KITZINGEN

Schnörkelloser Bau für das Marktcafé-Eck

Einen Blick auf die mögliche Zukunft der Noch-Bauruine Marktcafé warfen am Donnerstagabend die Mitglieder des Kitzinger Verwaltungs- und Bauausschusses.
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„Klare Kante“ zeigt die Computer-Darstellung des Gebäudes, das an Stelle des Kitzinger Marktcafés entstehen soll. Foto: 3-D-Visualisierung: Jürgen Hertel

Einen Blick auf die mögliche Zukunft der Noch-Bauruine Marktcafé warfen am Donnerstagabend die Mitglieder des Kitzinger Verwaltungs- und Bauausschusses. Die Investorengemeinschaft Zapf, Beck und Hertel plant hier auf rund 377 Quadratmetern ein Wohn- und Geschäftsgebäude, an das sich ein von Glas dominierter Anbau – gedacht ist hier an eine Vinothek – schmiegt.

Der Entwurf für das dreigeschossige Haus mit ausgebautem Dach, das Architekt und Mitinvestor Jürgen Hertel präsentierte, kam im Ausschuss offensichtlich gut an. Die Entscheidung über den Verkauf des seit Jahren vor sich hinbröckelnden Areals – schräg gegenüber dem Rathaus an der Marktstraße – trifft allerdings der Stadtrat. Am 10. März soll er über den Verkauf entscheiden, auf der Grundlage der jetzt vorgelegten Pläne.

„Ein Gebäude mit sehr einfachen,

geometrischen Formen.“

Jürgen Hertel Mitinvestor des Projekts Marktcafé

Dem Neubau – zwei Baukörper mit einer verglasten Verbindung – wird die Bauruine weichen und die beiden kleinen, angebauten Häuschen, die noch an der Marktstraße stehen. Nachfolger wäre ein Bau, auf den die Bezeichnung schnörkellos zutreffen würde. In das Haus, laut Hertel „ein Gebäude mit sehr einfachen, geometrischen Formen“ soll im Erd- und ersten Obergeschoss ein Laden einziehen. Rund 500 Quadratmeter könnten geschäftlich genutzt werde.

Ein Stockwerk darüber wäre nach den Plänen der Investoren eine „Praxiszone“ vorgesehen mit knapp 280 Quadratmetern Fläche und im Dach zwei Wohnungen – mit zusammen 150 Quadratmetern.

Ein architektonisches Extra ist der Anbau auf Teilen des kleinen Plätzchen neben der Lamm-Apotheke. Der verglaste Anbau mit rund 100 Quadratmetern könnte nach der Vorstellung der Investoren als Vinothek – eventuell auch als Cafébar – genutzt werden. Hertel denkt hier auch an die Touristen von den Hotelschiffen, die eine Probierstube mit Verkauf dankbar annehmen könnten.

Der Planentwurf verdankt seine Entstehung einer engen Zusammenarbeit zwischen der Investorengruppe, dem Landesamt für Denkmalpflege, Stadtheimatpfleger Harald Knobling und der Bauverwaltung. Die Optimierungsgespräche seien „sehr konstruktiv“ gewesen, betonten Hertel und Stadtplaner Torsten Fischer.

Das einstige Marktcafé hat eine lange „Karriere“ als Bauruine hinter sich. Als 2006 der Einsturz drohte, kaufte die Stadt das vermutlich gut 500 Jahre alte Haus. Der Teilabriss folgte und dann verfiel das Eck, wurde zum Schandfleck im Schatten des Rathauses – nur mühsam mit Planen und einem Bauzaun vor den Blicken geschützt.

Die Chance zum baulichen Neubeginn eröffnete ein Investorenwettbewerb 2015. Das Ergebnis war mager: Nur ein Interessent wollte das kleine Grundstück verwerten – die Kitzinger Investorengemeinschaft, deren Projekt im Ausschuss einigen Beifall erhielt.

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