Kitzingen

Schauen, Reinsetzen, Nachfragen

Die Automeile zieht seit Jahren beim Kitzinger Frühling die Besucher an. Auch am Sonntag sind viele Händler vertreten. E-Mobilität spielt eine immer größere Rolle.
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Elektro-Autos wecken mehr und mehr Interesse: 2018 waren vom chinesischen BYD e6 mit 400km Reichweite über Smart und Hyundai bis zum Tesla verschiedenste Modelle beim Kitzinger Frühling zu sehen. Auch in diesem Jahr ist der Elektroauto Kitzingen Stammtisch wieder vertreten. Auf der Automeile stellen außerdem viele Händler Autos verschiedenster Marken vor. Foto: Foto: Lothar Pfeuffer
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Blech, Chrom und PS gibt es Tag für Tag auf den Straßen der Kitzinger Innenstadt. So ist es auch am morgigen Sonntag – und doch ganz anders: Beim Kitzinger Frühling präsentieren die Händler auf der Automeile ihre neuesten Modelle. Auch der Elektroauto-Stammtisch ist mit zahlreichen Fahrzeugen vertreten. Warum sie sich alle beteiligen? „Weil es Spaß macht“, sagt Andreas Mücke, einer der Aussteller.

Den Kitzinger Frühling gibt es seit 18 Jahren. 2001 lud der Stadtmarketingverein erstmals dazu ein – damals noch neben dem Maiblütenfest, das einen Monat später über die Bühne ging. Es sollte das letzte Maiblütenfest sein – der Kitzinger Frühling ist so etwas wie die Nachfolgeveranstaltung geworden. Jahr für Jahr zieht der erste verkaufsoffene Sonntag in der Stadt mit seinem großen Rahmenprogramm und vielen Aktionen tausende von Besuchern an.

14 Kitzinger Auto- und Zweiradhändler präsentierten am Sonntag, 1. April 2001, ihre Fahrzeuge auf den Straßen der Stadt. Die Idee kam bestens bei den Besuchern an. Auch heute noch ist die Automeile neben der Handwerkermeile und den offenen Geschäften ein Highlight des Kitzinger Frühlings. „Autos und Neuwagen faszinieren die Leute einfach“, weiß Frank Gimperlein. „Das Auto ist ja das Lieblingsspielzeug der Männer“, sagt der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins – der große Andrang rund um die Fahrzeuge bestätigt es immer wieder. Und so hat der Stadtmarketingverein die Automeile mit den Jahren nach und nach ausgebaut. Inzwischen zieht sie sich von der Falterstraße über den Königsplatz bis in die Kaiserstraße.

Der StmV will den Besuchern einen guten Überblick über den Markt geben. Neben BMW, Audi und VW sind laut Gimperlein Mercedes, Toyota, Ford und Opel vertreten, es gibt Nutzfahrzeuge zu sehen und Campingmobile. Viele Hersteller bringen E-Autos mit. „Es ist alles da“, so Gimperlein, dazu Fahrschulen, Tuning-Firmen und der TÜV. Auch die Blaulicht-Familie mit Feuerwehr, Polizei, Verkehrswacht und BRK stellt ihre Arbeit und ihre Fahrzeuge vor.

Die Automeile kommt nicht nur bei den Besuchern gut an, sondern auch bei den Autohäusern. Für viele ist es selbstverständlich, dass sie Jahr für Jahr in der Innenstadt ihre Fahrzeuge präsentieren, der Kitzinger Frühling steht alljährlich fest in ihren Kalendern.

Wenn er über die Automeile beim Kitzinger Frühling spricht, wählt Andreas Mücke einen Ausdruck, der zu seiner Branche passt: „Da gibt es einen großen Traffic“, sagt der Geschäftsleiter des Autohauses Spindler in Kitzingen. Sprich, da ist mächtig viel los. Entsprechend viele Menschen schauen sich die Autos an und stellen Fragen zu den Modellen. „Der Kitzinger Frühling macht Spaß“, findet Mücke. Etwa 15 Fahrzeuge wird das Spindler-Team am Sonntagfrüh in die Innenstadt bringen. „Wir wählen aus, was aktuell ist.“ In diesem Jahr zum Beispiel den VW T-Roc und den Audi Q3. Zehn Mitarbeiter stehen für Gespräche zur Verfügung.

So wie das VW- und Audi-Autohaus ist auch BMW schon lange bei der Automeile dabei. „Wir sind sogar Gründungsmitglied“, erklärt Christof Braterschofsky, Geschäftsführer von Tief-Dörfler. Das Autohaus habe einen wunderschönen Ausstellungsraum, sagt er, aber man sei darauf angewiesen, dass die Menschen dorthin kommen. Bei der Automeile sei es umgekehrt: „Da kommen wir zu den Menschen.“ Sehen und gesehen werden, das ist für Unternehmen wichtig. Wenn sie „ein interessantes Auto in einer schönen Farbe“ sehen, kommen die Leute auf den Geschmack, weiß Braterschofsky. Welche Farben derzeit „in“ sind? Weiß und Schwarz gehen immer, vor allem aber Blau und Grau seien im Kommen. Das 8er Cabrio und den neuen Z4 bekommen die Besucher am Sonntag zu sehen, aber auch den neuen 3er BMW und mehrere SUV. „Wir kommen mit zehn Autos und haben auch ein Elektrofahrzeug dabei.“

E-Autos sind ein wichtiges Thema. Das finden auch Lothar Pfeuffer, Frank Stadtelmeyer und André Henß vom Elektroauto Kitzingen Stammtisch und deshalb sind sie seit einigen Jahren beim Kitzinger Frühling vertreten, Stadtelmeyer seit 2016, Pfeuffer seit 2017. Vom Smart über einen Transporter und einen umgebauten VW-Bus bis zum Tesla bringen die Elektroauto-Freunde am Sonntag zahlreiche Fahrzeuge mit, die in der Ritterstraße zu sehen sein werden. Die meisten werden von Privatleuten ausgestellt, die selbst Rede und Antwort stehen und von ihren Erfahrungen erzählen.

„Wir wollen aus unserem Alltag berichten und den Leuten zeigen, dass Elektromobilität bereits heute eine 100-prozentige Alternative ist“, sagt Lothar Pfeuffer. Er lenkte 2012 zum ersten Mal ein E-Auto und war sofort begeistert. Seitdem versucht er aufzuklären und zu informieren. Er gibt seine Erfahrungen an Interessierte weiter, berichtet über seine Fahrten, über Reichweiten, über die Standorte von Ladestationen und vieles mehr. Am Stammtisch, in der Internet-Community und bei Veranstaltungen wie dem Kitzinger Frühling. „Unser Ziel ist es nicht, Elektroautos zu verkaufen“, macht er deutlich. „Wir wollen Impulsgeber sein, dass die Leute nach Elektroautos fragen und die Händler somit auch etwas anbieten müssen.“ Die Elektromobilität ist ihre Leidenschaft, und so ist es wenig verwunderlich, dass auch bei Frank Stadtelmeyer das Engagement beim Kitzinger Frühling mit einem Wort verbunden ist: Dabei zu sein und mit den Leuten zu reden, „das macht einfach Spaß“.

Kitzinger Frühling

Am Sonntag, 14. April, findet gleichzeitig mit dem Kitzinger Frühling und dem Tag der offenen Gärtnereien von 13 bis 18 Uhr der erste verkaufsoffene Sonntag statt. Die Geschäfte haben geöffnet, Autos, E-Autos und Fahrräder werden präsentiert. Dienstleister und Handwerker stellen sich vor, ebenso die Blaulichtfamilie. Es gibt Live-Acts und Musik am Marktplatz, am Falterturm und am Königsplatz, am Platz der Partnerstädte einen italienischen Markt. Auch darüber hinaus ist für das leibliche Wohl gesorgt. In Etwashausen haben zwei Gärtnereien geöffnet, ein Shuttlebus dorthin ist eingerichtet.


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