DETTELBACH

Prachtportal hat seine Schönheit wieder

Die Schäden aus vier Jahrhunderten waren eine große Aufgabe für die Restaurierung des Portals am Dettelbacher Kloster. Jetzt ist die einstige Pracht wieder da.
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Schäden von einst: Tiefe Verwitterungsspuren am Fuß des Portals. Foto: Petro Schiller
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Wenn in wenigen Tagen die Franziskaner Dettelbach den Rücken kehren, hinterlassen sie ein 400 Jahre altes Kloster – und dort ein von Grund auf saniertes Prachtportal, dessen Erneuerung jetzt Thema eines Pressetermins war.

In dem Sandstein-Kunstwerk, dass sich über den Eingang spannt, hat sich der Stifter des Klosters verewigen lassen: der Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn.

Der Kirchenfürst gab zwar den Bau des Klosters im Jahr 1616 in Auftrag, holte auch die Franziskaner nach Dettelbach, erlebte aber die Einweihung der großen Anlage nicht mehr. Echter starb 1617, sein Nachfolger Johann Gottfried von Aschhausen übergab 1619 das Ordenshaus an die Franziskaner. Daran erinnert die Darstellung im oberen Bereich des Portals, wo Echter (links) dem Provinzial der Straßburger Franziskanerprovinz ein Modell des Klosters übergibt.

„Das Portal war in einem sehr schlechten Zustand.“
Petro Schiller, Restaurator aus Königsberg

Das ist 400 Jahre her. Ein lange Zeit, die Spuren hinterließ – an der Wallfahrtskirche, deren prunkvolles Westportal 2013 wegen schwerer Schäden eingerüstet und von Grund auf renoviert wurde. Böse setzten die Jahre auch dem Klosterportal zu. Restaurator Petro Schiller (Königsberg/Bayern) schilderte seinen Eindruck, als er den grünen Schilfsandstein erstmals in Augenschein nahm: „Das Portal war in einem sehr schlechten Zustand.“

Risse, Abwaschungen und abgeplatzte Teile hätten dem Portal sehr zugesetzt. Vor allem die Säulen, die das Prunkstück tragen, seien im unteren Teil teilweise bis zu zehn Zentimeter tief durch Verwitterungen abgetragen gewesen. Restaurierungen in vergangenen Jahrzehnten – „meist mit Mörtel“ – hätten die Schäden nur oberflächlich repariert.

Damit blieb Restaurator Schiller eine große Aufgabe. Teilweise mussten ganze Teile des Portals herausgeschnitten, vor Ort „bildhauerisch“ ein Ersatz geschaffen und in das Kunstwerk eingefügt werden. Ziel sei es aber immer gewesen, das „Original so weit wie möglich zu erhalten.“ Damit der Zahn der Zeit nicht schon bald den Sandstein angreift, seien überall Feuchtigkeitssperren eingebaut worden, so Armin Mosandl, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats.

Die tief greifende Erneuerung, die vor Jahresende abgeschlossen war, ist kein Schnäppchen. Inklusive einem seitlichen Prozessionsaltar koste die Gesamtrenovierung über 40 000 Euro, erklärte Mosandl. Rund 40 Prozent der Kosten würden durch diverse Zuschüsse aufgefangen – von der Diözese, über den Bezirk und das Landesamt für Denkmalpflege bis hin zur Stadt Dettelbach.

Den Löwenanteil tragen die Franziskaner. Die haben die Restaurierung „angeleiert“, bevor das Kloster – vor einem Jahr – die Nachricht von der Schließung bekam, so Pater Richard Heßdörfer. Auf ihrem Abschiedsgeschenk haben sie auch einen deutlichen „Fußabdruck“ hinterlassen. Neben dem Frankenapostel Kilian – links – ist der Ordensgründer Franziskus eine der beiden beherrschenden Figuren oben auf dem Prachtportal.

Letzteres schließt sich bald hinter dem letzten Franziskanerpater. Offiziell Schluss ist Ende des Monats. Vorher, am 22. Januar, verabschiedet die Stadt morgens die Ordensmänner, ab 15.30 Uhr nimmt die Pfarrgemeinde – mit Bischof Friedhelm Hoffmann an der Spitze – bei einem Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Abschied. Der Bischof ist künftig Hausherr im Kloster, wenn der Übernahmevertrag unterschrieben ist.

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