LÜLSFELD

Schlaue Ideen zur Energiewende

Für ihre innovativen Ideen auf dem Sektor Energieerzeugung und -nutzung hat die ÜZ den bayerischen Förderpreis des Wirtschaftsministeriums erhalten.
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Der bayerische Förderpreis für nachwachsende Rohstoffe geht an die Unterfränkische Überlandzentrale. Aus den Händen von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner nahmen, von links, Geschäftsführender Vorstand Gerd Bock, Vorstandsvorsitzender Elmar Henke, Wernecks Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl und Bernhard Bedenk (Teamleiter für regenerative Projekte) die Auszeichnung entgegen. Foto: Foto: ÜZ

Erstmals seit dem Gründungsjahr 1992 hat ein Energieversorger den bayerischen Förderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“ erhalten. Am Montag fuhr eine Delegation der Unterfränkischen Überlandzentrale (ÜZ) nach Straubing, um den mit 10 000 Euro dotierten Preis im Rahmen eines Staatsakts aus den Händen von Ilse Aigner, Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, entgegenzunehmen.

„Die Energiegenossenschaft sucht stetig zeitgemäße Lösungen für aktuelle technische Herausforderungen, etwa durch den Einsatz von Batteriespeichern, Wärmespeichern für Blockheizkraftwerke, Power to Heat oder intelligente Wärmepumpen für Niedrigenergiehäuser“, heißt es in der Begründung für die Auswahl des Preisträgers.

Intelligente Ladesäulen

Der älteste Förderpreis im Bereich Regenerative Ideen bezieht sich nicht nur auf die Verwendung nachwachsender Rohstoffe zur Energieerzeugung, sondern auch auf regenerative Energien und das Engagement in der E-Mobilität. So installiert die ÜZ intelligente Ladesäulen und Schnellladesäulen.

Sie entwickelt Nahwärmekonzepte mit industrieller Abwärmenutzung. Beispiel ist die Nahwärmeversorgung Gerolzhofen-Nord, wo Abwärme des Schleifscheibenherstellers St. Gobain für die Wärmeversorgung des Schulzentrums Nord und anderer größerer Objekte in diesem Stadtteil genutzt wird.

Engagiert ist die ÜZ auch in der Kaltwärmeversorgung, wie zum Beispiel im Neubaugebiet „Am Nützelbach“ in Gerolzhofen, wo 30 der 31 Grundstücke an dieses Energiesystem angekoppelt sind.

Ilse Aigner nannte weiter unter anderem die ÜZ-Entwicklung einer Fernsteuerbox für Traktoren, die Vernetzung von Biogasanlagen sowie seit 2002 Windparks mit breiter regionaler Beteiligung.

Außerdem setzt die ÜZ auf Power-to-Heat-Systeme, also Wärmegewinnung mit Hilfe von Strom. Mit Stromüberschüssen werden dabei Heißwasserkessel mit einer Art Tauchsieder beheizt. Damit wird die herkömmliche Öl- oder Gasheizung entlastet. Denn immer noch werden 40 Prozent der Primärenergien wie Öl, Gas oder Johle für die Wärmeerzeugung verheizt.

Die Anwältin der Energiewende

Die Delegation aus Lülsfeld führte geschäftsführender Vorstand Gerd Bock an, begleitet von Bernhard Bedenk, dem Teamleiter für regenerative Projekte und Sektoren und Vorstandsvorsitzendem Elmar Henke. Für die Gemeinden, die mit der ÜZ zusammenarbeiten, war stellvertretend die Wernecker Bürgermeisterin Edeltraud Baumgärtl dabei. „Sie ist die Anwältin für die Energiewende“, sagt Gerd Bock. Ohne das Mitwirken der Kommunen seien letztlich alle Anstrengungen der ÜZ vergebens.

Besonders freut man sich bei ÜZ, dass man sich für diesen Preis nicht beworben hatte, sondern ausgewählt wurde. Wie die ÜZ das Preisgeld genau verwenden wird, konnte Gerd Bock noch nicht sagen. Fest steht aber, dass es wieder in eine innovatives Projekt der Energienutzung fließen wird.

Die Preisverleihung war eingebettet in das 25-jährige Bestehen des Beratungsforums „Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Energie-Netzwerk (C.A.R.M.E.N), das 1992 auf Initiative der Bayerischen Staatsregierung als Informationsplattform rund um Bioenergie, nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien gegründet wurde.

Den Förderpreis gewann letztmals aus der Region im Jahr 2009 das Kloster Münsterschwarzach für sein herausragendes Erneuerbare-Energien-Konzept.

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