NORDHEIM

Sandabbau in der Au: offenes Verfahren

Der umstrittene Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au geht ins Genehmigungsverfahren. Das soll offen laufen, dürfte aber die Kritiker keineswegs beruhigen.
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Die Nordheimer Au bleibt umstritten: Dieses Foto vom Herbst 2016 – mit dem Volkacher Ortsteil Köhler im Vordergrund – zeigt das Streuobstwiesengebiet, wo die Kitzinger Firma LZR (Lenz-Ziegler-Reifenscheid) einen Sand- und Kiesabbau plant. Das Kitzinger Landratsamt prüft die Genehmigungsunterlagen, die Bürgerinitiative Kitzinger Au bekämpft das Vorhaben. Foto: Foto: Harald Meyer

Einen Schritt voran macht das Genehmigungsverfahren für den geplanten und heftig umstrittenen Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au. Die nachgebesserten Plansätze der Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) seien inzwischen an alle Beteiligten – auch die Bürgerinitiative (BI) Nordheimer Au – gegangen, heißt es aus dem Landratsamt.

Frist läuft bald ab

Sehr viel Zeit zum Nachdenken über die Pläne von LZR, auf rund neun Hektar Fläche zwischen Main und Radweg die Rohstoffe abzubauen, bleibt nicht. In rund zweieinhalb Wochen laufe die Frist für eine Stellungnahme ab, so das Landratsamt in seiner Stellungnahme.

Der Sandabbau, der nach den LZR-Plänen auf zehn Jahre angelegt ist, stößt weiter auf den Widerstand der BI und des Vereins „Erhalt der Volkacher Au“. Deren Hoffnung, die Regierung von Unterfranken werde die Pläne über ein aufwendiges Raumordnungsverfahren ins Straucheln bringen, zerschlugen sich im Februar. Die Würzburger Behörde sah die Abbaupläne als genehmigungsfähig an.

Immerhin: „Das Landratsamt strebt ein offenes Verfahren an, an dem sich alle betroffenen Bürger und Interessenverbände beteiligen können“, heißt es auf Nachfrage. Die Beteiligung solle über die Gemeinden und die Bürgerinitiative erfolgen.

Umweltverträglich?

Was die Kritiker des geplanten Sandabbaus im Mainvorland weniger freuen dürfte: Die erhoffte Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Gelände, das in den Augen der BI und ihrer Unterstützer eine wertvolle Landschaft mit vielen schützenswerten und auch sehr seltenen Tierarten ist, ist wohl durch das behördliche Prüfungsraster gefallen.

Sowohl der Regionale Planungsverband, als auch das Wasserwirtschaftsamt und die Regierung von Unterfranken sehen laut Landratsamt eine „UVP nicht als notwendig an.“ Stattdessen werde ein Plangenehmigungsverfahren durchgeführt.

Auflagen zum Naturschutz Die Belange des Naturschutzes sind nach Meinung des Landratsamts innerhalb des Verfahrens berücksichtigt. Negative Auswirkungen des Sand- und Kiesabbaus seien „voraussichtlich in angemessenem Umfang kompensierbar“, wenn die Auflagen zur Vermeidung von Beeinträchtigung erfüllt sowie Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt würden.

Der Naturschutz ist eines der Argumente der BI gegen die LZR-Pläne. Daneben macht sie sich Sorgen wegen Lärm und Schmutz, hält 40 Laster pro Tag für ein Problem, das auch den Tourismus gefährde. LZR dagegen pocht auf ein reduziertes Grabungsgebiet (sieben Hektar) und fünf Bauabschnitte, die jeweils einzeln ausgebeutet und dann – renaturiert – als Naherholungsbereiche umgestaltet würden.

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