Rüdenhausen

Pfarrer Ernst-Ludwig Werner feierte seinen 80.

Mit einem Gottesdienst hat Rüdenhausens Ehrenbürger und evangelischer Pfarrer in Ruhestand, Ernst-Ludwig Werner, am Mittwoch seinen 80. Geburtstag gefeiert.
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Der Gartenliebhaber in seinem, Reich: Pfarrer Ernst-Ludwig Werner wurde 80 Jahre alt.

Mit einem Gottesdienst in „seiner Pfarrkirche“ St. Peter und Paul hat Rüdenhausens Ehrenbürger und evangelischer Pfarrer in Ruhestand, Ernst-Ludwig Werner, am Mittwoch seinen 80. Geburtstag gefeiert. Als Zuhörer, denn den Gottesdienst übernahm sein Sohn Andreas, der ebenso Pfarrer ist.

Ernst-Ludwig Werner kam 1965 als Pfarrer von Nürnberg nach Rüdenhausen, wollte dort höchstens 15 Jahre bleiben, wie er heute sagt. Er war der letzte Rüdenhäuser Pfarrer, der noch vom Patronatsherren, dem Fürsten, ausgewählt wurde. Außerdem betreute er die evangelischen Christen im Nachbarort Wiesentheid und hielt viele Jahre Religionsunterricht am Gymnasium in Wiesentheid.

Importe aus dem Mittelmeerraum

In Rüdenhausen ist er immer noch, lebt mit seiner Frau in seinem Haus in der Siedlung und fühlt sich in der Marktgemeinde auch nach gut 50 Jahren wohl. Einen großen Garten pflegt der Gottesmann, der 2000 in Ruhestand ging, aber heute noch bei Bedarf aushilft. Werners Steckenpferd sind vor allem die Bäume. Nicht irgendwelche, es sind Bäume, die sonst nur im Mittelmeerraum wachsen. „Ich habe ausprobiert, ob sie es bei uns aushalten“, schaut er in Richtung seines gut gedeihenden Feigenbaumes. Etwas weiter weg zeigt der Pfarrer einen Judasbaum, dazu Orangenbäume in Kübeln, schließlich wachsen noch Zypressen aus der Toskana und aus Südtirol, ein Baum mit Esskastanien und viele mehr. Die Bäume und Pflanzen halten ihn in Bewegung, da gebe es immer zu tun.

In Rüdenhausen zählt Ernst-Ludwig Werner zu den bekanntesten Personen, was sich von selbst versteht. Schließlich hat er eine große Zahl an Rüdenhäusern getauft, konfirmiert, getraut, beerdigt. Vor einigen Jahren wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Er beteiligt sich nach wie vor am öffentlichen Leben, besucht die Veranstaltungen und Feste.

Lange Zeit stieg der Pfarrer in die Bütt an Fasching, karikierte auch das Ortsgeschehen. „Da konnte man mal alles auf die Schippe nehmen und niemand hat es einem verübelt.“ Gereist ist Ernst-Ludwig Werner früher gerne, erst voriges Jahr war er in Andalusien. „In Europa war ich fast überall; außerdem in Südafrika den USA und China“, zählt er auf. Heute zieht es ihn eher zu den beiden Söhne und den vier Enkeln.

Prediger der Ökumene

Mit Pfarrer Werner über Themen wie Glauben, Theologie, Ökumene, Evolution, zu sprechen, ist spannend. Nicht nur über Theologie liest er gerne Bücher, meist oben in seinem „Studierzimmer“. Die Ökumene sei ihm stets sehr am Herzen gelegen. „Wir sind näher beieinander, als man glaubt“, sagt der evangelische Geistliche zur katholischen Kirche, bei der ihm Papst Franziskus imponiert.

Manches missfällt Werner an der Kirche, wie auch in der Gesellschaft. „Diese heute praktizierte Hektik! Die jungen Leute müssen funktionieren, sie haben keine Zeit und kommen kaum mal dazu, über sich selbst nachzudenken.“ Das aber macht der Gottesmann am liebsten bei der Pflege seiner Bäume in seinem geliebten Rüdenhausen.



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