PRICHSENSTADT

Sattes Plus bei Prichsenstadter Forstbetriebsplan

Es ist außergewöhnlich: Die Prichsenstadter machen mit ihrem Wald ein dickes Plus. Dass der Forst nicht nur Freude macht, ist dem Sommer 2015 zu „verdanken“.
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Brennholz (Symbolbild) Foto: Foto: Forstbetrieb

Normalerweise ist ein Gemeinde- oder Stadtrat froh, wenn beim Forstbetriebsplan unter dem Strich die berühmte „schwarze Null“ steht oder sich die Verluste in Grenzen halten. Was beim Ergebnis des Jahresbetriebsplanes 2016 in Prichsenstadt ergab, darüber rieben sich die Stadträte die Augen: 25 000 Euro bleiben in diesem Jahr übrig.

Für das Jahr 2017 prognostizierte Stadtförster Hubertus König immerhin einen Überschuss von 5515 Euro. Und: mit dem Hiebsatz von 1145 Festmetern Holz sei bei einer Planung von 1150 Festmetern „eine Punktlandung gelungen“.

Wobei sich allerdings der mögliche Überschuss für das Jahr 2017 durchaus noch relativieren könne, so der Stadtförster. „Das hängt mit den staatlichen Zuschüssen zusammen, die zwar besprochen sind, deren Auszahlung aber noch offen ist“, so König. Grund sei, dass diverse Förderprogramme aus Geldmangel eingestellt worden seien – ein hochkomplexes und in der Bewilligung ständig schwankendes Verfahren, das der Förster im Auge behalten wird. Der Antrag ist auf jeden Fall schon unterwegs. Der Stadtrat stimmte dem Forstbetriebsplan 2017 zu.

Der Betriebsplan 2016 ist schon im Sommer 2015 über den Haufen geworfen worden. Vor allem der heiße August, berichtete König, habe den Wäldern sehr schwer zugesetzt. Es mussten Bäume gefällt werden, die gar nicht hätten gefällt werden sollen, „wir sprechen da von einem Zwangshieb“. Dafür sind bei anderen, die an der Reihe gewesen wären, die Äxte gar nicht erst angesetzt worden.

Der Förster musste umdisponieren, denn gut 61 Prozent der gefällten Bäume fielen unter den Zwangshieb. „Das hängt mit der Trockenheit zusammen, bei der Schädlinge die Bäume befallen, dann gab es wieder eine feuchtere Zeit, in der wieder andere Schädlinge ihr Unwesen getrieben hatten.“

Nun ist es nicht so, dass das in Prichsenstadts Stadtwald geschlagene Holz wegen der Trockenheit minderwertig sei, so König. „Über uns schwappt gerade eine rustikale Modewelle hinweg, sprich: rustikale Eiche geht immer.“ Seien es Clubs oder Discotheken, das Eichenholz sei sehr gefragt und werde auch gut bezahlt. 200 Euro pro Festmeter gingen eigentlich immer, teilweise seien die gezahlten Preise mehr als doppelt so hoch.

Um die Vermarktung des Holzes aus Prichsenstadt und die gesamten Forstarbeiten kümmert sich das Forstunternehmen Reith mit Sitz in Arnstein, Hubertus König ist der für Prichsenstadt (und weitere Orte der Region) zuständige Förster.

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