Geiselwind
Unterhaltung

Saisonstart im Freizeit-Land Geiselwind

Michael Mensinger und sein Team vom Freizeit-Land Geiselwind trotzen dem langen Winter. Mensch und Tier sind auf eine schöne, lange und unterhaltsame Saison vorbereitet.
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Die Tür steht schon offen. Fotos: Rainer Fritsch
Die Tür steht schon offen. Fotos: Rainer Fritsch
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Am Karfreitag wollte Michael Mensinger als Geschäftsführer des "Freizeit-Land Geiselwind" wie in den vergangenen Jahren wieder den Startschuss für die neue Saison geben. Angesichts des frühen Ostertermins in diesem Jahr hatte er aber schon im Vorfeld bedenken, ob das Wetter zumindestens einigermaßen für einen Besuch des Freizeit-Landes geeignet ist.

Dass es nun aber mit Schnee, Frost und Eis auf den kleinen Weihern auf dem Gelände so schlimm werde, damit hatte er nach seinen Worten nicht gerechnet.

"Notgedrungen mussten wir den Start auf den Ostermontag, 1. April, verschieben", erklärte Michael Mensinger in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Dafür gebe es mehrere Gründe: Einige Tiere könnten wegen der Kälte ihre Freigehege noch nicht beziehen, Und es gebe auch technische Probleme bei einigen Fahrgeschäften, stellte Mensinger fest.
Die Flamingos warten schon sehnsüchtig in ihrem Winterquartier darauf, wieder im Freien sein zu können, aber ihr Teich friert zu und so könnten sie auch nicht gefüttert werden. Bei Temperaturen unter null Grad kann Unternehmer Mensinger auch nicht die Achterbahn betreiben.

Auch die Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten, an denen sich derzeit 40 Personen im 40 Hektar großen Park beteiligen, laufen in diesem Jahr unter erschwerten Bedingungen.

Aus einigen Wasserbecken musste erst das Eis unter größeren Anstrengungen entfernt werden, damit diese neu abgedichtet beziehungsweise gestrichen werden konnten. Viel Arbeit bringt das Reinigen und vor allem das Entfernen des vielen Laubes mit sich; denn das Freizeit-Land ist mit vielen Bäumen bewachsen und hat damit eigentlich einen richtigen Parkcharakter.

Im Dinosaurierhaus ist Daniel Huscher aus Kitzingen, der erstmals im Freizeit-Land arbeitet, dabei, neue Pumpen und Beleuchtungsstrahler anzubringen. Mit Elektronik sind auch die Akrobatikkünster in ihren Zelt beschäftigt. Eine besondere Arbeit führten die Tierbetreuer Martin Würsching und Birgit Scheuring wenige Tage vor der Eröffnung durch: Sie beringten acht Störche mit bunten Ringen. "Wenn einer ausreißt, können wir den Storch dann schnell wieder in sein entsprechendes Gehege zu seinem Patner bringen", erklärte Martin Würsching.

Aber nicht nur die 40 Mitarbeiter des Freizeit-Landes waren am Karfreitag mit den unterschiedlichsten Arbeiten beschäftigt (in der Saison arbeiten 80 Personen im Freizeit-Land), auch acht Frauen des Vereins für Ortsverschönerung und Gartenbau Geiselwind schmückten den Osterbrunnen. Nach den Worten der 2. Vorsitzenden Renate Mahr führt der Verein diese Arbeiten schon seit über zehn Jahren aus, da man ein sehr gutes Verhältnis zu Michael Mensinger habe. Mit dabei waren Edith Gegner, Marianne Wittmann, Andrea Lohmann, Christa Dürr, Irmgard Mahr, Anneliese Glaser und Christa Mahr. "Als Dankeschön gibt es Kaffee und Kuchen und hoffentlich auch eine Freifahrt in der Achterbahn", sagte Anneliese Glaser lachend.

Während einige Tiere noch im Winterquartier auf den ersten Freigang warten, sind einige schon auf Besucher eingestellt. So zeigte sich ein Pfau in toller Pose, und bei den Ziegen gibt es schon Nachwuchs. Die meisten Zicklein werden nach den Worten Mensingers aber im Mai geboren. Die Hühner trotzen auch der Kälte, versuchen aber immer wieder, den einen oder anderen Sonnenstrahl zum Aufwärmen zu erhaschen. Keine Probleme mit der Kälte haben die Affen, denn denen wächst im Winter ein dickeres Fell. Nicht zufrieden mit dem Wetter sind die Schwäne, weil deren Gewässer größtenteils noch zugefroren sind.

1969 mit vielen Tieren eröffnet

Rund 500 Tiere hat das Freizeit-Land Geiselwind. Die Tiere waren die Hauptattraktion, als der Park 1969 eröffnet wurde. Noch heute sind die vielen Vierbeiner und das muntere Geflügel das Alleinstellungsmerkmal des Freizeitgeländes in Geiselwind. Michael Mensinger ist sichtlich stolz darauf. Auch die vielen Bäume mit Weihern und Bächen böten einen guten Kontrast zu der vielen Technik bei den Fahrgeschäften.

In diesem Jahr steht die Saison unter dem Motto "Lassen Sie sich be Geistern". Michael Mensinger verrät, dass viele kleinere und größere Geister im Freizeit-Land zu sehen sein werden. Sein Unternehmen mache jedes Jahr eine Umfrage, unter welchem Motto die nächste Saison ablaufen solle, und im vergangenen Jahr sei das eindeutige Votum auf "Geister" gefallen. In einer großen Geisterbahn werden daher als besondere Attraktion nicht nur elektrische Puppen ihr Unwesen treiben. Michael Mensinger hat echte Schauspieler angeheuert, die den Besuchern dann so richtig auf den Geist gehen können. "Wir wollen aber keine blutrünstigen Geister präsentieren, weil wir die kleinen Kinder nicht erschrecken wollen", betonte Michael Mensinger beim Rundgang. Unter dem Motto "Geister" gibt es als neues Unterhaltungsangebot auch eine Geisterjagd (Ghosthunter) mit temporeicher Akrobatik und toller Komik. Im 4D-Kino geht es hautnah zu Elvira, der Fürstin der Dunkelheit. "Spannung pur", kommentiert Mensinger.

Er selbst ist von seinem Freizeit-Land immer wieder begeistert. "Es ist ein toller Beruf, hier arbeiten zu können", erklärte er im Gespräch, auch wenn die Arbeitszeit in der Saison an sechs Tagen in der Woche elf Stunden betrage. Einen Tag in der Woche nimmt er sich frei. Angetan ist er von der Natur, der vielseitigen Arbeit und den vielen Menschen, mit denen er in Kontakt kommt. Er hofft, dass es heuer wieder viele Besucher werden.

Rekord nach der Wende

Im Jahr 2012 waren es 300.000 Gäste. Der Rekord liegt bei einer halben Million, als nach der Wende sehr viele Besucher aus Ostdeutschland kamen. Mensinger besucht gerne andere Freizeitparks. Die rund 30 in Deutschland kennt er alle durch eigene Besichtigung und auch in Europa hat er noch keinen ausgelassen. Fast umgeworfen hätten ihn die Freizeitanlagen in den USA. Am besten gefällt ihm aber das Freizeit-Land in Geiselwind- seine persönliche Heimat mit all den Tieren, Artisten, Helfern und örtlichen Vereinen.
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