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"Ohne Defizit geht es nicht."

Der erste Kälteeinbruch gibt einen Vorgeschmack auf den Herbst. Die Freibadbetreiber der Region beginnen Bilanz zu ziehen.
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Bombe! Der Sommer hätte nicht viel geeigneter für einen Besuch im Freibad verlaufen können. Grundsätzlich sind die Betreiber denn auch zufrieden mit den Besucherzahlen. Unser Bild stammt aus dem Volkacher Freibad. Barbara Herrmann Foto: Foto:

Die letzten Tage waren ein Vorbote von dem, was noch kommt. Nicht nur die Sommerferien, auch der Sommer selbst neigt sich dem Ende zu. Die Betreiber der Freibäder im Landkreis beginnen mit dem Endspurt. Und ziehen eine erste Bilanz.

„Das neue Freibad wurde unheimlich gut angenommen“, freut sich der Bürgermeister von Markt Einersheim, Herbert Volkamer. Mitte August knackte das dieses Jahr eröffnete Terrassenbad die 20 000-Besucher Grenze. Bis Ende der Saison werden es laut Volkamer um die 24 000 Badegäste sein. Trotz des enormen Andrangs reichte der Platz immer für alle Gäste: „Die Kapazitätsgrenze wurde nie erreicht. Das Freibad ist auf diese Besucherzahlen ausgelegt“, so Volkamer.

Wichtige Infrastruktur

Dass ein kommunales Freibad trotz guter Besucherzahlen ein Defizit erwirtschaftet, nimmt er in Kauf: „Das wird bei uns auch in diesem Jahr so sein“, blickt er voraus. „Aber wir sehen das Freibad als ein Stück Lebensqualität und wichtige Infrastruktur, gerade für die Jugend.“ Laut Volkamer wird das Markt Einersheimer Freibad noch bis Mitte September geöffnet bleiben. Der genaue Termin der Schließung hängt allerdings von der Witterung ab: „Ob es der 10. wird oder doch der 14. oder 15. kann man jetzt noch nicht sagen.“

Ähnlich sieht es in Abtswind aus: „Wir haben auf jeden Fall noch zwei Wochen auf“, erklärt Bürgermeister Jürgen Schulz. „Dann entscheiden wir spontan. Da wir noch Gas auf Vorrat haben, sind wir flexibel.“ Die Besucherzahlen kann er noch nicht abschließend angeben, aber nach seiner Einschätzung sieht es gut aus: „Die Saison war auf jeden Fall besser als die Letzte“, erklärt er.

Das ließe sich auch an den Kosten, die auf die Gemeinde zukommen, erkennen. Während das Freibad 2017 ein Defizit von fast 66 000 Euro erwirtschaftete, rechnet Schulz dieses Jahr mit höchstens 40 000 Euro. „Ohne Defizit geht leider nicht.“ Der Volkacher Bürgermeister Peter Kornell sieht das genauso: „Ein großer Teil der Kosten ist nun mal der Personalaufwand“, erklärt er. „Es sind für uns jedes Jahr insgesamt um die 200 000 Euro. Wir versuchen natürlich, das Freibad irgendwie zu erhalten.“ Doch das Volkacher Freibad ist nach wie vor dringend sanierungsbedürftig. Peter Kornell gibt die Hoffnung noch lange nicht auf: „Wir haben einen Förderantrag gestellt an das Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen.“

Die Möglichkeit dazu wurde laut Kornell erst kurzfristig erkennbar. Bereits Ende Oktober erwartet er eine Rückmeldung, ob die Förderung genehmigt wird. Sollte dies der Fall sein, wäre auch der von ihm angesprochene Bürgerentscheid über den Erhalt des Freibades vorerst vom Tisch. Im Volkacher Freibad wird die Saison spätestens am 9. September enden. Denn dann wird das Personal im ortseigenen Hallenbad benötigt.

Wann schließt Kitzingen?

Das Freibad in Gnötzheim hat seine Tore bereits am 1. September geschlossen. „Weil das Becken nicht beheizbar ist, wird das Wasser während dem kalten Wochenende sehr frisch“, begründet Bürgermeister Rainer Ott die Entscheidung. Er ist zufrieden mit der Saison. „Die hohen Temperaturen über 30 Grad haben für hervorragende Besucherzahlen gesorgt.“ Doch auch für Gnötzheim gilt: Die Gemeinde legt für den Betrieb immer drauf.

Das gilt ebenso für das größte Freibad im Landkreis auf der Mondseeinsel in Kitzingen. Laut Verena Dambach, Betriebsleiterin des Aqua-Sole, macht das Freibad in einem normalen Sommer immer Verluste. Ob das auch für die diesjährige Hitzewelle gilt, bleibt abzuwarten. Aussagekräftige Zahlen lägen noch nicht vor. Der Tag der Schließung ist auch in Kitzingen nicht mehr fern. „Im Normalfall schließen wir am letzten Sonntag vor Ferienende“, informiert Dambach. „Ob das dieses Jahr auch der Fall sein wird, diskutieren wir gerade intern.“

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