Mainbernheim
Lichtpaten

Peter Dodt läuft - sein Rheuma schläft

Peter Dodt aus Mainbernheim bekommt das Kitzinger Weihnachtslicht. Kein Wunder, bei so viel Schwung und Elan...
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Foto: Diana Fuchs
Foto: Diana Fuchs
Peter Dodt ist ein Sonnenkind - falls man einen 70-Jährigen so nennen darf. Im Sommer zieht es den Maschinenbau-Ingenieur im Ruhestand schon in aller frühe hinaus ins Freie: "Laufend" sieht er dem Sonnenaufgang entgegen. "Licht und Bewegung - das brauche ich", erklärt der Mainbernheimer und reibt die Hände fest aneinander: Im Büro der Rheuma-Liga ist es ihm jetzt im Winter fast eine Spur zu kalt. Dodt dreht die Heizung in der Buchbrunner Straße 7 b hoch: Falls jemand zum Beratungsgespräch kommt, soll er nicht frieren.

Licht, Bewegung - und Wärme. Das, was Peter Dodt im Privatleben liebt, das steht für ihn auch im Ehrenamt an vorderer Stelle. Für seinen Einsatz - unter anderem als Vorsitzender der Rheuma-Liga Kitzingen/Volkach - erhielt der Mainbernheimer gestern das Ehrenlicht des Kitzinger Stadtmarketing-Vereins: eine in Glas gefasste Kerze, deren Schein die Kitzinger Stadtsilhouette durchleuchtet.


Warmes Licht

Ob sich das g´standene Mannsbild wohl über das Kerzchen freut? Peter Dodts Frau Ute lacht. "Doch, doch. Er kann damit schon was anfangen." Ihr Mann nickt: "Bei unseren Beratungsgesprächen jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat stelle ich, gerade im Winter, auch gern ein paar Kerzchen hin. Die machen so schönes, warmes Licht."
Dass der Maschinenbau-Ingenieur, der jahrelang fürs Unternehmen Huppmann den Vertrieb im Ausland gemanagt hat, einmal als Berater und Vorsitzender der Rheumatiker im Fokus stehen würde, das hätten selbst seine Frau und die beiden Kinder früher nie geglaubt. Doch dann ging Dodt 2002 in den Ruhestand - und sein Leben änderte sich grundlegend. "Ich konnte den Enkelkindern auf einmal nicht mehr nachrennen", erinnert sich der heute 70-Jährige. "Es hat gezwickt und gezwackt und in den Gelenken rumort." Ein Würzburger Rheumatologe, den er auf Rat des Hausarztes aufsuchte, sagte Peter Dodt auf den Kopf zu: "Treffer. Sie haben Rheuma."

Peter Dodt ließ den Kopf nicht hängen. Die Empfehlung, in Bewegung zu bleiben, nahm er wörtlich. Er schloss sich der Kitzinger Warmwasser-Therapiegruppe der Rheuma-Liga an. "Das tat gut."
Doch dann hörte fast der gesamte Vorstand der Rheuma-Liga gleichzeitig aus Altersgründen auf und kündigte die Büroräume. Die Arbeitsgemeinschaft drohte sich aufzulösen. "Da hab ich gesagt: Ich helf', ich mach mit. Tja, und ein halbes Jahr später war ich Vorsitzender."

Da er "von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte", wie Dodt sich ausdrückt, war er froh, dass ihm "zwei von der alten Riege das Laufen lehrten". Gemeinsam fand man ein neues Büro - zunächst in der Klinik Kitzinger Land, dann in der Buchbrunner Straße 7 b, als Untermieter der AWO im Haus Margarete.
Hier finden nicht nur die regelmäßigen Beratungsgespräche statt, sondern im Obergeschoss auch die Montags-Trockentherapie, das heißt, die Spezialgymnastik für Rheumakranke. Ähnliche Therapieangebote macht die Rheuma-Liga auch in Volkach. In Dettelbach und Iphofen gibt es Wassergymnastik. "In Iphofen wollen wir auch noch eine Trockentherapie anbieten. Der Bedarf ist da", stellt Dodt fest.

Dass das Angebot bald stehen wird, davon ist Peter Dodt überzeugt, denn im neunköpfigen Vorstands-Team "läuft es einfach", freut sich der Vorsitzende. Nicht nur er, sondern jeder der neun Vorstandsmitglieder habe sein spezielles Betätigungsfeld. "Der Häuptling ist nur so gut wie seine Indianer."

Dazu zählt Dodt seine Stellvertreterin Heidi Wisching aus Astheim, die ein Händchen für Beratungsgespräche habe. "Während Hertha Golombek sich um alle Publikationen kümmert, übernimmt Annegret Sauer unter anderem die Organisation von Fahrten." Elfriede Röbling, Dorelies Schütz, Angela Mertins und Maria Glaser tragen ihrerseits Verantwortung für spezielle Bereiche. "Und Robert Ziller ist meine männliche Unterstützung", schildert Dodt lachend. "Er packt überall mit an, wo er gebraucht wird."

Und Peter Dodt selbst? Er packt auch überall an - selbst seine Krankheit hat er durch sein konsequentes Lauftraining zum "Schlafen" gebracht, so dass er auf Rheuma-Medikamente verzichten kann. Bei seinen Vorstandskollegen hat "der Peter" seinen Ruf weg. "Peter, geh´ mal wieder los, wir müssen was schnorren", heißt es - halb im Spaß, halb im Ernst - , wenn Geld für Projekte fehlt. Was Fördermittel angeht, sitzt der Mainbernheimer ohnehin an der Quelle: Am Runden Tisch im Würzburger Selbsthilfebüro spricht er regelmäßig mit, wenn es um die Vergabe der Fördermittel geht, welche die Krankenkassen für Selbsthilfegruppen zur Verfügung stellen. Vergangenes Jahr waren das unterfrankenweit immerhin 400 000 Euro.
Außerdem ist Peter Dodt, der sich auch als Mitglied im Kitzinger Senioren- und Behindertenbeirat engagiert, der Computer-Fachmann der Rheuma-Liga. Er hat allen Mitgliedern "nahe gelegt", sich mit der modernen Technik zu befassen. Wie er das gemacht hat? Peter Dodt grinst: "Ich habe einfach Mails geschrieben." Wer sie nicht empfangen konnte, dem gab Dodt gerne auch Nachhilfe. "Mittlerweile hat er alle überzeugt", erzählt Ute Dodt lachend.
Zur nächsten Vorstandssitzung wird Peter Dodt auch wieder per Mail einladen. An jenem Abend wird dann sicher eine in Glas gefasste Kerze mit der Silhouette der Kitzinger Türme auf dem Tisch stehen. Denn: "Das Licht soll doch für alle sein."
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