NORDHEIM

Ratsmehrheit stemmt sich gegen Sandabbau in der Au

Mit zehn gegen zwei Stimmen hat der Nordheimer Gemeinderat die Sand- und Kiesabbaupläne in der Au abgelehnt. Der rätliche Widerstand erhielt weiteren Rückenwind.
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Das geplante Sand- und Kiesabbaugebiet in der Au bei Nordheim. In der Gemeinderatssitzung stimmten von den zwölf Ratsmitgliedern nur zwei für das Vorhaben der Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid. Foto: Foto: Strecker

Der mehrheitliche Widerstand im Nordheimer Gemeinderat gegen die Sand- und Kiesabbaupläne in der Au ist jetzt offiziell: In der Sitzung am Montagabend stimmten von den zwölf Ratsmitgliedern lediglich Bürgermeister Guido Braun und dessen Stellvertreter Waldemar Braun für das Vorhaben der Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid, wie Ratsmitglied Dieter Knoblach und Björn Schotta von der Bürgerinitiative Nordheimer Au informierten.

Schulterschluss mit der Bürgerinitiative

Mit dem Beschluss gegen das umstrittene Projekt stellt sich die Ratsmehrheit neben die Bürgerinitiative Nordheimer Au (BI), die die Zerstörung des Geländes zwischen dem Altmain und dem Radweg Richtung Sommerach befürchtet. Wie es aus Stadtrats- und BI-Kreisen heißt, haben sich zuletzt auch der Weinbauverein und die Ortsgruppe des Bayerischen Bauernverbands mehrheitlich gegen die LZR-Pläne ausgesprochen.

Die endgültige Entscheidung im Gremium fiel laut Auskunft der Informanten vor größerem Publikum. Bei der Sitzung anwesend waren neben Willi Lenz, Geschäftsführer der Firma LZR, auch zahlreiche Mitglieder der Bürgerinitiative Nordheim sowie Bürger aus Köhler im Saal. Es habe aber weder Wortmeldungen noch irgendwelche Anmerkungen gegeben.

Weitere Gegner mit im Boot

Bereits vor 14 Tagen hatte sich der Gemeinderat Nordheim eingehend mit der Stellungnahme zum Bau- Projekt in der Nordheimer Au beschäftigt, die das Landratsamt für den Genehmigungsprozess benötigt. Bis zur gestrigen Sitzung bestand die Möglichkeit der Einarbeitung weiterer Kritikpunkte an der Baumaßnahme.

Der Genehmigungsantrag von LZR für den Kies- und Sandabbau auf rund neun Hektar im Mainvorland wird auf weitere negative Stellungnahmen treffen. Nach der eindeutigen Ablehnung des Bund Naturschutz, Ortsgruppe Volkach, sind jetzt auch der Nordheimer Bauernverband und der Weinbauverein mit im Boot.

Weinbauverein sorgt sich um Tourismus

Der Weinbauverein Nordheim, so eine Rückfrage bei Vorstandsmitglied Simon Trost, begründet seine Entscheidung unter anderem mit möglichen Umsatzeinbußen der Nordheimer Betriebe und eine große Einschränkung „in der touristischen Entwicklung unseres Weinortes“. Viele Investitionen der letzten Jahre würden dadurch gefährdet.

Durch die Sandabfuhr mit rund 20 Lastern pro Tag (40 Fahrten) und dem damit verbundenen Lärm und der Zunahme des Verkehrsaufkommens durch den Schwerverkehr habe man Bedenken, dass vor allem die Laufkundschaft dem Ort fern bleiben könnte.

Schließlich führe der Mainradweg durch das Abbaugebiet und die Abfuhrstrecke sei laut Antrag sogar auf dem Radweg geplant. Die weitere Abfuhr soll über die Kreisstraße durch Nordheim verlaufen, an der auch viele Winzer- und Übernachtungsbetriebe liegen.

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