NORDHEIM

Räte stemmen sich gegen Sandabbau in der Au

Auf eine deutliche Ablehnung stößt der in der Au geplante Sand- und Kiesabbau im Nordheimer Gemeinderat. Das Nein ist noch nicht endgültig.
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Mit einer Banneraktion machte die Bürgerinitiative Nordheimer Au gegen den geplanten Sand- und Kiesabbau in Nordheim mobil. Foto: Foto: Walter Braun

Auf eine überraschend deutliche Ablehnung stößt der in der Au geplante Sand- und Kiesabbau im Nordheimer Gemeinderat. Der stellte sich am Montagabend in einer vorläufigen Stellungnahme zu dem auf neun Hektar geplanten Areal an die Seite der Bürgerinitiative „Nordheimer Au“, die die Zerstörung des Geländes zwischen dem Altmain und dem Radweg Richtung Sommerach befürchtet.

Viele Zuhörer im Ratssaal

Das im Ort heftig umstrittene Vorhaben der Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) bescherte dem Gemeinderat dicht besetzte Zuhörerreihen im Sitzungssaal. Schließlich geht es – wie mehrfach berichtet – um ein Vorhaben, das im Mainvorland zehn Jahre lang tiefe Eingriffe vorsieht. Gegner des LZR- Projektes ist neben der Bürgerinitiative auch der Verein „Erhalt der Nordheimer Au“.

Eine Abfuhr gab es jetzt auch im Gemeinderat, der am Montag in einer vorläufigen Stellungnahme zum Antrag auf wasserrechtliche Genehmigung – Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt – Stellung bezog. In einer Vorberatung hatte sich das Gremium laut Bürgermeister Guido Braun aus mehreren Gründen gegen den geplanten Abbau gestellt.

Sorge um wertvolle Kulturlandschaft

So stehe das Vorhaben nicht im Einklang mit der Regionalplanung. Es sei weder als Vorrang- noch als Vorbehaltsgebiet für die Rohstoffgewinnung von Sand und Kies ausgewiesen, gab der Bürgermeister die Meinung aus dem Gremium weiter.

Zudem werde eine intakte Naturlandschaft mit all ihren ökologischen Lebensräumen auf unbestimmte Zeit zerstört, berichtete Braun. Beeinträchtig werde auch das Landschaftsbild sowie die Erholungsfunktion des Naturraumes für den Menschen.

40 Laster auf der Kreisstraße

Das Vorhaben steht nach Aussage des Gemeindechefs auch nicht im Einklang mit der Flächennutzungsplan der Gemeinde. Die Flächen in der Au seien für eine landwirtschaftliche Nutzung ausgewiesen. Auch der Unterbau der Kreisstraße, über die die LZR-Laster rollen sollen, sei nach Meinung des Gemeinderats nicht für die Belastung mit den zusätzlich geplanten 40 Fahrten pro Tag ausgelegt. Dadurch werde die Fahrbahn in Kürze verschlissen sein, so die Befürchtung.

Bürgerinitiative bekommt Rückenwind

Hinzu kämen Staub-, Lärm- und Abgasbelastungen, die gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich bringen würden, so Braun in seinem Vortrag zur Ratsmeinung. Für Weinbaubetriebe und Pensionen seien Einbußen zu befürchten.

Auf klare Ablehnung trifft auch die geplante Zufahrt über die Brücke im Bereich des Nordheimer Containerplatzes. Die sei für diese Belastung nicht ausgelegt. Wie Bürgermeister Braun betonte, hätten sowohl die Gemeinde als auch die Einwohner von Nordheim in den vergangenen zehn Jahren viel Arbeit und Investitionen zum Aufbau des Tourismus getätigt. Durch die Baumaßnahme sei nach Meinung des Gemeinderats mit erheblichen Umsatzeinbußen zu rechnen. Das Gremium unterstützt auch die Petition der „Bürgerinitiative Nordheimer Au“, die die Zerstörung der Kulturlandschaft am Altmain verhindern will.

Beifall für die kritischen Räte

Die Ratsmeinung stieß in der Sitzung auf ungewohnten Beifall. Bei der anschließenden Diskussion zur Stellungnahme der Gemeinde an das Landratsamt gab es noch einzelne Stellungnahmen. Uwe Schindler aus Köhler plädierte für einen Antrag auf Prüfung des Raumordnungsverfahrens und verwies auf Anforderungen zum Lärmschutz bei der Planung von Abbauflächen für Kies und Sand. Björn Schotta, Sprecher der Bürgerinitiative Nordheim, sprach sich für die Einbindung der Stellungnahme des Bundes Naturschutz Volkach aus.

Endgültig auf den Weg ins Landratsamt gebracht wird die Stellungnahme der Gemeinde Nordheim am 9. Mai. Bis dahin nimmt die Gemeinde noch Anregungen und Wünsche entgegen.

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