SOMMERACH/NORDHEIM

Probebohrer suchte nach Sand bei Sommerach

Mit sechs Bohrungen zwischen Sommerach und Gerlachshausen hat ein Rohstoff-Unternehmen den Untergrund erkundet. Ob ein Abbau geplant ist, ist unsicher.
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Eine von sechs Probebohrungen, die die Heidelberger Sand und Kies GmbH auf Flächen zwischen Sommerach und Gerlachshausen – zwischen Main-Kanal und Kreisstraße 29 – niedergebracht hat. Foto: Foto: Harald Meyer

„Sandabbau auch in Sommerach?“ Die Frage im Netzwerk Facebook, garniert mit Bildern von Probebohrungen zwischen Sommerach und Gerlachshausen, hat jetzt eine Antwort: Die Firma Heidelberger Sand und Kies GmbH hat Flächen zwischen der Kreisstraße 29 und dem Main-Kanal auf Rohstoffe untersucht. Allerdings sei „noch nichts spruchreif“, sagt Jürgen Haase, Leiter Rohstoffsicherung und Grundstückswesen.

Nebenprodukt

Die Untersuchungen an sechs Stellen waren laut Haase eine Art Nebenprodukt. Der Bohrwagen des Unternehmens, das untere anderem in Dettelbach ein Kieswerk betreibt, sei in erster Linie wegen einer „klitzekleinen“ Abbaufläche – vor einem Teich kurz vor der Ortseinfahrt – gekommen. Dafür gebe es eine Abbau-Genehmigung, die bis 2018 befristet sei. Und weil es nur ungesicherte Angaben zu dem Rohstoffvorkommen auf etwa eineinhalb Hektar Fläche gegeben habe, sei das Gelände untersucht worden.

Abbau in kleiner Grube?

Da der Bohrwagen schon mal draußen war, erkundete das Unternehmen den Untergrund im weiteren Umfeld – zwischen Sommerach und der Schleuse Gerlachshausen. Ob hier in absehbarer Zukunft Sand und Kies abgebaut werden, ist nach Haases Worten derzeit nicht zu sagen. Deutlich wahrscheinlicher sei ein Abbau an dem Teich. Hier sei man in Verhandlungen, die Genehmigung zu nutzen. Endeten die Gespräche erfolgreich, könne die kleine Grube in nur einem Jahr ausgebeutet werden.

Bürgermeister überrascht

Die Rohstoff-Erkundung auf Sommeracher Flächen hat Bürgermeister Elmar Henke überrascht. Mit ein wenig Verspätung bekam er vor wenigen Tagen die Informationen aus dem Landratsamt. Henke hat sich daraufhin gleich schlau gemacht, wie akut die Sache ist: „Eigentum haben sie nicht.“ Trotzdem will er den Gemeinderat in der nächsten Sitzung über die Probebohrungen informieren.

Der Grund für möglichst viel Aufklärung liegt – wortwörtlich – nahe: Bei den Nachbarn in Nordheim ist auf einem Areal von rund neun Hektar Fläche ein Sand- und Kiesabbau geplant. Das höchst umstrittene Vorhaben der Kitzinger Lenz-Ziegler-Reifenscheid GmbH (LZR) hängt zwar schon seit längerem in der Luft, könnte aber jederzeit wieder in die Gänge kommen. Allerdings erst dann, wenn die Unterlagen zum Genehmigungsverfahren – seit März im Gang – nachgebessert werden.

„Der Rohstoff wird gebraucht“

Der geplante Abbau in Nordheim stößt in den Stadt- und Gemeinderäten von Volkach und Nordheim auf geballten Widerstand. Ein weiteres Projekt von LZR, in den Mainauen von Schwarzenau, kollidierte im Schwarzacher Rat ebenfalls mit einem mehrheitlichen Nein. Das war im April. Als das Landratsamt trotzdem die Genehmigung erteilte, reagierte die Gemeinde im Juli mit einem Einspruch.

Sand- und Kies scheinen offensichtlich äußerst begehrt zu sein. Zehn größere Sand- und Kiesgruben gebe es im Landkreis, die „aktiv abgebaut werden“, so Corinna Petzold, Pressesprecherin des Landratsamts. Dazu belegen die Pläne von LZR in Nordheim und Schwarzenau ebenso wie der vor wenigen Monaten begonnene Abbau zwischen Kitzingen und Marktsteft, dass die Probeschürfungen in Sommerach laut Haase von der Heidelberger auf einen hohen Bedarf zurückgehen: „Der Rohstoff wird gebraucht.“

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