischen Orte" bereits eingeweiht. Es ist also kaum zu übersehen: Es tut sich was im Frankenland.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren