Mainbernheim

Peter Kraus und das Gespür für das Machbare

Vor drei Jahren wurde Peter Kraus zum Bürgermeister von Mainbernheim gewählt. Was stört ihn an seinem Ort? Was macht ihm Spaß an seinem Job? Zehn Fragen, zehn Antworten.
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Mainbernheims Schokoladenseite: Die südliche Stadtmauer mit den Grabengärten an der B 8 entfaltet auch bei Dunkelheit ihre Wirkung. Foto: ArchivFoto: Susanne Himsel
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Willkommen zum Sommerinterview! Wir haben den Bürgermeistern im Landkreis zehn Fragen gestellt, die im Laufe der nächsten Wochen nach und nach veröffentlicht werden. Heute dreht sich alles um Mainbernheim, wo Peter Kraus (Foto Kraus) vor drei Jahren gewählt wurde.

Frage: Die erste Hälfte der Wahlperiode ist vorbei – worüber freuen Sie sich besonders?

Peter Kraus: Darüber, dass wir in den vergangenen drei Jahren wichtige Maßnahmen zur Belebung und zur Verbesserung der Wohn- und Arbeitsbedingungen in unserer Altstadt in Angriff nehmen und realisieren konnten. Auch kulturell hat sich vieles entwickelt, was insbesondere dem Arbeitskreis Kultur und Tourismus zu verdanken ist.

Welche Projekte packen Sie bis 2020 in Ihrer Gemeinde noch an?

Kraus: Es wird ein Verkehrskonzept für die Herrnstraße erstellt, das zeitnah umgesetzt werden soll. Der Grüngürtel im nördlichen Stadtmauerbereich soll überplant und umgestaltet werden. Außerdem Sanierung und Ausbau des Pulverturms und des Weidtenturms.

Was steht direkt nach der Sommerpause an?

Kraus: Die Ausschreibung der Erschließungsarbeiten für das neue Baugebiet Langwasen, das Musikfestival 'Berna klingt – echt gut' und das Einrichten des neuen Häckselplatzes.

Ihr Lieblingsplatz in Ihrem Ort?

Kraus: Einer meiner Lieblingsplätze ist unser Garten. Aber auch in unseren Grabengärten oder auf der Sitzgruppe an unserem Weinberg lässt sich?s gut aushalten. Und nicht zuletzt in unserem Rathaus fühle ich mich richtig wohl.

Gibt es etwas, das Sie an Ihrem Ort stört?

Kraus: Die Sauberkeit in den Straßen und Gassen lässt zu wünschen übrig und noch zu wenige Hundehalter beseitigen die Hinterlassenschaften ihrer Tiere auf öffentlichen Flächen und in Grünanlagen. Auch wäre es wünschenswert, wenn noch mehr Gebäudeeigentümer von unserem Kommunalen Förderprogramm Gebrauch machen und ihre Anwesen in einen ansehnlichen Zustand versetzen würden.

Wie steht es um die Finanzen der Gemeinde?

Kraus: Mainbernheim ist eine Gemeinde mit durchschnittlicher Finanzkraft und wir können uns deshalb manches nicht leisten, wozu andere Kommunen in der Lage sind. Eine große Hilfe sind uns dabei die Zuwendungen aus der Städtebauförderung, die uns seitens des Bundes und des Freistaates Bayern zur Verfügung gestellt werden.

Die Probleme vieler Gemeinden sind die Landflucht, fehlende Arbeitsplätze, Ärztemangel, verlassene Häuser oder marode Straßen. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Kraus: Die Einwohnerzahl Mainbernheims ist von 2000 bis 2015 leider um 150 Einwohner zurückgegangen, obwohl wir im gleichen Zeitraum das Baugebiet 'Rödelseer Straße' ausgewiesen haben, in dem rund 165 Einwohner ihre Heimat gefunden haben. Grund für diese Entwicklung ist jedoch primär nicht die Landflucht, sondern der demografische Wandel. Wir verfügen bei der Firma Haribo und in den Gewerbe- und Handwerksbetrieben in Mainbernheim über eine stattliche Zahl an Arbeitsplätzen. Medizinisch sind wir bestens versorgt, die Grundversorgung ist gesichert. Auch kann sich das gastronomische Angebot in unserer Stadt wieder sehen lassen.

Was macht Ihnen an Politik Spaß?

Kraus: Am Bürgermeisteramt macht mir Spaß, dass man die Entwicklung einer Gemeinde direkt und maßgeblich beeinflussen und voranbringen kann.

Welche Eigenschaften braucht ein Bürgermeister auf jeden Fall?

Kraus: Ideen, Mut und Durchsetzungskraft und das richtige Gespür für das Machbare. Ein breites Kreuz braucht man ebenfalls, das Verantwortung tragen und manchen Seitenhieb verkraften kann.

Stehen Sie 2020 bei den Wahlen noch einmal zur Verfügung?

Kraus: Mir macht die Arbeit als Bürgermeister Freude – ich kann mir eine weitere Wahlperiode gut vorstellen.

Bürgermeister im Interview

Die Bürgermeister im Landkreis haben Halbzeit in der Wahlperiode. Zeit für ein Zwischen-Fazit: Nach und nach werden in den kommenden Wochen alle Bürgermeister des Landkreises zum „Sommer-Interview“ gebeten. Wie fällt Ihre Bilanz aus? Was haben Sie als nächstes vor? Die Frage bleiben immer gleich, die Akteure wechseln. Den Auftakt machte Gerhard Schenkel (Sulzfeld), der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis. Dagegen zählt der Mainbernheimer Peter Kraus (Freie Wählergemeinschaft) zu den „Neulingen“: Er übernahm das Amt vor drei Jahren. (fw)
 

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