Kitzingen
Gesellschaft

Projekt zum 100-Jährigen des KKV Kitzingen

Wie entwickelt sich das Zusammenleben der Menschen? Wie kann das Berufsleben gelingen? Beim katholischen Verband KKV machen sich die Mitglieder viele Gedanken über diese Fragen. Zu feiern haben sie aber auch etwas.
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Arbeiter sind mit dem Abbau einer Bühne beschäftigt. Mit der Entwicklung der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Arbeitskultur beschäftigt sich der KKV in seinem Jahresthema. Ergebnisse werden bei der Jubiläumsfeier des Kitzinger Ortsverbandes vorgestellt. Foto: dpa
Arbeiter sind mit dem Abbau einer Bühne beschäftigt. Mit der Entwicklung der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Arbeitskultur beschäftigt sich der KKV in seinem Jahresthema. Ergebnisse werden bei der Jubiläumsfeier des Kitzinger Ortsverbandes vorgestellt. Foto: dpa
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In der Arbeitswelt sollte es human, solidarisch und gerecht zugehen. Das ist aber oft nicht der Fall. Menschliche Schwächen kommen diesem Ziel in die Quere. "Die Gier ist das Schlimmste in unserer Gesellschaft. Viele wollen sich bereichern", sagt Klaus Engert, der Vorsitzende des KKV Constantia Kitzingen. Die Korruption weite sich mehr und mehr auch in Deutschland aus - eine beunruhigende Entwicklung. Was dagegen unternommen werden könnte, erarbeitet KKV mit seinem Jahresthema "Die neue Arbeitskultur".

Bei diesem Projekt mit weiteren Verbänden und Kooperationspartnern geht es in einer breiten Diskussion um Grundlagen für die kooperative Arbeitswelt von morgen. Seit dem vergangenen Jahr sammelt der KKV bei verschiedenen Veranstaltungen Regeln für eine gelingende Zusammenarbeit. Beim Landestreffen in Münsterschwarzach und Kitzingen am letzten Oktober-Wochenende wollen die Mitglieder eine erste Zwischenbilanz ihres Projekts "Die neue Arbeitskultur" ziehen. Sie sind sich sicher, dass in Zukunft das Sozialverhalten der Menschen den Wohlstand bestimmt. Man müsse zusammenarbeiten, für Transparenz und Authentizität sorgen und sich versöhnungsbereit zeigen, ist die These. Beim Anwenden der modernen Technologie sei der Zusammenhalt der Menschen wichtig.

"Betriebe mit guter Arbeitskultur werden in Zukunft am besten dastehen", ist Engert sicher. Sein langjähriger Freund, KKV-Schatzmeister Günter Streit, hat festgestellt, dass das Jahresthema "Arbeitskultur" auf großes Interesse gestoßen ist.
"Auch im Internet ist das ein Thema", sagt Streit.

Online präsent sein


Um Facebook, Twitter, You tube und Co. geht es auch am Samstagvormittag bei der Landessenatssitzung und Regionaltagung des KKV-Bundesverbandes im Gästehaus der Abtei Münsterschwarzach. Dabei wollen die Mitglieder überlegen, was sich bei Online-Auftritten verbessern ließe, wie sich der KKV präsentieren könnte und wie Landesverband und Ortsgemeinschaften im Netz präsent sein könnten.

Über Wirtschaftsethik habe er schon oft mit interessierten jungen Leuten im Internet diskutiert, erzählt Klaus Engert. Nur: Sich binden und richtig mitmachen beim KKV wollten die wenigsten. Die Folge: "Es mangelt an Nachwuchs und an Leuten, die ein Amt übernehmen wollen. Da geht es uns wie vielen Vereinen, die auf Ehrenamtliche angewiesen sind", sagt der Vorsitzende. Ein gewisses Hindernis ist, dass die Intention und die Ziele des KKV sich nicht auf den ersten Blick erschließen, dass die Mitglieder erst erklären müssen, was der Verband macht.

Streit und Engert kennen sich schon seit Jugendtagen. Noch ein Mann gehört dazu: Burkhard Volbers, der 2. Vorsitzende. Die drei Vorstandsmitglieder waren früher schon zusammen bei kirchlichen Treffen, Jugend-Zeltlagern und beim Ministrieren zusammen. Klaus Engert ist seit 15 Jahren beim KKV Kitzingen. "Mein Vater und mein Onkel sind auch dabei gewesen", erzählt Engert. Er hat den Vorsitz übernommen, obwohl er schon weitere kirchliche Ehrenämter hat, aber die Anliegen des KKV seien ihm wichtig, begründet der 65-Jährige sein Engagement.

Über die Pfarrei in den KKV


Günter Streit ist verantwortlich für die Homepage der Pfarrei St. Vinzenz und auch in der Kirchengemeinde St. Johannes aktiv. Der KKV ist eine Gruppierung unter dem Dach der Pfarrei St. Johannes. Über die Pfarrei habe er den Weg in den KKV gefunden, um ihn zu unterstützen, meint der 62-Jährige.

Der Verband KKV Kitzingen wurde 1912 als Kaufmännische Vereinigung gegründet und verstand sich als Standesorganisation für den katholischen Kaufmannsstand in Kitzingen. Mitte der 1960er Jahre öffnete sich der KKV auch für andere Berufszweige in Wirtschaft und Verwaltung und für die Aufnahme von Frauen. Der KKV-Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung ist einer der vier großen katholischen Sozialverbände. Das Kürzel KKV leitet sich vom früheren Verbandsnamen Katholisch Kaufmännischer Verband her.

Im Jahre 1877 gab es einen ersten Zusammenschluss katholischer, kaufmännischer, marianischer Kongregationen als Katholisch Kaufmännische Vereine in Mainz. Wie viele andere katholische Verbände wurde der KKV 1938 verboten und nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 wieder begründet.

Dass der KKV eine seiner Wurzeln in der Gemeinschaft der Marienverehrung hat, erkennt man an der Vereinsfahne. Sie ist eine Abbildung der Muttergottes mit dem Christuskind in feinster Stickerei. Eng dabei ist das Wappen der Stadt Kitzingen zu sehen.

Diese Fahne wurde vor einigen Jahren restauriert. Zum Jubiläum am letzten Wochenende wird sie zur Schau getragen, ansonsten an Fronleichnam und bei den Prozessionen von der Kreuzkapelle zur Kirche St. Johannes.
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