NORDHEIM

Pläne für die Au sind auf dem Weg

Die Pläne für den auf zehn Jahre angelegten Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au gehen in die entscheidende Phase. Und sie bleiben umstritten.
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Heftig umstritten: Das geplante Sand- und Kiesabbaugebiet in der Au bei Nordheim wird in Kürze ein Fall für die Genehmigungsbehörden im Kitzinger Landratsamt. Gegner der Pläne der Kitzinger Firma Lenz, Ziegler, Reifenscheid sind eine Bürgerinitiative und ein Verein, die um die Landschaft fürchten und den Lasterverkehr verhindern wollen. Foto: Foto: Hanns Strecker

Die umstrittenen Pläne für den auf zehn Jahre angelegten Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au gehen in die entscheidende Phase. Der etwa 80-seitige Genehmigungsantrag sei auf dem Weg ins Landratsamt, sagte Elisabeth Ziegler, Sprecherin des Kitzinger Unternehmens Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR), auf Anfrage.

Das LZR-Zukunftsprojekt im Mainvorland stößt auf den Widerstand der Bürgerinitiative Nordheimer Au, die unter anderem die Zerstörung des aus ihrer Sicht ökologisch wertvollen Geländes zwischen Altmain und Radweg befürchtet.

Die genau gegenteilige Bewertung kommt vom Bundesverband mineralische Rohstoffe (Miro): Der hat laut LZR-Pressemitteilung das Vorhaben in Nordheim – „Durch Sand- und Kiesgewinnung zur Umwandlung von Obstkulturplantagen in ein Naturschutzgebiet“ – mit dem ersten Platz des Deutschen Nachhaltigkeitspreises der Gesteinsindustrie 2015/2016 gewürdigt.

Synergieeffekte erwartet

Die Auszeichnung nahmen in Köln LZR-Sprecherin Ziegler und Geschäftsführer Hermann Reifenscheid, der auch im Beirat des Interessenverbands sitzt, entgegen. Die Jury, die das Nordheimer Projekt auf den Platz eins gesetzt habe, sei von dem Vorhaben in der Au „begeistert“ gewesen, heißt es im Pressetext. Es sei eine „langfristige Investition in die Zukunft“ zitiert der Pressetext Jurymitglied Simone Röhling von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Nach ihren Worten seien wesentliche „Synergieeffekte“ zu erwarten, was unter anderem Hochwasserschutz, Naturschutz und Anpassung an den Klimawandel betreffe. Beeindruckend seien auch die Aspekte von Naturerlebnis und Naherholung, denen LZR mit Umweltbildungsmaßnahmen Rechnung tragen wolle, so das LZR-Schreiben. Der Blickwinkel der Gegner des Projekts auf rund neun Hektar Fläche ist ein gänzlich anderer. Sowohl die Bürgerinitiative als auch der Verein „Erhalt der Nordheimer Au“ fürchten um die Natur auf den Flächen. Sorgen machen den Kritikern der LZR-Pläne auch der drohende Lärm und die Gefahren durch die vielen Laster, die während der Jahre des Abbaus im Viertelstundentakt durch den Ort rollen könnten.

Contra von Nordheim

Welche Zukunft die Nordheimer Au hat, wird möglicherweise das Genehmigungsverfahren am Landratsamt klären. Nach bisheriger Darstellung von LZR – präsentiert im Oktober im Gemeinderat – soll der Sand- und Kiesabbau zehn Jahre dauern und in fünf Abschnitten erfolgen. Dabei sollen vier Seen entstehen, die jeweils abgeschlossen werden bevor der nächste Abschnitt beginnt. Am Ende soll eine Auenlandschaft zurückbleiben, eventuell mit einem Badesee und einem Naturlehrpfad.

Wenn das Genehmigungsverfahren im Landratsamt angelaufen ist, wird – neben anderen Ämtern und Organisationen – auch die Gemeinde Nordheim gehört. Deren Gemeinderat hatte sich in einer ersten Reaktion mehrheitlich gegen das Vorhaben von LZR ausgesprochen.

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