VOLKACH

Panzer, Schwerlaster und die Heimat

Der Rückkehrappell für 200 Soldaten war nur ein Teil der Feier "30 Jahre Bundeswehr in Volkach";. Mit schwerem Gerät demonstrierten die Soldaten ihre Arbeit.
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Ein Standortbiwak zum Geburtstag: Bundeswehr-Soldaten, Angehörige und Gäste feierten in der Mainschleifen-Kaserne. Foto: Fotos: Guido Chuleck
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Der Rückkehrappell für 200 Soldaten war nur der erste von drei Teilen der Feier „30 Jahre Bundeswehr in Volkach“. Nach dem Appell folgte eine „dynamische Fähigkeitsdarstellung“ auf dem Appellplatz. So demonstrierten die Soldaten ihre logistische Arbeit und – eindrucksvoll – ihren Job als Mechaniker.

Rad wechseln, Material transportieren und die Feststellbremse eines Panzers Leopard II reparieren: Bei dieser Aufgabe musste der Motor des Panzers ausgebaut werden. Dafür rückte ein Bergepanzer an, um den V-12-Motor von der Größe eines Smart aus dem Panzer zu hieven. Der Motor mit einem Hubraum von 47,5 Litern bringt eine Leistung von 1500 PS.

Soldaten auf dem Bobbycar

Damit es den Zuschauern nicht langweilig wurde, liefen mehrere Darstellungen parallel. Eine gute Stunde lang rollte ein Fahrzeug nach dem anderen an den Zuschauern vorbei. Besonderen Eindruck hinterließ ein Spezialgefährt namens „Mammut“, ein Schwerlasttransporter, der selbst an die 70 Tonnen wiegt und einen 50 Tonnen schweren Lasttransporter transportierte.

Beim späteren Standortbiwak zwischen zwei Fahrzeughallen herrschte eine ähnlich entspannte Stimmung wie beim „Tag der offenen Tür“. Auch hier hatten die Soldaten ein ausgefuchstes Kinderprogramm auf die Beine gestellt, und so mancher Erwachsene konnte nicht an sich halten und schoss auf die Torwand oder versuchte sich mehr oder weniger erfolgreich auf einem Bobbycar.

Oberstleutnant Patrick Dohmen blickte dabei auf „30 Jahre Bundeswehr in Volkach“ zurück. Zum Beginn schaute er auf die Stadtratsitzungen unter Bürgermeister Friedrich Ruß, als es um den Bau einer Kaserne an der Dimbacher Straße ging. Ruß war von 1970 bis 1990 Stadtoberhaupt. 1986 wurde Volkach endgültig zur Garnisonsstadt, in die zunächst Logistiker und später Pioniere einzogen. 2003 folgte eine Umgliederung: das Instandsetzungsbataillon kam, 2006 gingen die Pioniere. Ab Januar 2007 beheimatete die Kaserne elf logistische Kompanien – „ein logistisches Mekka, in seiner Dimension in der Bundeswehr nur mit dem Standort Delmenhorst vergleichbar“, so Dohmen.

Verbundenheit mit der Region

Oberstleutnant Dohmen ging auch auf den Faktor „Menschlichkeit“ ein. 30 Jahre Garnison Volkach bedeuteten eine „enge Verbundenheit der Region mit den Soldaten“. Die fielen in ihren Uniformen nicht mehr auf als ein Bankkaufmann mit Anzug und Krawatte auf dem Weg in die Mittagspause. Viele Ortschaften rund um Volkach sind Patengemeinden der sieben Kompanien. Diese Verbundenheit führe dazu, „dass ein Großteil meiner Männer und Frauen Volkach nicht nur als militärische Heimat begreifen, sondern für sie die Region ihre tatsächliche Heimat wird“.

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